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Umland Lehrte Nachrichten Stammtisch feiert Weihnachten international
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00:15 26.12.2016
Deutschlernen beim Weihnachtsfest – das klappt beim Stammtisch international.
Deutschlernen beim Weihnachtsfest – das klappt beim Stammtisch international. Quelle: Hanke
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Lehrte

Dort verbirgt sich an diesem Abend eine kleine Weihnachtsfeier des „Stammtisch International“. Seit einem Jahr gibt es diesen Treffpunkt, der Flüchtlingen die Möglichkeit bietet, ungezwungen zusammen zu kommen und ihre Deutsch-Kenntnisse zu vertiefen. Wilfried Hartmann, Selina Pohl und Dörte Zenke sind Teil eines Teams das sich ehrenamtlich um die Menschen hier kümmert. Elias und Sherzad sind schon da, stehen am Billard-Tisch und spitzen die Queues. Nach und nach treffen junge Männer und Väter mit ihren Kindern ein. Jeder begrüßt jeden freundschaftlich und zwischendrin füllt Dörte, die sich heute eine samtrote Weihnachtsmütze aufgesetzt hat, die bunten Teller mit Lebkuchen, Orangen und Nüssen auf. Eine Lichterkette über dem Eingang kämpft tapfer gegen die Neonbeleuchtung um weihnachtlichen Glanz. Unterstützung erhält sie von den, mit Tannengrün dekorierten Tischen und den mit Christbaumkugeln geschmückten Mini-Tannenbaum auf dem Eckregal.

Eigentlich feiern sie ja kein Weihnachten, erzählt Elias, der aus dem Sudan hierher gekommen ist, aber er habe hier schon viele Freunde gefunden, die ihn zum Fest eingeladen haben. Auch Sherzad, der im jesidischen Glauben aufgewachsen ist, wird nicht am 24. Dezember feiern. "Bei uns wird Weihnachten im April gefeiert", erzählt er und denkt dabei an seine Familie, die noch im irakisch-syrischen Grenzgebiet leben. Im nächsten Moment aber spricht er mit Leidenschaft von seiner Tätigkeit als Lehrer für arabische Sprachen. Selina aus dem Betreuer-Team zeigt gleich darauf, ein Memory-Spiel, das sie selber gestaltet haben und wo jeder Begriff auf den Bilderkarten auf deutsch und arabisch geschrieben steht. Das gemeinsame Spielen sei sehr beliebt, erklärt sie, und auch heute findet sich schnell eine Gruppe am Tisch zusammen, die Karten werden gut verteilt und das Tannengrün etwas zur Seite geschoben.

"Um die 20 Stammgäste aus dem Sudan, Eritrea, Irak, Syrien und Afghanistan kommen regelmäßig", berichtet Hartmann und fügt hinzu, für Konflikte sorge dabei lediglich der heiß begehrte Billard- und Krökeltisch, wenn mal wieder alle auf einmal spielen wollen.

Von susanne Hanke