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Nachrichten Megahub: Ahlten befürchtet den Kollaps
Umland Lehrte Nachrichten Megahub: Ahlten befürchtet den Kollaps
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18:57 28.03.2014
Von Achim Gückel
Symbolbild: Die Megahub-Pläne sorgen weiterhin für Zündstoff.
Symbolbild: Die Megahub-Pläne sorgen weiterhin für Zündstoff. Quelle: Eike Brunhöber
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Lehrte

Die Ahltener CDU spricht von einer „häppchenweisen Preisgabe der vermeintlichen Wahrheit“. Die örtliche SPD-Abteilung bezweifelt die Rechtmäßigkeit des Planfeststellungsbeschlusses für den Megahub, der östlich der Ortschaft entstehen soll. Und solange Zweifel bestünden, dürfe mit dem Bau des riesigen Containerumschlagplatzes der Bahn nicht begonnen werden, meinen die Sozialdemokraten. Der Ärger der Ahltener entzündet sich an den unlängst bekannt gewordenen Zahlen zur maximalen Kapazität des Megahub. Bei voller Auslastung und im sogenannten Endausbau mit sechs Portalkränen soll die Anlage pro Jahr 345.000 Einheiten umschlagen können, hatte die Bahn-Tochter DB ProjektBau auf eine Anfrage des Lehrter Bürgermeisters Klaus Sidortschuk geantwortet. Bisher hatte die Bahn in öffentlichen Veranstaltungen deutlich niedrigere Zahlen (135.000 Einheiten pro Jahr) genannt.

Diese Informationspolitik sei „in keinster Weise akzeptabel“, schreibt Ahltens CDU nun in einer Mitteilung. Bahnvertreter hätten bisher auf Fragen zur Kapazität des Megahub „offenbar wissentlich falsch“ geantwortet. „Wir werden den Verdacht nicht los, dass die Bahn das Transportaufkommen bewusst niedrig beziffert, um nicht für entsprechenden Lärmschutz zu sorgen“, meint der Sprecher der CDU-Ortsratsfraktion Michael Wolbers. Und Ortsbürgermeister Jürgen Kelich (CDU) sagt, die Bahn „hätte gut daran getan, mehr auf die Sorgen der Bürger einzugehen“. Mit den erhöhten Umschlagzahlen beim Megahub gehe auch eine Verdreifachung des bislang prognostizierten Lastverkehrs einher, meint die CDU. Da die Straßen rings um Ahlten schon jetzt stark belastet seien, drohe ein Kollaps. Ahltens SPD haut in dieselbe Kerbe. Bisherige schall- und verkehrstechnische Gutachten seien „unverzüglich auf Grundlage der neuen Zahlen zu aktualisieren und der Öffentlichkeit bekannt zu machen“, meint sie. Und auch nach Auffassung der Ahltener CDU geht kein Weg an erneuten öffentlichen Beratungen vorbei.

Renate Brämer 28.03.2014
Achim Gückel 28.03.2014