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Umland Lehrte Nachrichten Zahl der Einbrüche steigt
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19:04 09.04.2014
Ralf Oltmanns (links) und Ulrich Bode sehen sich die Überbleibsel eines der kurioseren Fälle an: Dieser Zigarettenautomat wurde in Rethmar aus der Erde gerissen, aufgebrochen und in Kanalnähe liegengelassen. Quelle: Eike Brunhöber
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Lehrte

Die Polizei hat Anfang des Jahres eine Sonderkommission Einbruch gegründet - und die Kriminalstatistik zeigt, warum. Die Statistik, die der Lehrter Kommissariatsleiter Ulrich Bode und der Kripo-Chef Ralf Oltmanns gestern vorstellten, bedeutet in puncto Einbrüche noch einmal eine Steigerung der schon 2012 rasant in die Höhe geschnellten Zahlen.

In Lehrte gab es demnach im Jahr 2013 216 Wohnungseinbrüche. Im Jahr zuvor waren es 155. In Sehnde ist das Verhältnis noch drastischer: 74-mal waren hier Einbrecher am Werk, im Jahr zuvor waren es 43.

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Warum die Zahl der Einbrüche, die auch landesweit steigt, so durch die Decke geht? „Das lässt sich nur ganz schwer sagen“, meint Bode. Dafür sei die Motivlage der Täter einfach zu unterschiedlich. „Da gibt es den drogenabhängigen Zufallstäter, der mit einem Schraubenzieher ausprobiert, ob er in ein Haus hineinkommt, ebenso wie hochspezialisierte Banden.“

Manche Drogenabhängige bräuchten pro Tag 100 Euro, um ihre Sucht zu finanzieren, sagt Bode. Einer der ermittelten Täter sei deshalb eine Zeitlang täglich drei- bis viermal in Wohnungen eingestiegen.

Die SOKO „zeigt schon Erfolge“, sagt Oltmanns. Weil es um laufende Verfahren gehe, könne er derzeit noch nichts Detailliertes sagen. Doch sei spürbar, dass das Zusammenführen des Wissens von Ermittlern aus Lehrte, Burgdorf, Sehnde, Uetze, Langenhagen und Burgwedel richtig sei.

Eike Brunhöber

Polizei verzeichnet weniger häusliche Gewalt

Insgesamt wurden in Lehrte und Sehnde im Jahr 2013 rund 4600 Straftaten registriert – ein Anstieg um fast 6,6 Prozent. Auch die Zahl der einfachen Diebstähle verhagelt die Statistik, vor allem das Entwenden von Geldbörsen in Einkaufsmärkten. Zudem wurden deutlich mehr Autos gestohlen als im Jahr 2012. Übrigens landeten längst nicht alle davon in Osteuropa, sagt Kripo-Chef Ralf Oltmanns. Die Fälle häuslicher Gewalt gingen zurück, insbesondere in Sehnde. „Aber ich denke, dass wir auch eine hohe Dunkelziffer haben“, sagt Ulrich Bode. Auch beim Stalking verzeichnet die Polizei weniger Fälle als zuletzt. Viele Polizisten litten indes unter wüsten Beschimpfungen und Beleidigungen bei Einsätzen, beklagt Bode.

Renate Brämer 09.04.2014
Gerko Naumann 07.04.2014