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Umland Lehrte Nachrichten Schwarze und blaue Säcke bleiben wieder liegen 
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00:55 15.04.2018
Streik und keine Ersatzabfuhr: Die Restmüllsäcke und die blauen Papiermüllsäcke werden auch an der Burgdorfer Straße liegen bleiben. Das sorgt in Lehrte bei vielen Bürgern für Verärgerung. Quelle: Katja Eggers
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Lehrte

Viele Lehrter sind verärgert. Der zweite Warnstreik im Tarifkonflikt, zu dem die Gewerkschaft Verdi für diesen Donnerstag aufgerufen hat, betrifft erneut auch die Müllabfuhr in Lehrte – und damit die Abfuhr der Rest- und der Papiermüllsäcke. Schon beim ersten Warnstreik vor mehreren Wochen war das so, und einen Ersatztag für die Abfuhr gab es damals ebensowenig wie in dieser Woche. Mancher Lehrter hat seine schwarzen und blauen Säcke trotz des Streiks und möglicherweise aus Unkenntnis an den Straßenrand gestellt. Andere Bürger ärgern sich über den Anblick und darüber, dass der stinkende Müll nun wieder für lange Zeit am Straßenrand liegen dürfte. 

„Es gibt massive Klagen, dass es wieder keine Ersatzabfuhr gibt“, sagt Fabian Nolting, Pressesprecher der Stadtverwaltung. Dass der Warnstreik wieder auf einen Donnerstag fällt, in dem Lehrte zur Abfuhr dran ist, sei „mindestens unglücklich“. Selbst Bürgermeister Klaus Sidortschuk sagt, dass er das Unverständnis der Bürger über die auch an den nächsten Tagen ausbleibende Abfuhr der Restmüllsäcke nachvollziehen kann.

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Immerhin scheinen am zweiten Warnstreik-Donnerstag nicht so viele schwarze und blaue Säcke an Lehrter Straßenrändern zu liegen wie noch beim ersten. Frühzeitige Aufrufe, den Müll drinnen zu lassen, hätten wohl gefruchtet, heißt es aus dem Rathaus. Nach dem ersten Warnstreik hatten insbesondere im Bereich der Burgdorfer Straße Berge von Säcken tagelang auf den Gehsteigen gelegen. Teils waren sie aufgerissen, hatte der Unrat Ratten und Ungeziefer angelockt. Darüber waren viele Anwohner erzürnt. Und jene Lehrter, die ihren Rest- und Papiermüll jetzt an die Straße gestellt haben, bittet Nolting, die Säcke wieder in Haus, Keller oder Schuppen zu holen.

Vom Verdi-Warnstreik sind am Donnerstag auch die städtischen Kindergärten in Lehrte massiv betroffen gewesen. In jenen in Aligse, am Hohnhorstweg in der Kernstadt sowie am Saturnring und den Maschwiesen in Ahlten fiel laut Nolting der Betrieb komplett aus. Am Drosselweg arbeitete nur die Krippe im Normalbetrieb. In allen anderen acht Kitas der Stadt gab es Notgruppen. Unter den Eltern hielt sich die Verärgerung aber offenbar in Grenzen. Protestanrufe habe es bei ihm nicht gegeben, betont Nolting. Offenbar hatten sich viele Eltern mit dem mehrere Tage zuvor angekündigten Warnstreik arrangiert und ihre Kinder anderweitig untergebracht.

Von Achim Gückel