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Umland Lehrte Nachrichten Bedarf für Oberschule reicht aus
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16:36 23.11.2017
Die Schule am Riedweg in Hämelerwald: Wenn die IGS auszieht, soll sie zur Oberschule werden. Quelle: Achim Gückel
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Hämelerwald

 Eine der spannendsten Fragen zum Thema „Schulentwicklung in Lehrte“ ist beantwortet. Für eine neue Oberschule am Standort Riedweg in Hämelerwald dürfte es ausreichend viele Schüler geben. Das ist das Ergebnis einer Umfrage unter den Eltern aller aktuellen Erst- bis Viertklässler im Stadtgebiet sowie den Eltern aller Kinder im letzten Kitajahr.

Die vor einem Monat gestartete Umfrage war zwingend notwendig, um die Einrichtung der Oberschule überhaupt offiziell beantragen zu können. Sie wurde von insgesamt drei Informationsveranstaltungen flankiert, zu der laut Stadtverwaltung etwa 50 Eltern kamen. Jetzt liegt das Ergebnis der Umfrage vor. Von den versandten Fragebögen, auf denen die Eltern unverbindlich mitteilen sollten, ob sie grundsätzlich ihr Kind an einer Oberschule in Hämelerwald anmelden würden, kamen rund 40 Prozent zurück. In den fünf abgefragten Jahrgängen, die stadtweit zwischen 393 und 438 Kinder stark sind, kreuzten zwischen 47 und 59 das Feld mit dem „Ja“ an. Im Durchschnitt sind das 12,9 Prozent aller angefragten Eltern.

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Das bedeutet nach Ansicht der Stadtverwaltung, eine Oberschule in Hämelerwald wäre genehmigungsfähig. Denn laut Verordnung für die Schulorganisation muss eine Oberschule ohne gymnasiales Angebot mindestens 48 Schüler pro Jahrgang nachweisen. In den Ergebnissen der Umfrage bleibt nur der Einschulungsjahrgang 2018 mit 47 Kindern unter dieser Marke, alle anderen Jahrgänge bis 2022 liegen zum Teil deutlich darüber. Auch die Prognosen bis zum Einschulungsjahrgang 2027 ergeben ein positives Bild für die Oberschule, heißt es.

Die Stadt weist jedoch ausdrücklich darauf hin, dass die Elternbefragung auf rein freiwilliger Basis geschehen ist. Die Willensäußerung der Eltern sei nicht bindend für die tatsächliche Wahl der Schule.

Die Stadtverwaltung schlägt nun vor, den offiziellen Antrag auf Einrichtung einer Oberschule am Riedweg auf den Weg zu bringen. Diese soll auch gleich für den offenen Ganztagsbetrieb vorgesehen sein. Über diesen Vorschlag unterhält sich zunächst der Schulausschuss der Stadt in seiner Sitzung am Donnerstag, 30. November, ab 17 Uhr in der Städtischen Galerie an der Zuckerpassage in Lehrte. Schon am 6. Dezember soll dann der Rat der Stadt das letzte Wort haben.

Der Elternumfrage waren lange politische Kontroversen vorausgegangen. Während die Ratsopposition aus CDU, Piraten, FDP und AfD dafür votiert hatte, die IGS komplett in Hämelerwald zu konzentrieren, stimmte eine knappe Mehrheit aus SPD, Grünen und Die Linke für die vollständige Ansiedlung der IGS in Lehrte-Süd. Gleichzeitig setzte Rot-Rot-Grün im September durch, man möge den Bedarf für eine Oberschule in Hämelerwald abfragen. Zurzeit sind im Schulzentrum am Riedweg noch die unteren Jahrgänge der IGS untergebracht. Sie sollen nach Lehrte-Süd umziehen, wo bereits die IGS-Oberstufe beheimatet ist.

Der überwiegende Teil aller Eltern, die ein „Ja“ zu Oberschule geäußert haben, stammt laut Mitteilung der Stadt aus Arpke, Hämelerwald, Immensen und Sievershausen. Aber auch etwa 40 Eltern aus anderen Teilen der Stadt bevorzugten die Oberschule.

Bis zur Ratssitzung am 6. Dezember sollen nun noch der Stadtelternrat und der Stadtschülerrat Stellungnahmen zu dem Thema abgeben. Um der geplaten Oberschule in Hämelerwald in ihrer Anfangszeit einen finanziellen Spielraum zu geben, sollen im Haushalt für kommendes Jahr 30.000 Euro sowie für 2019 noch einmal 75.000 Euro eingestellt werden, schlägt die Verwaltung vor.

Von Achim Gückel