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Umland Lehrte Nachrichten Seger: Aldi-Logistikzentrum wird monströs
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14:40 04.01.2017
So sehen die vorläufigen Pläne für das Aldi-Logistikzentrum südwestlich von Aligse aus. Das Unternehmen betont aber, dass sich noch Änderungen ergeben können.
So sehen die vorläufigen Pläne für das Aldi-Logistikzentrum südwestlich von Aligse aus. Das Unternehmen betont aber, dass sich noch Änderungen ergeben können. Quelle: privat
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Aligse

Eine Planfläche von 170.000 Quadratmetern, 80 Prozent davon versiegelt. Eine Halle, die in ihrer ersten Ausbaustufe 33.900 Quadratmeter bedecken wird. Und ein Grünstreifen auf der dem Dorf zugewandten Seite, der höchstens 15 Meter breit werden soll. Das sind einige der Eckpunkte für das Aldi-Logistikzentrum, dass ab 2018 zwischen dem südwestlichen Ortsrand und dem Zubringer zur Autobahn 2 entstehen soll.

Diese enormen Ausmaße bereiten den Aligsern Sorgen. Ortsbürgermeister Frank Seger (SPD) schreibt jetzt in einer Mitteilung von "bis heute noch nicht absehbaren Folgen für die gesamte dörfliche Lebensqualität". Das Logistikzentrum werde die westliche Aligser Feldmark mit seinen Biotopwerten und seiner Bedeutung für die Naherholung buchstäblich unter sich begraben. Man müsse all dieses jetzt "pointiert benennen", weil es sich für das Dorf um eine "ernste Sache" und ein "Hammerthema" handele.

Seger betont daher, dass die Beibehaltung des laut Flächennutzungsplan vorgesehenen Grünstreifens von 35 Metern im Norden der Fläche "allenfalls eine selbstverständliche Minimalforderung" sei. Es sei erstaunlich und unzumutbar, dass Aldi diesen Grünstreifen auf maximal 15 Meter Breite stutzen wolle.

Kurz vor Weihnachten hatten Vertreter des Unternehmens sowie ein Planer im Ortsrat die vorläufigen Zeichnungen für das Logistiklager vorgestellt. Dabei hatten sie betont, dass der Großteil der Parkplätze und des Lastwagenverkehrs südlich und westlich des Neubaus abgewickelt werde - also auf der dem Ort abgewandten Seite. 15 später zu bauende Anlieferungsplätze an Anbauten auf der Nordseite waren in den Zeichnungen aber ebenfalls zu sehen.

Das wiederum macht insbesondere Ortsratsmitglied Lutz Fette (SPD) große Sorgen. Die Aligser müssten sich klar darüber werden, was an der Nordseite des Logistikzentrums passieren wird, schreibt er in einer persönlichen Stellungnahme. Die Lastwagen würden, von Süden kommend, um die Hallen herum auf die dem Dorf zugewandte Seite fahren. Das nennt Fette wegen der Lärmbelastungen "unzumutbar".

"Für die Aligser sind neben den bestehenden Belastungen durch Autobahn und Bahntrasse weitere Belastungen durch vermehrten Schwerlastverkehr und Gewerbelärm zu befürchten", meint Fette, der die Verkleinerung des Grünstreifens ebenfalls kritisiert.

Fette betont außerdem, dass das geplante Aldi-Logistiklager "die Ansicht nach Aligse und von Aligse in Richtung Süden nachhaltig verändern wird". Mit seinen 33.900 Quadratmetern im ersten Bauabschnitt wird es bereits die Größe von nahezu fünf Fußballfeldern haben. Geplant sind mehrere Erweiterungsstufen bis zu einer Gesamtgröße von rund 60.000 Quadratmetern.

Ein für Aldi tätiger Planer hatte im Ortsrat die Anzahl der vom neuen Logistikzentrum verursachten Fahrzeugbewegungen auf insgesamt 650 taxiert. 400 davon seien An- und Abfahrt von Lastwagen. Diese würden aber nahezu vollständig über eine Anbindung des Logistiklagers auf den Autobahnzubringer abgewickelt, also auf der von Aligse abgewandten Seite der riesigen Halle. Dort seien auch die Parkplätze sowie die weit überwiegende Zahl der Ladetore für die Lastwagen vorgesehen.

Von Achim Gückel