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Nachrichten Megahub verzögert sich um zwei Jahre
Umland Lehrte Nachrichten Megahub verzögert sich um zwei Jahre
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22:14 30.10.2014
Für das Projekt ausgewählt worden war Lehrte einst seiner guten Verkehrsanbindung. Als Eisenbahnknotenpunkt ist Lehrte für die Verladung von Gütern von Eisenbahn zu Eisenbahn prädestiniert. Quelle: Achim Gückel
Lehrte

Eines der größten Infrastrukturprojekte der Region liegt weiter auf Eis. Der sogenannte Megahub, ein riesiges Containerterminal der Deutschen Bahn, das in Lehrte entstehen soll, wird deutlich später fertig als gedacht. Statt für Ende 2016, wie zuletzt geplant, avisiert die Bahn die Fertigstellung des gigantischen Containerumschlagplatzes jetzt für frühestens Ende 2018. Die Verschiebung des 100-Millionen-Euro-Prokjektes ist nicht die erste in der Geschichte der Planungen. Ursprünglich hatte der Megahub zur Expo 2000 fertig sein sollen. Eine offizielle Stellungnahme gab das Unternehmen dazu gestern nicht ab.

Der Megahub soll dazu dienen, Container umzuschlagen, die per Bahn von deutschen Seehäfen ins Binnenland transportiert werden. Wenn die Anlage voll ausgebaut ist, sollen das bis zu 345 000 Behälter pro Jahr sein. Während die Planung der Anlage stockt, baut die Bahn derweil weiterhin an den Zufahrtsstraßen für den Megahub. Dass das Projekt komplett abgebrochen werden könnte, gilt daher als ausgeschlossen.

Die jüngste Verzögerung des Projektes ist auf Einwände der Stadt Lehrte gegen veränderte Planungen der Bahn zurückzuführen. Weil das Megaprojekt durch mehr Verkehr und Lärm auch die Stadt in Mitleidenschaft zieht, bittet man sich im Rathaus entsprechenden Schutz für die Bürger aus. Zuletzt wandte sich Lehrtes Bürgermeister Klaus Sidortschuk an das Eisenbahnbundesamt, weil die Bahn die Zahl der Züge, die den Megahub anfahren sollten, kurzfristig nach oben korrigiert, aber den Lärmschutz für betroffene Bürger etwa im Ortsteil Ahlten nicht neu berechnet hatte. Dort haben die Anwohner beispielsweise Anspruch auf sogenannte passive Schallschutzmaßnahmen, etwa speziell gedämmte Fenster. Diesem Protest entsprach die Behörde nun – und beschied, dass neue Lärmberechnungen und eine neuerliche Beteiligung der Bevölkerung notwendig sind.

Für das Projekt ausgewählt worden war Lehrte einst wegen der beinahe beispiellosen Verkehrsanbindung der Stadt. Als Eisenbahnknotenpunkt ist Lehrte für die Verladung von Gütern von Eisenbahn zu Eisenbahn prädestiniert, seine Lage an den Autobahnen 2 und 7 sorgt dafür, dass auch der Weitertransport per Lastwagen vergleichsweise unkompliziert vonstatten gehen kann.

Erste Konzepte für den Megahub hatte das Bundesverkehrsministerium Mitte der neunziger Jahre in Auftrag gegeben. Konkret wurde die Planung des Containerumschlagplatzes mit der sogenannten Planfeststellung 2005. Unsicherheit gab es indes jahrelang um die Finanzierung des Megahub.

Lehrtes Bürgermeister Klaus Sidortschuk zeigte sich gestern zufrieden mit dem weiteren Aufschub durch die Bahn. Es sei Sache des Stadtoberhaupts, „die Sorgen der Menschen zu transportieren“, sagte er.
In der Region verspricht man sich von dem Projekt einen enormen Schub, nicht nur durch die Schaffung von 50 bis 100 Arbeitsplätzen. Wie viele es am Ende sein werden, hängt von der endgültigen technischen Ausgestaltung des Megahub, etwa vom Grad der Automatisierung, ab.

von Achim Gückel

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