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Umland Lehrte Nachrichten Polizeikommissariat verzeichnet weniger Straftaten
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00:37 06.04.2018
Weniger Straftaten, mehr Autoaufbrüche: Kommissariatsleiterin Ina Nentwig und Ermittlungschef Mario Mantei legen die Kriminalstatistik für 2017 vor. Quelle: Achim Gückel
Lehrte/Sehnde

 Weniger Straftaten, eine leicht gestiegene Quote von geklärten Fällen, aber ein deutlicher Anstieg von Autoaufbrüchen samt Diebstahl: Auf diesen kurzen Nenner bringt das Polizeikommissariat Lehrte, das auch für Sehnde zuständig ist, seine Kriminalstatistik für das Jahr 2017. Kommissariatsleiterin Ina Nentwig und Mario Mantei, Chef des Ermittlungsdienstes, haben das umfangreiche Zahlenwerk jetzt vorgestellt.

Exakt 4625 Straftaten hat die Polizei in Lehrte im abgelaufenen Jahr registriert. Das sind knapp fünf Prozent weniger als 2016, das mit 4846 Straftaten ein Rekordjahr in Sachen Kriminalität für die zwei Nachbarstädte war. Gut 62 Prozent aller Taten wurden im Jahr 2017 aufgeklärt, was einen leichten Anstieg zum Vorjahr bedeutet. Darüber hinaus freuen sich die Ermittler, dass die Anzahl der Einbrüche oder versuchten Einbrüche in Wohnhäuser und Wohnungen rückläufig ist. Sie lag 2017 bei insgesamt 106 (61 in Lehrte und 45 in Sehnde) und ist damit weit entfernt von den Zahlen aus den Rekordjahren 2013 und 2015, als noch 216, beziehungsweise 185 solcher Taten zu Protokoll genommen wurden.

Andere sogenannte Deliktfelder machen der Polizei hingegen verschärft Sorgen. 298 Fälle stehen für 2017 in der Rubrik „Diebstahl an/aus Kraftfahrzeugen“ zu Buche, 225 davon im Lehrter und 73 im Sehnder Stadtgebiet. Das sind insgesamt 82 Fälle mehr als im Vorjahr. In Sehnde schnellte die Anzahl der Autoaufbrüche samt Diebstahl binnen Jahresfrist von 41 auf 73 Fälle hoch. Häufig bauten die Täter dabei unbemerkt Airbags, Navigationsgeräte oder andere Einzelteile aus und flüchteten unerkannt.

Lehrte und Sehnde liegen günstig“, erklärt Nentwig das Phänomen der vielen Einbrüche in Autos. Was sie damit sagen will: Diebe, die es auf hochwertige Einzelteile abgesehen haben, sind nach ihren Taten schnell wieder verschwunden. Die nahen Autobahnen 2 und 7 bieten ideale Fluchtmöglichkeiten.

Bernd Steindam, Leiter des Einsatz- und Streifendienstes im Lehrter Kommissariat, sagt es noch konkreter: „Da sind zunehmend echte Profis am Werk.“ Diese wüssten genau, worauf sie es abgesehen haben und seien mit dem entsprechenden Werkzeug ausgestattet. Oft würden besonders hochwertige Autos heimgesucht, etwa der Marken BMW, Mercedes oder VW. Nentwig betont aber, dass die Polizei mit „personalintensiven Observationen“ in den Nachtstunden dagegenhält. Die Aufklärungsquote für Diebstähle aus Autos ist indes sehr niedrig. Sie liegt für Lehrte bei etwa 6,2 Prozent, für Sehnde bei knapp 5,5 Prozent.

Auch die Anzahl von Fahrzeugdiebstählen stieg 2017 leicht an – von 37 Im Jahr 2016 auf 44 im Jahr darauf. In dieser Statstik liegt Lehrte (37) deutlich vor Sehnde (7), die Quote der aufgeklärten Autodiebstähle liegt bei nur etwa 30 Prozent.

Im Bereich der Körperverletzungen stagnieren die Zahlen auf recht hohem Nivaeu. 623 Taten (2016: 631) registrierte die Polizei, davon 351 in Lehrte (336) und 272 in Sehnde (283). Nur rund jeder zwanzigste Fall blieb unaufgeklärt. Die Anzahl der Gewaltdelikte im sogenannten häuslichen Bereich, also zwischen Eheleuten, in Familien oder unter Lebenspartnern, ist ebenfalls weiterhin hoch. 159 solcher Fälle registrierte das Kommissariat im Jahr 2017 in Lehrte (2016: 142), 42 in Sehnde (64). Die Dunkelziffer bei diesen Taten sei aber vermutlich sehr hoch, meint Nentwig. Nach wie vor gelte es, Opfer von häuslicher Gewalt dazu zu bewegen, „sich ins Hellfeld zu begeben“ – sprich: die Taten anzuzeigen.

Positiv bewertet die Lehrter Polizei die Entwicklung bei den Sachbeschädigungen. Das sei ein Bereich, der „maßgeblichen Einfluss auf das Sicherheitsgefühl der Bürger hat“, meitn Mantei. Die Anzahl der angezeigten Delikte ging in dieser Rubrik um fast 24 Prozent auf 359 Taten zurück (Lehrte: 216, Sehnde: 143). Die Aufklärungsquote stieg um knapp 5 auf nun etwa 35 Prozent. Und auch die Anzahl der Diebstähle sank – um knapp 4 Prozent auf 1610 Taten. Insbesondere bei den Ladendiebstählen gebe es seit einigen Jahren rückläufige Zaheln, sagt Mantei.

Immer mehr nichtdeutsche Tatverdächtige

Das Polizeikommissariat in Lehrte hat bei seiner Arbeit an Straftaten im vergangenen Jahr insgesamt 1531 Tatverdächtige ermittelt, 967 davon in Lehrte und 564 in Sehnde. Im Jahr 2016 lag diese Zahl in Lehrte noch bei 1074 und in Sehnde bei 519. Auffallend ist, dass immer mehr Tatverdächtige keine deutschen Staatsbürger sind. Die Zahl stieg in Lehrte auf 469 (2016: 456) und in Sehnde auf 163 (141) Personen. 241 Taten davon, fast 20 Prozent mehr als im Jahr 2016, stünden „im Flüchtlingskontext“, sie es in der Kriminalstatistik heißt.

Migranten pauschal zu verurteilen sei jedoch unverantwortlich, meint die Lehrter Polizei. „Der Großteil dieser Menschen lebt hier völlig unauffällig“, sagt Mario Mantei, Chef des Ermittlungsdienstes im Kommissariat. Wohl aber gebe es kleine Gruppen von Migranten, die häufig negativ auffielen und denen man sich verstärkt widmen müsse.

Sehr häufig seien auch Konflikte unter Migranten, aus denen dann Straftaten erwachsen, verdeutlicht Mantei. Dementsprechend nahm auch die Zahl nichtdeutscher Opfer in der Kriminalstatistik deutlich zu. Sie stieg in Lehrte von 135 im Jahr 2016 auf 159 in 2017, in Lehrte von 71 auf 94. Die Zahl der Deutschen, die Opfer von Straftaten wurden sank in Lehrte von 448 im Jahr 2016 auf 399 in 2017. In Sehnde blieb sie mit 320 (Vorjahr 317) nahezu gleich.

Von Achim Gückel

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