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00:15 18.10.2017
Die Bürgerinitative gegen das geplante Logistikzentrum warb in der Lehrter Zuckerpassage um Unterstützer. Reiner Lösch (von links), Linken-Ratspolitiker Hans-Jürgen Dankert, Aligses Ortsbürgermeister Frank Seger, Herbert Hellmann, Svenja Hellmann und Heinz Georg Hilmer.Die Bürgerinitative gegen das geplante Logistikzentrum warb in der Lehrter Zuckerpassage um Unterstützer. Reiner Lösch (von links), Linken-Ratspolitiker Hans-Jürgen Dankert, Aligses Ortsbürgermeister Frank Seger, Herbert Hellmann, Svenja Hellmann und Heinz Georg Hilmer.
Die Bürgerinitative gegen das geplante Logistikzentrum warb in der Lehrter Zuckerpassage um Unterstützer. Reiner Lösch (von links), Linken-Ratspolitiker Hans-Jürgen Dankert, Aligses Ortsbürgermeister Frank Seger, Herbert Hellmann, Svenja Hellmann und Heinz Georg Hilmer.Die Bürgerinitative gegen das geplante Logistikzentrum warb in der Lehrter Zuckerpassage um Unterstützer. Reiner Lösch (von links), Linken-Ratspolitiker Hans-Jürgen Dankert, Aligses Ortsbürgermeister Frank Seger, Herbert Hellmann, Svenja Hellmann und Heinz Georg Hilmer. Quelle: priesemann
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"Vom zusätzlichen Verkehr und dem damit verbundenen Lärm und Feinstaub sind auch die Bewohner der Kernstadt betroffen", erklärte Reiner Lösch von der BI.  In drei Stunden sammelten die sechs Aktivisten zusätzlich zu den bereits im Vorfeld aufgenommenen 1100 weitere 80 Unterschriften gegen die Ansiedlung des Logistikzentrums und führten viele Gespräche mit Anwohnern.

"Eine Frau aus Lehrte-Nord hat gesagt, dass sie befürchtet, dass es bei ihr nun noch lauter wird", erklärte Svenja Hellmann. Eine andere habe gesagt, dass sowieso schon alles verloren sei. Bei ihr sei es bereits so laut, dass das Logistikzentrum nicht viel verändern würde. "Das hat mich geschockt", sagte Hellmann.

Weil nebenan die Parteien gerade für Landtagswahl am Sonntag Stimmen sammelten, kamen auch einige Parteivertreter an Infostand der BI und unterhielten sich mit den Aktivisten. "Sogar die Piraten waren hier. Nur von der SPD kam niemand vorbei", sagte Hellmann. Immerhin warb mit Aligses Ortsbürgermeister Frank Seger ein Sozialdemokrat am Infostand um weitere Unterstützer für die Bürgerinitiative.

Seger fand in den Gesprächen zudem deutliche Worte gegen die Pläne des Discounters. Das Logistikzentrum werde das "Dorf erschlagen" und sei mit einer versiegelten Fläche von rund 117.000 Quadratmetern der "Sargnageldeckel" über der Feldmark. Für ihn stehe zudem das Vertrauen in die Lehrter Kommunalpolitik auf dem Spiel. "Das ganze Dorf ist gegen dieses Logistikzentrum. Die Demokratie wird hier mit Füßen getreten und macht sogar Senioren zu Straßenaktivisten", sagte Seger.

In den kommenden Woche versuche die Bürgerinitiative nun zu verhindern, dass der Flächennutzungsplan geändert wird. Erst das mache den Bau des Logistikzentrums überhaupt möglich. An Montag werde die Bürgerinitiative zudem einen Verein gründen. Und was nehmen die Aktivisten von der Aktion in der Zuckerpassage mit? "Mut", betonte Hellmann, "und Energie weiterzumachen."

Auch der CDU-Landtagsabgeordnete und Ratspolitiker, Hans-Joachim Deneke-Jöhrens, sprach mit den Aktivisten. Er kritisierte den Umgang der SPD mit den Gegnern der Aldi-Pläne und bezeichnete das Logistikzentrum als "Kind des Bürgermeisters" Klaus Sidortschuk. Seine Partei versuche dafür zu sorgen, dass es ein unabhängiges Gutachten über Lärm- und Umweltbelastung geben werde.

Von Sascha Priesemann