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Nachrichten Logistikzentrum: Aldi wehrt sich gegen Vorwürfe
Umland Lehrte Nachrichten Logistikzentrum: Aldi wehrt sich gegen Vorwürfe
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00:16 23.07.2017
Von Achim Gückel
Kontroverse um das geplante Aldi-Logistiklager bei Aligse: Das Unternehmen wehrt sich gegen Vorwürfe.
Kontroverse um das geplante Aldi-Logistiklager bei Aligse: Das Unternehmen wehrt sich gegen Vorwürfe. Quelle: Friso Gentsch
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Aligse

Man wisse bei Aldi Nord um die Bedeutung eines solchen Logistiklagers für die Anwohner in Aligse, schreibt Kräling in einer Stellungnahme. Deshalb sei es das Ziel gewesen, die Bürger „transparent zu informieren und ihnen zuzuhören“. Diese Marschroute setze Aldi bereits seit mehr als einem Jahr um. Vertreter des Unternehmens seien auf Ortsratssitzungen dabei gewesen und hätten Fragen beantwortet. Aldi setze „seit Beginn dieses Bauvorhabens auf eine verträgliche Gebietsentwicklung auf einer dafür ausgewiesenen Gewerbefläche“, heißt es in der Stellungnahme weiter. Daher lege man beispielsweise die Hauptzufahrt zu dem Logistiklager ja auch auf die von Aligse abgewandte Seite.

In Aligse gibt es seit knapp zwei Wochen eine Unterschriftensammlung gegen das Logistiklager. Innerhalb kurzer Zeit hatten 250 Bürger die Listen unterzeichnet. Auch Ortsbürgermeister Frank Seger steht hinter der Initiative. Er hatte Zweifel geäußert, ob der Bau des Logistiklagers technisch und rechtlich überhaupt möglich sei und stützte sich dabei auf eine Expertise einer Kanzlei aus Hannover. Dieses Papier ist auch als offizielle Stellungnahme zum Bebauungsplanverfahren eingereicht worden.

Die Bürgerinitiative und Seger meinen unter anderem, dass Aldi bei den Prognosen von Fahrzeugbewegungen mit zu niedrigen Zahlen arbeite. Auch die Argumente, das Unternehmen halte Arbeitsplätze in der Stadt und zahle fleißig Gewerbesteuer, sieht man in Aligse kritisch. Aldi werde ein vollautomatisiertes Logistikzentrum schaffen und dadurch Arbeitsplätze vernichten, heißt es. Außerdem werde das Unternehmen durch Abschreibungen auch die Gewerbesteuer auf Null schrauben.

All das treffe nicht zu, wehrt sich nun Aldi Nord. „Wir werden in Aligse rund 150 Mitarbeiter beschäftigen und bauen kein vollautomatisiertes Logistikzentrum“, schreibt Kräling: „Darüber hinaus zahlen wir selbstverständlich von Beginn an die entsprechende Gewerbesteuer.“ Und in Bezug auf die Anzahl der Verkehrsbewegungen könne man mitteilen, dass das Aufkommen von circa 400 Fahrten pro Tag auf langjährigen Erfahrungen basiere.Kräling nennt auch noch einmal Zahlen zu dem Projekt. Das Logistikzentrum sei nach derzeitigem Stand zunächst auf einer Grundfläche von 41 000 Quadratmetern und einer Höhe von 14 Metern geplant. Ein möglicher zweiter und letzter Bauabschnitt werde mit 17 000 Quadratmetern angesetzt. Die Bürgerinitiative spricht in ihren Infoblättern von einer Grundfläche von 80 000 Quadratmetern, Ortsbürgermeister Seger nannte eine mögliche Höhe von 17,5 Metern.

Aldi betont indes auch, dass fachliche Einwände „immer geprüft und bewertet“ werden. Die Ergebnisse der nun kommenden Prüfungen, Gutachten und Planungen seien, wie in einem solchen Verfahren üblich, selbstverständlich für die Bürger einsehbar. Das Unternehmen werde auch weiterhin im Ortsrat Fragen beantworten. Zu den Baukosten, welche in der Expertise aus Hannover mit 140 Millionen Euro beziffert werden, macht Aldi keine Angaben.

Die Bürgerinitiative macht indes weiter mobil. Deren Verantwortliche, Doris Rojahn, kündigt für Anfang September eine Bürgerversammlung im Median-Hotel an. Der genaue Termin stehe aber noch nicht fest, sagt sie.