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Umland Lehrte Nachrichten Zoll nimmt Schwarzarbeit ins Visier
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00:15 25.11.2012
Von Eike Brunhöber
Im besonderen Fokus hatte der Zoll Speditions- und Logistikdienstleister im Raum Lehrte. Quelle: dpa (Symbolbild)
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Lehrte

Die Kontrolleure hatten die Speditions- und Logistikbranche im Visier: Sie wollten wissen, ob die Fahrer von Kleintransportern und deren Arbeitgeber ihre Beschäftigungsverhältnisse ordnungsgemäß bei den Agenturen für Arbeit und der Rentenversicherung angemeldet hatten. Am Dienstag kontrollierten die Zollbeamten im Bereich der Westtangente und der Europastraße.

Am Donnerstag gaben sie das Ergebnis bekannt - und das gibt den Ermittlern zu denken. Denn sie stießen auf relativ viele Verdachtsfälle. 71 Fahrer wurden kontrolliert. Bei elf von ihnen gab es Indizien dafür, dass sie trotz einer Beschäftigung Arbeitslosengeld erhalten, weil sie die Arbeitsagenturen nicht über die Aufnahme ihres Arbeitsverhältnisses informiert hatten.

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„Das ist schon eine relativ hohe Quote“, sagt Hans-Werner Vischer vom Hauptzollamt Hannover. Allerdings handele es sich derzeit noch um reine Verdachtsfälle: Ob wirklich Verstöße vorliegen, müssten die Ermittlungen erst noch zeigen. Am Montag hatte der Zoll im Kreis Celle 63 Fahrzeuginsassen kontrolliert. Dabei war er auf nur zwei Verdachtsfälle gestoßen.

Nach den Kontrollen in Lehrte stehen überdies drei Arbeitgeber im Fokus der Ermittler: Bei ihnen wird geprüft, ob sie es unterlassen haben, die Beschäftigungsverhältnisse ihrer Fahrer der Rentenversicherung zu melden. Die drei Arbeitgeber seien „aus der Region Hannover“, sagt Vischer.

In Lehrtes Westen sind viele Speditionsfahrzeuge unterwegs. Der Zoll habe dort als Präventivmaßnahme Präsenz zeigen wollen, sagt Vischer.