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Umland Lehrte Nachrichten Aldi-Proteste: Stadt reagiert überrascht
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00:16 24.07.2017
Von Achim Gückel
Aldi will mit seinem Logsitiklager von Sievershausen in eine deutlich größere Halle bei Aligse umziehen.
Aldi will mit seinem Logsitiklager von Sievershausen in eine deutlich größere Halle bei Aligse umziehen. Quelle: Achim Gückel
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Aligse/Lehrte

„Die Stadt Lehrte ist an Recht und Gesetz gebunden und wird dementsprechend alle Belange, natürlich auch die der Einwohnerinnen und Einwohner in Aligse, in die Abwägung einbeziehen“, wird Bürgermeister Klaus Sidortschuk jetzt in einer schriftlichen Stellungnahme aus dem Rathaus zitiert.

Die Kontroverse um den Bau des riesigen Logistiklagers südwestlich von Aligse war in den vergangenen Tagen hochgekocht. In der Ortschaft formiert sich eine Bürgerinitiative gegen das Vorhaben. Sie vertritt die Ansicht, dass das Unternehmen Aldi etwa bei den Berechnungen von Verkehrsbelastungen, Zahlungen von Gewerbesteuer und Lärm nicht mit offenen Karten spielt. Auch Ortsbürgermeister Frank Seger (SPD) steht hinter dieser Initiative.

Die Stadt betont in ihrer Mitteilung nun, dass der Neubau des Logistikzentrums in der Gemarkung Aligse ein sehr wichtiges Vorhaben für Lehrte sei. Durch die Umsiedlung des Aldi-Lagers aus Sievershausen werde der „für das Unternehmen und die Stadt wichtige Standort in Lehrte zukunftsfest aufgestellt und gesichert“. Alle betroffenen politischen Gremien würden im Bebauungsplanverfahren in mehreren Schritten und in öffentlichen Sitzungen informiert. „Die Öffentlichkeit wird zu jedem Verfahrensschritt beteiligt und zu jeder Sitzung eingeladen“, heißt es in der Stellungnahme.

Zuletzt habe Ende April der Ortsrat Aligse-Kolshorn-Röddensen bei einer Gegenstimme für den Entwurf des Bebauungsplans gestimmt. Alle weiteren beteiligten Ausschüsse und der Rat der Stadt seien diesem Votum gefolgt. Nach diesen zustimmenden Beschlüssen und der Tatsache, dass bisher nur eine einzige Stellungnahme aus der Öffentlichkeit zum Verfahren eingegangen sei, komme der Protest aus Aligse „nun zumindest überraschend“, heißt es in der Stellungnahme.

Die Stadt geht auch mit Seger ins Gericht. Der Ortsbürgermeister hatte im Zusammenhang mit der Aldi-Planung von einem „baurechtlichen Bubenstück hoch drei“ gesprochen und gefragt „Warum tut die Stadt uns das an?“. Diese Aussagen würden rechtsstaatliches Handeln der Stadt verkennen oder verleugnen, heißt es in dem Statement aus dem Rathaus.