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Umland Lehrte Nachrichten Streuobstwiese wird zum Vorbild
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19:04 08.09.2014
Erfreut über die Entwicklung eines Biotop-Unikats: Bernd Rose vom Naturschutzbund inspiziert Bäume und deren Früchte auf der Streuobstwiese im Hohnhorstpark. Quelle: Eike Brunhöber
Lehrte

Der Spätsommer ist Obsterntezeit. Auf der Streuobstwiese im Hohnhorstpark allerdings gibt es derzeit nur einige wenige Apfel- und Pflaumenbäume, die einigermaßen viele Früchte tragen. Das aber sei vollkommen normal, sagt Bernd Rose von der Nabu-Gruppe Burgdorf, Lehrte und Uetze: „Die Bäume sind eben erst fünf Jahre alt, und im Herbst mussten wir einen Erziehungsschnitt machen.“

Beim sogenannten Erziehungsschnitt werden Wassertriebe abgenommen, damit der Baum neu austreibt und in die Breite geht. Drei davon müssten bei den jungen Bäumen vorgenommen werden, sagt Rose. Der im Herbst 2013 war der dritte und letzte - im nächsten Jahr soll es erstmals eine reiche Obsternte geben: „Wir denken darüber nach, nächstes Jahr ein Obstfest zu veranstalten.“ Den Nabu-Mitstreitern ist beim Anblick der Streuobstwiese auch durchaus zum Feiern zumute. Denn die vor fünf Jahren angelegte Wiese auf städtischem Boden gedeihe sehr gut, erklärt Rose. Nur einer von den 171 Apfel-, Birn-, Kirsch-, Pflaumen-, Quitten- und Walnussbäumen sei bisher eingegangen.

Mittlerweile gebe es für 120 Exemplare sogenannte Baumpaten, die die Pflege mit einer einmaligen Zahlung von 70 Euro unterstützen. Darüber hinaus platziert der Lehrter Imkerverein regelmäßig Bienenvölker an der Wiese, die die Bäume bestäuben. Die naturbelassene Bodenvegetation entwickele sich zudem gut, sagt Rose. Auch Vögel, vor allem Meisen und Stare, fühlen sich im Hohnhorstpark zunehmend heimisch: Schon etwa die Hälfte der 13 kürzlich aufgestellten Nistkästen sind besiedelt. Der Job der Vögel: Sie sollen die Bäume von Raupen befreien.

Die Artenvielfalt entwickele sich, die Bäume fühlten sich wohl, Vögel, Bienen und Gräser auch - und regelmäßig tummele sich abends ein Rehkitz auf dem Areal: „Das ist ein schönes Fleckchen hier“, resümiert Rose erfreut. Zum Glück halte sich der Vandalismus in Grenzen, sagt der Naturliebhaber. Einmal seien Infotafeln besprüht worden, das habe sich aber reinigen lassen. Wenn weiterhin nichts Gravierendes passiere, könne man überlegen, mehr Bänke aufzustellen, sagt Rose.

Modellprojekt Lehrte

Der Verein Lebendiges Ahlten hätte gern schon in diesem Herbst eine Streuobstwiese auf einem Gelände Am Wiesengrund angelegt – doch daraus wird nichts. „Wir könnten loslegen, brauchen aber Planungssicherheit“, sagt der zweite Vorsitzende Günter Friedrich. Denn die Stadt will dort eine neue Kita bauen, dort liegen der Bolzplatz und das Regenrückhaltebecken, und auch die Feuerwehr nutze das Terrain zum Üben, sagt Stadtsprecher Fabian Nolting. Derzeit würden alle Möglichkeiten geprüft, auch ob es Alternativstandorte gibt. Friedrich rechnet für eine Streuobstwiese mit Kosten im hohen vierstelligen Bereich, für die die Bingo-Stiftung allerdings schon Zuschüsse signalisiert habe. In Burgdorf dagegen beginnt der Nabu voraussichtlich im Oktober mit dem Anlegen einer Wiese zwischen dem Stadtpark und der Südstadt – allerdings nur mit 70 Kirsch-, Birn- und Pflaumenbäumen.

Die Hilfsbereitschaft ist groß: Beim Benefizfußballturnier zugunsten der Terroropfer im Irak haben Lehrter Jesiden gestern 4387 Euro eingesammelt. Der Lehrter Lions-Club spendet weitere 5000 Euro.

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