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Lehrte Oliver Gels will Bürgermeister werden
Umland Lehrte Oliver Gels will Bürgermeister werden
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13:47 16.11.2018
"Ich will ein Signal setzen": Der 42-jährige Oliver Gels strebt das Amt des Lehrter Bürgermeisters an. Quelle: Achim Gückel
Lehrte

Amtsinhaber Klaus Sidortschuk bekommt einen neuen Konkurrenten: Bei der Wahl des Lehrter Bürgermeisters im Mai kommenden Jahres will auch der 42-jährige Oliver Gels ins Rennen gehen – und zwar als parteiunabhängiger Bewerber. Die dafür notwendigen Unterschriften von Unterstützern will er in den nächsten Wochen sammeln. Gels ist 42 Jahre alt, seit 25 Jahren Polizeibeamter, arbeitet derzeit bei der Kripo in Hannover und fungiert seit 2011 als Vorsitzender der Siedlergemeinschaft Glück Auf in Lehrte. „Es ist Zeit für einen parteilosen Bewerber, ich will ein Signal setzen“, sagt er. Große Erfahrung im politischen Bereich und der Verwaltung hat er nicht.

In das Stadtleben eingemischt hat sich Gels indessen schon mehrfach – unter anderem bei der Unterschriftensammlung für den Erhalt der Villa Nordstern. Er gehört auch zum Vorstand des Post SV, wo er die Fußballabteilung leitet. Auch an der Fusion des Post SV mit dem Tennisverein Rot-Gold mischt er mit. Geboren ist Gels in Lingen, in Lehrte lebt er seit 16 Jahren. Er habe die Stadt „lieben gelernt“, sagt er. Der 42-Jährige ist verheiratet und hat drei Kinder. Die Wahl des Bürgermeisters nennt er eine „urdemokratische Sache“. Jedenfalls gehe es dabei vielen nicht um das Parteibuch des Bewerbers, sondern um dessen Ideen und Tatkraft.

Direkte Kritik am jetzigen Amtsinhaber formuliert Gels nicht. Viele Themenfelder in der Stadt seien aber hinter Großprojekten wie etwa dem Bau der neuen Feuerwache in den Hintergrund geraten. Das dürfe nicht so bleiben. Er wolle darüber hinaus ein „Bürgermeister für die Bürger und kein politischer Beamter“ sein. „Ich bin überall da, werde mich überall einbringen“, sagt Gels.

Vorläufig hat er einen Plan mit 13 Punkten für Lehrte formuliert – quasi ein Wahlprogramm. Darin ist vom gezielten Ausbau von Schulen und Kitas und dem Festhalten an der bereits auslaufenden Hauptschule die Rede. Gels möchte auch den Bahnhof und die Innenstadt attraktiver machen und regt dazu eine Vergrößerung der Fußgängerzone an. Lehrte brauche mehr sozialen Wohnungsbau, bessere WLAN-Netze an Schulen. Das Hallen- und Freibad sei zurzeit unattraktiv, brauche einen vollständigen Umbau. Gels fordert auch ein neues Konzept für Auto- und Fahrradverkehr und eine Professionalisierung und Verstärkung des Stadtmarketings. Lehrte müsse mithin attraktiv für Familien werden und als „aktive, frische und lebendige“ Stadt für sich werben.

Darüber hinaus setzt Gels auf mehr Bürgerbeteiligung. Diese sei entscheidend für das Miteinander in der Stadt. Kontroverse Themen wie den Bau des Aldi-Logistikzentrums bei Aligse müsse man sachlicher angehen als das bisher der Fall gewesen sei. Und noch etwas möchte Gels angesichts aktueller Diskussionen ändern: Er will die umstrittenen Straßenausbaubeiträge abschaffen. Über eine alternative Finanzierung sagt er aber nichts.

Dass er mit seiner Bewerbung als Einzelkämpfer eine Herkulesaufgabe im Wahlkampf vor sich hat, ist Gels klar. Ohne eine Partei im Rücken werde das nicht einfach zu stemmen sein, ist ihm klar. Er habe aber in seinem Umfeld bereits angekündigt zu kandidieren und auch viele Gespräche gehabt, um zu erfahren, was den Lehrtern auf der Seele brennt. Darüber hinaus hofft er auf aktive Unterstützer.

Bislang haben nur zwei Bewerber für das Bürgermeisteramt ihren Hut in den Ring geworfen – Amtsinhaber Klaus Sidortschuk (SPD) und Oliver Rohrsen von der Satirepartei Die Partei. Die CDU sucht nach dem Rückzug von Heike Koehler noch einen neuen Bewerber. Die Bürgermeisterwahl ist am 26. Mai 2019.

Von Achim Gückel

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