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Nachrichten Megahub: Sidortschuk relativiert Vorwürfe
Umland Lehrte Nachrichten Megahub: Sidortschuk relativiert Vorwürfe
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19:57 29.04.2014
Von Thomas Böger
Foto: Das Gleisfeld zwischen Lehrte und Ahlten: Hier soll der Megahub entstehen.
Das Gleisfeld zwischen Lehrte und Ahlten: Hier soll der Megahub entstehen. Quelle: Gückel
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Lehrte

Nach einer Informationsveranstaltung im März hatte die Stadt noch einmal bei der DB-ProjektBau nach der Kapazität der geplanten Anlage gefragt. In der Antwort wurde ein Umschlag von insgesamt bis zu 345 000 Ladeeinheiten jährlich genannt. Darauf reagierten Sidortschuk und andere Lokalpolitiker mit Empörung: Bisher seien „bei allen Veranstaltungen und Arbeitsgesprächen immer niedrigere Zahlen kommuniziert worden“ - nur 130 000 Einheiten, hieß es in einer Pressemitteilung der Stadt. Es sei absolut inakzeptabel, die höheren Zahlen „der Öffentlichkeit und auch den Gremien der Stadt vorzuenthalten“, klagte Sidortschuk damals. Er hatte deshalb sogar die Rechtmäßigkeit des Planfeststellungsbeschlusses angezweifelt .

Davon ist nun keine Rede mehr. Die vermeintlich erst seinerzeit bekannt gewordene Gesamtkapazität sei bereits in einer Anlage zum Planfeststellungsbeschluss von 2005 enthalten gewesen, räumt der Bürgermeister jetzt ein. In den Veranstaltungen - unter anderem einer Bauausschusssitzung - habe die Bahn jedoch immer nur niedrigere Zahlen genannt, weil bisher nur die Hälfte der möglichen sechs Portalkräne finanziell abgesichert seien. Und vom jeweils anwesenden Rathauspersonal habe „wohl niemand die richtige Zahl parat gehabt“, sagt Sidortschuk.

Kommentar

Da hat wohl jemand nicht aufgepasst: Die Stadtverwaltung kannte die Gesamtkapazität der Megahub-Anlage seit vielen Jahren – oder hätte sie zumindest kennen können. Stattdessen hat der Bürgermeister der DB ein falsches Spiel vorgeworfen und muss jetzt zurückrudern, weil er nicht genau genug hingeguckt hat. Das ist schon peinlich. Die Bahn hätte allerdings auch offener agieren und in allen Sitzungen darauf hinweisen können, dass sich die von ihr genannten Zahlen nur auf den bereits finanziell abgesicherten Teil der Anlage beziehen und sich bei voller Auslastung durchaus mehr als verdoppeln könnten. Sich gegenüber Transparenz einfordernden Bürgern auf Formalien zurückzuziehen, ist ebenfalls peinlich. Thomas Böger

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