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Nachrichten Kanzelrede über das Soziale am Wohnungsmarkt
Umland Lehrte Nachrichten Kanzelrede über das Soziale am Wohnungsmarkt
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00:23 08.03.2018
Frank Wersebe betont die soziale Frage im Wohnungsbau in Lehrte Quelle: Michael Schütz
Lehrte

Das Thema Wohnen ist nicht  nur in Lehrte zurzeit ein viel diskutiertes. Grund genug also für die Matthäusgemeinde, einen Experten dazu einzuladen. Mit Frank Wersebe, Geschäftsführer der Lehrter Wohnungsbaugesellschaft (LWB), setzte am Sonntagabend jemand die Reihe der Kanzelrede in der Matthäuskirche fort, dem das Thema Wohnen schon beruflich ein tägliches Anliegen ist. Gleich zu Beginn der Begrüßung legte Pastorin Beate Gärtner jedoch die Latte ein bisschen höher für den Gast. Noch bevor Wersebe ans Mikrofon trat, nahm sie einen Satz aus seinem Manuskript auf, dass es in Lehrte Wohnungen für kleines Geld gebe. „Eine steile These in Zeiten, in denen Wohnraum zunehmend knapp und teuer wird“, befand die Geistliche ein wenig provokant.

Wersebe sah sich nicht in dieser Spirale, denn die zu 85 Prozent städtische LWB sei 1960 gegründet worden, um „Wohnraum für breite Bevölkerungsschichten zu wirtschaftlich vertretbaren Bedingungen zu schaffen“, zitierte er aus der Satzung: „Übersetzt heißt das: bezahlbarer Wohnraum.“ Und das sei bei der LWB gewährleistet. „Das Kalt-Mietniveau liegt bei uns bei 5,77 Euro pro Quadratmeter“, rechnete er vor. Das liege unter dem Mietspiegel. Die LWB biete Wohnraum für Einkommensschwache, Flüchtlinge, aber auch für das gut situierte Akademikerpaar.

Die soziale Verantwortung spiele eine große Rolle, erklärte Wersebe. Im Gegensatz zu anderen Vermietern seien Menschen mit über 80 Jahren für die LWB willkommene Neumieter. Und dem einen oder anderen Obdachlosen werde schon mal an der Warteschlange vorbei eine Wohnung angeboten. Zudem denke die Stadt nicht an einen möglicherweise lukrativen Verkauf der Gesellschaft nach, wie es etwa die Städte Berlin oder Wilhelmshaven getan hätten. „Die Lehrter Wohnungsbau stellt ein wichtiges Korrektiv am Markt dar“, sagte Wersebe: „Wir laufen nicht einer möglichen Rendite hinterher.“ Aber Rendite solle man seiner Meinung nach auch „nicht verteufeln“. Sie sei Antreiber zum Bau neuer Wohnungen und zur Modernisierung.

Die anschließende Fragerunde drehte sich stark um konkrete Belange von Mietern, etwa nach einer geplanten Mieterhöhung. Aber auch der Abriss der Stadtwerke-Verwaltungsvillen an der Manskestraße, wo neue Wohnungen entstehen sollen, kam zur Sprache. Wersebe verteidigte den Abriss der Gebäude, deren Modernisierungen zu teuer sei. Der Erhalt der Villen würde zudem bedeuten, dass rund 40 Wohnungen weniger gebaut werden könnten.

Wersebe war nicht nur mit seinem Manuskript gekommen. Am Ende seiner Rede überreichte er im Namen der LWB der Matthäusgemeinde einen Scheck über 1000 Euro.

Von Michael Schütz

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