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Nachrichten Schulsozialarbeit: Noch keine Lösung in Sicht
Umland Lehrte Nachrichten Schulsozialarbeit: Noch keine Lösung in Sicht
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17:16 26.01.2017
Mehr als 100 Schüler hatten im November vor dem Rathaus für den Erhalt der Schulsozialarbeit demonstriert. Quelle: Katja Eggers (Archiv)
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Lehrte

Der Sprecher der Gruppe CDU/FDP/Piraten zeichnete im Schulausschuss ein düsteres Bild: "Die Schulsozialarbeit in Lehrte ist fast zusammengebrochen", resümierte Hans-Joachim Deneke-Jöhrens. Hintergrund der Misere ist, dass drei städtische Sozialarbeiter mit befristeten Stellen zugunsten unbefristeter gekündigt haben. Das Land hat zwar angekündigt, neue Stellen schaffen zu wollen, doch passiert ist bislang kaum etwas. "Deshalb müssen wir als Politik entscheiden, ob wir diese Lücke mit Stellen aus städtischen Mitteln finanzieren wollen." Auch Bodo Wiechmann, Sprecher der Koalition aus SPD, Grünen und Linken, bezeichnet den derzeitigen Stand der Schulsozialarbeit als nicht ausreichend für den Bedarf in Lehrte.

Kritik gab es zudem von Ratsherr Carsten Milde (Grüne). Es hätte Möglichkeiten gegeben, sich mit Pro Beruf eine Stelle zu teilen. "Warum wurde die Chance nicht genutzt, wir reden doch schon seit August darüber." Gegen die derzeitige Situation hatte der Stadtschülerrat bereits im November vor dem Rathaus demonstriert. Zurzeit fehlt eine Vollzeitstelle an der IGS Hämelerwald und eine 0,75-Prozent-Stelle an der Realschule. Die Hauptschule ist mit einer 0,75-Prozent-Stelle vom Land versorgt. Dass Stellen noch nicht besetzt sind, liege nicht an langatmigen Behördenvorgängen, resümiert der Erste Stadtrat Uwe Bee: "Der Markt für Sozialarbeiter ist prekär, wir suchen händeringend nach Bewerbern."

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Die Stadt hatte bis zum Sommer drei Stellen finanziert. Eine Vollzeitkraft in der Kernstadt und zwei Halbzeitkräfte im Schulzentrum Hämelerwald hatten dann gekündigt. Der verbliebene Sozialarbeiter ist derzeit am Schulzentrum Süd beschäftigt, soll aber ans Schulzentrum Mitte verlagert werden und dann für Gymnasium und Astrid-Lindgren-Grundschule zuständig sein. Dafür hatte es wiederum Kritik seitens der Schulen im Schulzentrum Süd gegeben. Inzwischen hat die Stadt sechs Bewerber zu einem Gespräch eingeladen, ist aber nur mit einer Halbtagskraft einig geworden. Wo diese eingesetzt werde, stehe noch nicht fest, sagt Fachdienstleiter Eckhard Otto.

Von Oliver Kühn