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14:50 20.01.2017
Nils Domenz (vorn) nimmt die Daten auf, während Leon Thomas die Typisierung mittels Wattestäbchen macht. Quelle: Sandra Köhler
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Lehrte

Für den Aktionstag hat die Schülervertretung einen Vortrag, die Typisierungsaktion und eine Spendenübergabe an den gemeinnützigen Verein auf die Beine gestellt, der seit 1991 versucht, für jeden Blutkrebspatienten einen passenden Stammzellspender zu finden. "Wir haben uns gesagt, das wäre doch eine gute Sache", sagt Schülersprecherin Lara Thomas. "So erfahren Schüler, dass sie persönlich Menschen helfen können, auch wenn sie noch so jung sind."

Gemeinsam mit Mitschüler Lorenz Steinweg, der Schülervertretung und Musiklehrerin Ane Kristin Holmer hatte sie Kontakt zur DKMS und dessen Aktionsleiterin Shanthiya Theyagararah aufgenommen. "Wir wollten den Verein nicht nur mit potenziellen neuen Stammzellspendern unterstützen, sondern auch mit Geld für die Typisierungen", sagte die Schülersprecherin. So waren die Spenden, um die die Mitwirkenden des Weihnachtskonzertes traditionell bitten, diesmal für die DKMS bestimmt. 3785 Euro waren dabei zusammengekommen. Bei 40 Euro, die jede Typisierung kostet, eine hilfreiche Summe.

Wer sich typisieren lassen will, muss aber auch über den Nutzen und mögliche Risiken einer Spende wissen. Deshalb erklärte Shanthiya Theyagararah den Schülern im Kurt-Hirschfeld-Forum alles Wissenswerte rund um die Stammzellspende: "Beim Blutkrebs vermehren sich die degenerierten weißen Blutkörperchen zu sehr." Dadurch ist die Abwehr von Krankheiten gestört. Trotz sechs Millionen potenziellen Stammzellspendern finde immer noch jeder siebte Blutkrebspatient allein in Deutschland keinen passenden Spender. Denn dafür müssen die Gewebemerkmale des Spenders mit denen des Patienten zu 100 Prozent übereinstimmen. "Dass es rund 15.000 verschiedene Gewebemerkmale gibt, und der genetische Zwilling auch auf der anderen Seite der Erde leben kann, machen es sehr schwierig, ihn zu finden." Je mehr Menschen sich typisieren ließen, umso größer sei die Chance. 

Um sich typisieren lassen zu können, muss man zwischen 17 und höchstens 55 Jahre alt sein, dazu gesund und mindestens 50 Kilogramm wiegen. "Wer erst 17 wird, kann dann auf die Internet-Seite der DKMS gehen und ein Typisierungsset anfordern, zurückschicken und sich so registrieren lassen", sagte die Aktionsleiterin. 65 der 250 Schüler und Lehrer nutzten die Chance, dies gleich vor Ort zu tun. Wie der 17-jährige Leon Thomas. Nachdem Nils Domenz seine Daten aufgenommen hatte, hieß es "Mund auf, Stäbchen rein, Spender sein". Mit zwei Wattestäbchen wurde schnell ein Abstrich von der Wangenschleimhaut genommen, der im Labor ausgewertet wird - fertig. Eine Blutabnahme ist nicht nötig.

Keine Angst vor der Stammzellspende

„Man braucht vor einer Spende keine Angst zu haben“, betont Arezu Djafari. Die heute 25 Jahre alte Frau hatte als zwölfjähriges Mädchen miterlebt, wie eine Freundin gegen Leukämie kämpfte. Daraufhin hatte sie sich typisieren lassen, als es ihr Alter schließlich erlaubte. Und tatsächlich wurde Arezu Djafari für eine Stammzellspende angefragt. „Mein genetischer Zwilling war eine 13-Jährige in Russland“, berichtet sie. Die Angst, „dass da was am Rücken entnommen wird und das gefährlich ist“, sei aber unbegründet gewesen.

Wie bei 80 Prozent aller Stammzellspenden kam bei der 25-Jährigen die sogenannte periphere Spende zur Anwendung, bei der die Zellen direkt aus dem Blut gefiltert werden. Bei einer anderen Methode wird das Knochenmark aus dem Beckenkamm entnommen – und nicht aus dem Rückenmark. „Das einzig Unangenehme war, dass ich mir einige Tage vorher eine Spritze geben lassen musste, die die Zellenproduktion anregt“, erinnert sich Arezu Djafari. Danach habe sie sich schlapp und wie bei einer Erkältung gefühlt.

Die Voruntersuchungen und die Entnahme selbst seien aber problemlos gewesen. „Ich habe jederzeit bei der DKMS anrufen können, die haben mir alle Fragen beantwortet und alle Kosten übernommen“, berichtete die junge Frau von ihren Erfahrungen. Zu einem Treffen mit der Jugendlichen, der sie ihre Stammzellen gespendet hatte, und wie es nach deutschen Recht nach zwei Jahren möglich ist, kam es jedoch nicht. „Sie hat es leider nicht geschafft. Aber sie hatte wenigsten die Chance“, warb Djafari bei den Schülern für eine Typisierung. „Viele Menschen wollen gerne anderen helfen. Sie haben heute die Möglichkeit dazu“, schloss sich der stellvertretende Schulleiter Manfred Filsinger dem Appell an.

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Von Sandra Köhler

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