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Umland Lehrte Nachrichten Stadt: Umbau von Lehrter Freibad einzige Alternative
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00:43 06.05.2018
Betriebsleiter Thilo Schumacher (links) und Geschäftsführer Eckhard Otto werben für einen Besuch im Hallenbad.
Betriebsleiter Thilo Schumacher (links) und Geschäftsführer Eckhard Otto werben für einen Besuch im Hallenbad. Quelle: Oliver Kühn
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Lehrte

 Nach der Ankündigung von Bürgermeister Klaus Sidortschuk, dass das 50-Meter-Schwimmerbecken im Freibad in dieser Saison nur drei Wochen geöffnet sein wird, gab es einen Aufschrei in der Öffentlichkeit. Nun hat die Stadt noch einmal detailliert ihre Gründe dargelegt, warum in Sommer stattdessen das Hallenbad geöffnet wird – und dazu Zahlen präsentiert. „Es ist in diesem Jahr erstmal nur ein Test, ob wir so mehr Menschen ins Bad bekommen“, sagt Eckhard Otto, Geschäftsführer der Lehrter Bädergesellschaft. Denn der Zuschuss der Stadt für das Frei- und Hallenbad sowie das Waldbad Arpke betrage rund 1,2 Millionen Euro. „Aber wenn es nicht funktioniert, machen wir es wieder rückgängig.“ Eine Alternative gebe es nicht – nur ein millionenschwerer Komplettumbau würde den gleichzeitigen Betrieb der beiden Schwimmerbecken ermöglichen.

Betriebsleiter Thilo Schumacher machte mit Zahlen deutlich, warum aus Sicht der Stadt etwas passieren müsse. So habe man 2015 noch rund 46 000 Besucher gezählt, im vergangenen Jahr waren es nur noch gut 32 000 – dabei habe es nur drei „gute Tage“ gegeben, das heißt Tage mit mindestens 1000 Besuchern. „Vor 20 Jahren hatten wir manchmal bis zu 6000 Besucher im Bad“, verdeutlicht Schumacher. „Das gibt es aber schon lange nicht mehr.“ In den vergangenen drei Jahren habe es überhaupt nur einen „tollen Tag“ mit 2600 Besuchern gegeben.

Gründe dafür seien das veränderte Freizeitverhalten und ein hoher Anspruch ans Wetter. Es müsse schon drei Tage schön sein, bevor die Lehrter ins Freibad kämen, hat Otto beobachtet. Ein weiteres Problem seien die Wetter-Apps. Wenn diese etwa nur eine Gewitterneigung anzeigten, blieben die Leute fern. Dagegen wisse er aus Erfahrung, dass es auch viele Lehrter gebe, die nur im Hallenbad ihre Runden drehen wollten.

Ein weiterer Grund für die Entscheidung ist die inzwischen 30 Jahre alte Technik, die sowohl für das Schwimmerbecken im Frei- wie auch im Hallenbad genutzt wird. Diese könne immer nur jeweils eine Einrichtung versorgen, das Freibad im Sommer, das Hallenbad im Winter. „Beide zusammen schaffen Filteranlage und Heizung nicht“, betont Otto. Lediglich das Nichtschwimmerbecken habe eine eigene Filteranlage. Das Schwimmerbecken sich selbst aufwärmen zu lassen wie bei einem Naturbad sei auch keine Option, sagt Schumacher. „Eine Filteranlage bräuchten wir laut Auflagen des Gesundheitsamtes trotzdem.“ 

Deshalb habe sich die Bädergesellschaft als städtische Tochter für eine „Zwitterlösung“ entschieden: „Wir müssen uns jetzt ansehen, ob das Sinn macht“, erklärt Otto. Schon vor der Entscheidung gekaufte Jahreskarten können aber nicht zurückgegeben werden. „Das wäre nur möglich, wenn das Bad etwa geschlossen würde“, sagt Schumacher. Die Nutzer könnten ja sowohl im Frei- wie im Hallenbad oder im Waldbad schwimmen.

Öffnungszeiten:

Das Schwimmerbecken im Freibad ist nur vom 19. Mai bis 10. Juni geöffnet, das Nichtschwimmerbecken und Planschbecken vom 11. Juni bis 2. September. Im Hallenbad kann vom 13. Juni bis 2. September montags von 10 bis 18 Uhr, dienstags bis freitags von 7 bis 11 Uhr und 13 bis 18 Uhr sowie sonnabends und sonntags von 10 bis 18 Uhr im Schwimmer- und Sprungbecken gebadet werden.

Von Oliver Kühn