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18:22 05.06.2015
Multikulti-Mannschaftsbild mit Trainer: Dirk Ewert (hintere Reihe, links) betreut im Mandela-Team Flüchtlinge aus rund 15 verschiedenen Ländern. Quelle: Katja Eggers
Lehrte

Dienstag und Donnerstag sind Faruks Lieblingstage. Dann ist Fußballtraining. Dann kann Faruk nach Herzenslust kicken und laufen. Dann hat er Abwechslung von seinem sonst eher tristen Alltag. „Bewegung ist gut“, sagt der junge Mann aus Algerien, „besser als zu Hause sitzen.“ Faruk gehört zum Mandela-Team, einer Mannschaft aus Asylbewerbern, die derzeit in Flüchtlingsunterkünften in Lehrte leben.

Im Jahr 2013 wurde das Team unter dem Dach des SV 06 Lehrte ins Leben gerufen. 2014 übernahm Trainer Sigfried Schmidt die Truppe. Noch bis zum Saisonende nimmt die Mannschaft beim TuS Röddensen in der vierten Kreisklasse am regulären Spielbetrieb teil. Mittlerweile hat jedoch ein Trainerwechsel stattgefunden. Dirk Ewert, ehemaliger Integrationsbeaufragter von 06, hat Schmidt Ende 2014 abgelöst und ist mit dem Mandela-Team zudem zum SV Yurdumspor Lehrte gewechselt.

In dem Fußballverein wird Integration seit je her groß geschrieben. „Dort hat man uns mit offenen Armen empfangen“, sagt Ewert. Bei Yurdumspor kann das Mandela-Team statt auf dem alten Fußballplatz an der Iltener Staße im Stadion trainieren und zu Auswärtsspielen mit dem vereinseigenen Bus fahren.

Ewerts Team wird bei Yurdumsspor mit etwa 20 Spielern ab Juli erneut in der vierten Kreisklasse antreten. Viele der Asylbewerber kommen jedoch auch einfach nur aus Spaß zum Training. „Das Mandela-Team ist in Niedersachsen im Herrenbereich einmalig und lockt mittlerweile auch Flüchtlinge aus dem Umkreis an“, sagt Ewert.

In ihrer ersten Fußballsaison im regulären Spielbetrieb hat die Mannschaft zwar nur einmal gewonnen und gut 20-mal verloren. Dass das Team am Ende weit hinten landete, findet der Trainer aber überhaupt nicht schlimm: „Es geht doch gar nicht ums Gewinnen.“

Seine Jungs bräuchten vor allem Beschäftigung. Viele würden zwar die Deutschkurse des DRK besuchen, hätten sonst aber nicht viel zu tun. „Und das Mandela-Team ist mittlerweile mehr als nur Fußballtraining“, sagt Ewert. Zum Fußballplatz bringen die Flüchtlinge auch ihre persönlichen Anliegen und Probleme mit. „Der Eine braucht eine Bescheinigung für die Ausländerbehörde, der Andere hat zu Hause eine kaputte Lampe, der Nächste benötigt dringend Fußballschuhe“, sagt Ewert und versucht zu helfen oder Hilfe zu organisieren, wo es nur geht.

Für die Flüchtlinge hat der neue Integrationsbeauftragte von Yurdumspor zudem eine weitere Beschäftigung angeschoben: In einer Werkstatt sollen sie kaputte Fahrräder für Flüchtlinge und andere sozial Schwache reparieren. Zwei Garagen an der Iltener Straße werden dafür gerade hergerichtet.

Von Katja Eggers

Flüchtlinge werden Trainer

Flüchtlinge können jetzt Trainer werden. Der SV Yurdumspor Lehrte bietet noch im Juni einen Vorbereitungslehrgang für eine spätere Trainerausbildung an. Das Angebot richtet sich an Flüchtlinge, die bereits ein wenig Deutsch sprechen und sich ehrenamtlich als Trainer für Jugendliche oder Erwachsene engagieren möchten. Der Lehrgang findet im Verein statt und wird vom Niedersächsischen Fußballverband (NFV) Kreis Hannover Land unterstützt. Die Dozenten sind lizensierte Trainer. Die Ausbildung besteht vor allem aus praktischen Übungen. Unter anderem stehen Aufwärmen, Koordination, Kondition, Technik, Torschuss, Taktik und Torwarttraining auf dem Programm. „Auch deutsche Trainer, die noch keine Lizenz haben, und sich noch Anregung holen möchten, sind herzlich willkommen“, sagt Dirk Ewert, Integrationsbeauftragter bei Yurdumspor. Der Vorbereitungslehrgang ist kostenlos und geht am 20. und 21. sowie am 27. und 28. Juni zwischen 10 und 15 Uhr auf der Sportanlage am Pfingstanger über die Bühne. Nähere Informationen erteilt Ewert unter Telefon (0151) 15544779

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