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22:57 06.06.2014
Von Renate Brämer
Claudia Schiele (hintere Reihe, von links), Ulrike Röpke, Markus und Sandra Dammering hoffen, dass sie für ihre Kinder Jan, (vordere Reihe, von links) Lorenz und Lea Celina noch eine Betreuungsmöglichkeit finden – am liebsten inder Ganztagsschule.
Claudia Schiele (hintere Reihe, von links), Ulrike Röpke, Markus und Sandra Dammering hoffen, dass sie für ihre Kinder Jan, (vordere Reihe, von links) Lorenz und Lea Celina noch eine Betreuungsmöglichkeit finden – am liebsten inder Ganztagsschule. Quelle: Renate Brämer
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Lehrte

Die Entscheidung des Schulvorstands der Ahltener Grundschule, den bereits beantragten Ganztagsbetrieb um ein Jahr zu vertagen, bereitet Ahltener Eltern drückende Sorgen. „Der Hort und auch Tagesmütter sind gnadenlos ausgebucht - wir wissen nicht, was wir machen sollen“, klagt Markus Dammering, Vater der sechsjährigen Lea Celina. Der 35-Jährige ist in Vollzeit im Logistikbereich beschäftigt, auch seine Frau Sandra arbeitet als Köchin ganztags. Müsse das Paar wegen des fehlenden Betreuungsangebots die Arbeitszeit reduzieren, wirke sich das erheblich auf das Familienbudget aus, sagt Dammering.

Auch Ulrike Schiele, deren Arbeitsplatz 30 Kilometer entfernt ist, müsste weniger arbeiten, um Sohn Jan nicht allein zu lassen. Sie hat sich ebenso auf die Einrichtung der Ganztagsschule verlassen wie Ulrike Röpke, deren gleichaltriger Sohn Lorenz ebenfalls eingeschult wird.

Den kleinen Hoffnungsschimmer der Eltern, dass die Ganztagspläne noch nicht völlig vom Tisch sind, stärkt Stadtsprecher Fabian Nolting: Nach der Ratssitzung am 25. Juni, aber noch vor der Sommerpause, werde es eine außerplanmäßige Schulausschusssitzung zur Situation in Ahlten geben. Erst nach dem Votum der Politiker werde die Stadt als offizielle Antragsstellerin entscheiden, ob dieser zurückgezogen werde. Gleichzeitig denke sie schon über einen Plan B nach. Komme der Ganztagsbetrieb nicht zustande, werde nach Isernhagener Vorbild eine Nachmittagsbetreuung in Kooperation mit der VHS angestrebt. Gespräche gebe es bereits. „Wir lassen die Eltern auf keinen Fall im Regen stehen“, beteuert Nolting.

Ahltens Ortsbürgermeister Jürgen Kelich sieht das auch so. Der Rückzieher des Schulvorstands, der mit mangelnder finanzieller Sicherheit begründet worden sei, sei nicht zu verstehen. Der Erlass zur künftigen Ausstattung durch das Land sei zudem noch nicht rechtskräftig.

„Seit 2009 gibt es in der Lehrter Politik den Konsens, jeder Schule, die den Ganztagsbetrieb will, das auch zu ermöglichen“ betonte Kelich. Im Haushalt seien für dieses Jahr bereits 20 000 Euro für das Vorhaben gesichert. Das sei aber nicht das Ende. „Der Haushalt für 2015 wird im Herbst gestrickt“.

Kommentar

Gut, dass die Stadt als Schulträgerin ohne Wenn und Aber die nötige Verlässlichkeit bieten will, die berufstätige Eltern brauchen. Die Ahltener haben sich darauf eingestellt, dass der geplante Ganztagsbetrieb der Grundschule die Betreuung ihrer Kinder sicherstellt. Dass der Schulvorstand drei Monate vor dem nächsten Einschulungstermin angekündigt hat, das Projekt um ein Jahr zu vertagen, hat die Eltern eiskalt erwischt. Mehr als zwei Dutzend Kinder, die im voll belegten Hort nicht mehr unterkommen, sind dringend auf eine Nachmittagsbetreuung angewiesen. Die beste Lösung wäre aber nicht Plan B in Kooperation mit der VHS, sondern die Ganztagsschule. Denn die wäre – entlastend für das Familienbudget – beitragsfrei.

Achim Gückel 04.06.2014
Jörn Kießler 04.06.2014