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17:13 23.12.2016
Seit der Neueröffnung des Parkhauses und der Einführung von Gebühren nutzen viele Pendler den Parkplatz des Zuckerzentrums als Dauerparkplatz. Quelle: Oliver Kühn
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Lehrte

Gerade jetzt im Weihnachtseinkaufsstress kann man oft unschöne Szenen beobachten. Autofahrer hupen sich an, wenn sie um eine freie Parklücke streiten. Manche reißen auch die Tür auf und brüllen sich an. "Wenn sie fünfmal rumkurven müssen, fahren viele Kunden genervt weg", klagt etwa Lars Rommel, Filialleiter von Expert. Das bestätigt Edeka-Filialleiter Uwe Kobow. "Es gibt viele Kundenbeschwerden, wir brauchen wieder die Parkscheibenregelung." Auch die Hausmeisterei klagt, dass morgens, anders als früher, noch viele Autos auf dem Parkplatz stünden und es deshalb beim Reinigen Probleme mit der Kehrmaschine gebe.

Erschwerend komme hinzu, so Rommel, dass die Autobahnbrücke aus Richtung Steinwedel wegen des Ausbaus der Manskestraße nicht passierbar sei und man in Aligse oft am Bahnübergang stehe. "Die Leute fahren dann zum Einkaufen eben nach Burgdorf oder Hannover." Der Marktleiter hat für das Parkplatzproblem am Zuckerzentrum eine einfache Erklärung: "Das alte Parkhaus war früher gebührenfrei, jetzt kostet es etwas."

Das will Frank Wersebe, Geschäftsführer der stadteigenen Parkhausgesellschaft, so nicht stehen lassen. "Die erste Stunde ist gebührenfrei, und jede weitere Stunde kostet nur einen Euro. Das ist einzigartig in der Region." Dafür stünden die Autos dort trocken und wegen der Kameraüberwachung sicher. 77 dieser Kurzzeitparkplätze stünden zur Verfügung, dazu 133 Park-and-ride- sowie 45 Dauerparkplätze. Die Lehrter hätten sich offenbar an die Nutzung des Zuckerzentrum-Parkplatzes gewöhnt. Er sieht das E-Center unter Handlungsdruck: "Da muss eine Parkscheibenregelung her." Die Parkhausgesellschaft will ihre Konditionen Anfang nächsten Jahres mit einer Informationskampagne bekannter machen.

Das E-Center und die Stadt haben das Problem bereits erkannt. "Es gibt auch bei uns zunehmend Kundenbeschwerden", sagt Stadtsprecher Fabian Nolting. Nun haben beide Seiten offenbar eine Lösung gefunden. Nach Informationen dieser Zeitung soll im März wieder die Parkscheibenregelung eingeführt werden, wie sie fast eineinhalb Jahre während des Baus des neuen Parkhauses gegolten habe. Damals durfte mit Parkscheibe drei Stunden kostenlos geparkt werden, Mitarbeiter der Stadt kontrollierten das Gelände. Wie es in Zukunft sein werde, stehe noch nicht fest, sagt Nolting: "Die Vereinbarung ist noch nicht unterschrieben." Klar sei nur, dass die Stadt wieder für die Kontrolle zuständig sein wird. Die Stadt wolle jedoch einen "behutsamen Übergang" mit viel Informationen im Vorfeld. "Wir werden nicht gleich Knöllchen verteilen."

Von Oliver Kühn