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Nachrichten Entscheidung über die Lehrter Schulkita ist vertagt
Umland Lehrte Nachrichten Entscheidung über die Lehrter Schulkita ist vertagt
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15:49 12.02.2018
Verabschiedet sich Lehrte endgültig vom Konzept Schulkindergarten? Quelle: Archiv
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Lehrte

 Seit knapp einem Jahr ist die Frage offen: Gibt Lehrte seinen Schulkindergarten endgültig auf, oder belebt die Stadt ihn neu? Auch die jüngste Sitzung des Schulausschusses hat keine Antwort gebracht. Nach eindringlichen Worten von Schulleitern, die den Wert eines Schulkindergartens hervorstrichen, vertagten die Kommunalpolitiker eine Entscheidung. Sie forderten die Verwaltung vielmehr auf, nach Alternativen zu dem früheren Schulkindergarten der Schule An der Masch zu suchen. Dabei soll es eine enge Zusammenarbeit mit den Schulleitungen geben. Die Verwaltung hatte zuvor noch den Vorschlag gemacht, den Schulkindergarten aufzulösen.

In einen Schulkindergarten gehen solche Jungen und Mädchen, die eigentlich schon die erste Klasse der Grundschule besuchen müssten, dafür aber noch nicht reif sind. Die Schul-Kita soll den Kindern dabei helfen, ihre Defizite im motorischen und sprachlichen Bereich aufzuholen und orientiert sich dabei an einem normalen zeitlichen Schulalltag. Häufig treten bei den Kindern auch eine Vielzahl von Störungen im sozial-emotionalen Bereich auf, die es gilt vor dem Eintritt in die Schule abzumildern.

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Zuletzt hatten 19 Kinder diese Förderung im Schulkindergarten der Grundschule An der Masch erhalten, welcher sich neben der St.-Bernward-Grundschule befand. Schulleiterin Heike Haarstrich hatte jedoch im März 2017 darum gebeten, die Einrichtung aufzulösen. Aufgrund der räumlichen und personellen Lage könne man den Aufgaben eines Schulkindergartens nicht mehr gerecht werden, argumentierte sie. Auch Lehrter Kommunalpolitiker sprachen von unhaltbaren Zuständen und folgten Haarstrichs Bitte.

Im Sommer 2017 stellte der Schulkindergarten der Grundschule An der Masch seine Arbeit ein. Die betroffenen Kinder besuchen nun reguläre Kindergärten. Doch offiziell aufgelöst ist die Einrichtung noch nicht. Und wenn es nach dem Willen von Beate Forgber, Rektorin der Albert-Schweitzer-Grundschule, sowie anderen Schulleitungen geht, soll es auch unbedingt weiterhin das Angebot eines Schulkindergartens in Lehrte geben.

Forgber sitzt als Beigeordnete im Schulausschuss und lieferte in der jüngsten Sitzung des Gremiums ein Plädoyer für die Einrichtung. Die Kapazitäten, die betreffenden Kinder adäquat zu fördern seien in regulären Kindergärten sehr eingeschränkt, sagte sie. Ein Schulkindergarten biete hingegen die Chance, den Kindern eine bessere Grundlage für den Einstieg in die Schule zu ermöglichen und Schulkarrieren von vornherein hoffnungsvoller zu gestalten. „Bitte sparen Sie in dem Bereich nicht“, appellierte Forgber an die Kommunalpolitiker und brachte auch gleich alternative Ideen zum Schulkindergarten An der Masch vor. Sie könne sich zwei solche Einrichtungen in ihrer Schule sowie der Grundschule Süd vorstellen, sagte Forgber. An der Albert-Schweitzer-Schule gebe es sogar bereits zwei Kolleginnen, die in einem Schulkindergarten arbeiten wollten. Als Standort für die Einrichungen kämen Horträume in Betracht, sagte Forgber.

Einige Kommunalpolitiker äußerten Bedenken gegen die Idee der Schulleiterin. Etwa Sozialdemokratin Maren Thomschke, die Probleme bei räumlicher und finanzieller Ausgestaltung von zwei Schulkindergärten befürchtet und diese Einrichtungen als „keine sinnvolle Variante“ bezeichnete. Heike Koehler und Reneé Michel Friedrich (beide CDU) unterstützten indes Forgbers Idee. „Wir haben den Schulkindergarten ja nicht ohne Sinn betrieben“, sagte Friedrich und regte an, die Räume dafür in die aktuellen Überlegungen zur Entwicklung der Schullandschaft zu berücksichtigen.

Lehrtes Erster Stadtrat Uwe Bee betonte indes, die Stadt habe zurzeit nur die Genehmigung für einen, nicht aber für zwei Schulkindergärten. Jener der Grundschule An der Masch müsse auch erst einmal aufgelöst, mögliche neue dann auch neu beantragt werden.

Von Achim Gückel