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Umland Lehrte Nachrichten Streit um Aldi-Zentrum: Stadt bittet zu Infoabend
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00:17 16.09.2017
Von Achim Gückel
Aldi will bei Aligse ein riesiges Logistikzentrum bauen, viele Bürger sind dagegen. Jetzt bittet die Stadt Lehrte zu einer Einwohnerversammlung.
Aldi will bei Aligse ein riesiges Logistikzentrum bauen, viele Bürger sind dagegen. Jetzt bittet die Stadt Lehrte zu einer Einwohnerversammlung. Quelle: Friso Gentsch
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Aligse

Wie brisant und wichtig das Thema für die Bürger von Aligse, Röddensen und Kolshorn ist, zeigt die Wahl der Versammlungsstätte. Die Stadtverwaltung hat die Sporthalle in Aligse an der Peiner Heerstraße als Schauplatz auserkoren. Dort ist Platz für mindestens 300 Gäste. Und dort sollen am Dienstag, 26. September, ab 18.30 Uhr neben Bürgermeister Klaus Sidortschuk auch Vertreter des Unternehmens Aldi Nord sowie ein Mitglied der "Drei-Dörfer-Initiative" gegen das Logistikzentrum Platz nehmen und Fragen beantworten.

Die öffentlich geführt Diskussion der vergangenen Wochen habe "den Bedarf an weiteren Informationen" aufgezeigt, heißt es in einer Mitteilung der Stadtverwaltung. Eine Einwohnerversammlung biete die Gelegenheit, offene Fragen zu dem Aldi-Projekt zu beantworten und "die anstehenden Debatten zu versachlichen und Falschinformationen richtig zu stellen", heißt es wörtlich.

Zurzeit gebe es an vielen Stellen ausschweifende Diskussionen über das Aldi-Projekt, meint Stadtsprecher Fabian Nolting. Unter anderem würden via Facebook "Unwahrheiten verbreitet". Dazu gehörten zum Beispiel Aussagen über Entlassungen bei Aldi im Zusammenhang mit dem Neubau sowie über die geplante Höhe des neuen Logistiklagers. Die Stadt wolle den Bürgern die Chance bieten, Informationen aus erster Hand zu hören, sagt Nolting. Laut Aldi soll der Neubau 14 Meter hoch und in der ersten Ausbaustufe 41.000 Quadratmeter groß werden.

Doris Rohjans, Sprecherin der Bürgerinitiative, kündigte am Mittwochmittag an, man werde versuchen, für die Einwohnerversammlung möglichst viele Bürger zu mobilisieren. Das sei vermutlich nicht schwierig, denn die Menschen in den drei Nachbardörfern seien insbesondere darüber sehr aufgebracht, dass die auf Aldi zugeschnittene Änderung des Flächennutzungsplans ein Industriegebiet - und nicht ein Gewerbegebiet vorsehe. 24-Stunden-Betrieb an sieben Tagen die Woche, verbunden mit Verkehr und Lärm, wollten die Bürger nicht, sagt Rohjans. Grundsätzlich bewertet sie es aber positiv, dass die Stadt mit den Bürgern in einen Dialog treten will. "Darüber freue ich mich und werde mich auch gern mit auf das Podium setzen", sagt Rohjans. Sie hoffe aber darauf, dass die Versammlung als eine "Gesprächseröffnung" gedacht sei, nach der die Planungen für das Logistikzentrum ergebnissoffen neu begonnen würden.

Achim Gückel 13.09.2017
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