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Umland Lehrte Nachrichten Flüchtlingsquote: Lehrte ächzt
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17:42 05.11.2015
Von Achim Gückel
Wohncontainer an der Manskestraße: Bürgermeister Klaus Sidortschuk erläutert in der Alten Schlosserei, was die Stadt vorhat. Quelle: Achim Gückel
Lehrte

Michael Großmann ist Fachbereichsleiter für Bürgerservice bei der Stadtverwaltung und damit auch für die Unterbringung der Flüchtlinge in Lehrte zuständig. In der Sitzung des Sozialausschusses am Mittwochabend malte er ein dramatisches Bild. Die aktuelle Aufnahmequote für Lehrte betrage 260 Flüchtlinge. Diese gelte bis Ende Januar. Allein für die nächsten Tage seien 28 Menschen angekündigt. Danach verfüge die Stadt nur noch über vier freie Plätze. Trotzdem werde Lehrte seinen Verpflichtungen bis Ende Januar wohl „mit Ach und Krach“ nachkommen können, sagte Großmann.

Dabei helfen werden zwei neue Sammelunterkünfte: zweistöckige Wohncontainer auf dem ehemaligen Stadtwerke-Parkplatz an der Manskestraße (60 Plätze) sowie die neue Obdachlosenunterkunft an der Nordstraße (50 Plätze). Während die Container, welche die Stadt gebraucht gekauft hat, schon in der zweiten Novemberhälfte geliefert und Mitte Dezember bezugsfertig sein sollen, steht der Termin für die Fertigstellung des Neubaus an der Nordstraße nicht genau fest.

Schwierig dürfte es ab Februar werden. Dann soll nach Ankündigung des Innenministeriums eine neue Zuweisungsquote gelten. Und diese treibt den Verantwortlichen im Lehrter Rathaus Sorgenfalten ins Gesicht: rund 500 weitere Flüchtlinge bis August 2016.

Nach wie vor sei man auf Mietangebote aus dem freien Wohnungsmarkt angewiesen, betonte Großmann in der Sitzung: „Aber allein über Mietlösungen wird es nicht klappen. Wir schauen uns alles an, was möglich ist, denken in alle Richtungen.“

Am Dienstagabend, während einer Anwohnerversammlung zum Thema Flüchtlinge in der Alten Schlosserei, sagte Bürgermeister Klaus Sidortschuk, dass eine Unterbringung in Zelten und Turnhallen bisher nicht ins Auge gefasst wurde. Gleichwohl habe die Stadt für Notsituationen schon 100 Feldbetten angeschafft. Derartige Vorbereitungen treffe derzeit aber jede Kommune.

Flüchtlinge: Viel Lob für Lehrte

Große Vorbehalte gegenüber den zweistöckigen Wohncontainern an äußerst prominenter Stelle scheint es bei den Lehrtern nicht zu geben. Rund 30 Bürger, die im Bereich der Manskestraße wohnen oder dort eine Firma haben, erschienen zu der Versammlung in der Alten Schlosserei. Es gab nur wenige Nachfragen, darüber hinaus aber viel Positives über den Betrieb der vor zwei Monaten in Betrieb gegangenen Sammelunterkunft auf dem früheren Stadtwerkegelände zu hören.

Rund 70 Flüchtlinge, sie stammen ausschließlich aus dem Sudan, wohnen bereits dort. Wenn die Container stehen, wird die Zahl der an der Manskestraße untergebrachten Menschen auf 120 steigen.

Bürgermeister Klaus Sidortschuk betonte in der Versammlung, dass man die Unterbringung von Asylsuchenden in Containern eigentlich hatte vermeiden wollen, die Stadt jetzt aber angesichts der hohen Zuweisungsquoten nicht mehr herum komme. Er redete von der „bisherigen ultima ratio“.

Gabriele Schuppe sprach indes von einer „ruhigen und besonderen“ Atmosphäre an der Manskestraße. Sie ist Fachbereichsleiterin bei der AWO, welche die Sammelunterkunft betreut. Die Flüchtlinge seien „im Stadtbild angekommen“ sagte Schuppe und sprach ein Lob an Lehrte aus: „Es ist fantastisch und vorbildlich, wie die Aufnahme der Menschen hier läuft.“ Dazu trage auch sehr viel ehrenamtliche Unterstützung bei.

Schuppe bekam lauten Applaus für ihre Darstellungen. Auch einige Gäste zeichneten ein positives Bild. Eine Dame sprach von einem „positiven Eindruck“ und „einem Lächeln“, dass man stets von den Flüchtlingen zurückbekomme.

Sorgen gibt es trotzdem: Eine Besucherin des Infoabends sprach von „Feuerteufeln“, die möglicherweise die Sammelunterkunft als Ziel für einen Brandanschlag ausmachen könnten. Ein anderer Gast äußerte Befürchtungen, dass möglicherweise Jugendliche, die sich auf dem Hof der Albert-Schweitzer-Schule treffen und Alkohol trinken, die nahe Sammelunterkunft attackieren könnten.

Ulrich Bode, Chef des Lehrter Polizeikommissariats, schätzte diese Gefahren als sehr gering ein. Die Polizei kümmere sich regelmäßig um die Flüchtlingsunterkunft – aber nicht etwa, weil es dort Straftaten gebe, sondern um den Menschen ein Sicherheitsgefühl zu vermitteln.

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