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Lehrte Schüler lernen Metallberufe kennen
Umland Lehrte Schüler lernen Metallberufe kennen
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00:19 10.02.2019
Ingo Hinrichsen erklärt den Schülern die praktischen Aufgaben. Quelle: Patricia Oswald-Kipper
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Hämelerwald

Rund 90 Schüler der Jahrgänge acht und neun konnten sich in einem riesigen Truck am Donnerstag über die vielfältigen Berufsmöglichkeiten in der Metall- und Elektroindustrie informieren. Dabei standen praktische Übungen wie Fräsen von Werkstücken oder das Programmieren einer Maschine im Vordergrund.

Der 18 Meter lange Truck macht vor der IGS in Hämelerwald Station. Quelle: Patricia Oswald-Kipper

Nach einer kurzen Einleitung von Lutz Klemkow und Ingo Hinrichsen von der Niedersachsen Metall durften die Schüler selbst loslegen. Anhand von praktischen Übungen konnten die Jugendlichen prüfen, ob eventuell eine Ausbildung in der Metall- oder Elektrobranche infrage kommt. In Schülergruppen aufgeteilt sollten sie beispielsweise einen Fahrstuhl programmieren oder einen Roboterarm so dirigieren, dass er exakt einen Deckel auf ein Gefäß platziert. Andere wiederum beschäftigten sich mit Arbeiten, die etwa ein Industriemechaniker leisten muss. So sollte eine Platte waagerecht auf vier Stützen geschraubt werden. Dabei mussten die Schüler dann mit der Wasserwaage exakt umgehen können. An einer anderen Station konnten die Jungen und Mädchen mit Hilfe einer Fräsmaschine Metallstücke bearbeiten.

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Währenddessen informierten sich andere Schüler im Obergeschoss des Trucks über Hintergründe für Ausbildungsberufe in der Metall- und Elektrobranche. Klemkow und Hinrichsen machten ihnen klar, dass einem nicht nur der Beruf liegen muss, sondern dass auch das Drumherum entscheidend für die Berufswahl ist. „Es ist klar, dass ein Bäcker immer früh aufstehen und eine Krankenschwester mit Schichtdiensten rechnen muss“, sagte Klemkow. „Ich selbst bin viel unterwegs und muss oft im Hotel übernachten. Das muss einem liegen“, erklärte der Industriemechaniker und Diplom-Soziologe. Auch über diese Randbedingungen müsse man sich im Klaren sein, bevor man sich für einen Beruf beziehungsweise eine Ausbildung entscheide.

Jannik Korroch und Daghoaz Nimer bauen eine Platte waagerecht ein. Quelle: Patricia Oswald-Kipper

In der Metall- und Elektroindustrie werde gut bezahlt, die Arbeitszeiten seien mit 35 Stunden in der Woche relativ niedrig, warb Klemkow. Zudem gebe es gute Aufstiegschancen, wenn die Azubis es denn wollten. So könnten sie über mehr Verantwortung oder zusätzliche Qualifizierungen mehr verdienen und die Bandbreite des Jobs erweitern. Er verdeutlichte den Schülern auch, dass sie mit guten Beziehungen zu einem Arbeitgeber, etwa durch Praktika, auch in eine Ausbildung rutschen könnten, für die nach herkömmlichen Bewerbungskriterien der Notendurchschnitt des eigenen Zeugnisses nicht ausreiche. „Das Gesamtpaket muss stimmen“, sagte Klemkow. Es gebe viele Ausbildungsstellen zu besetzen und Verantwortungsbewusstsein, Verlässlichkeit und Willen oder Leidenschaft für die Aufgabe zählten da mittlerweile mehr als gute Noten. Und man entscheide sich mit einer Ausbildung auch nicht für ein ganzes Leben in diesem Beruf: Er selbst habe erst im Alter von 30 Jahren sein Abitur nachgeholt und danach studiert. „Es ist alles möglich, wenn man es will“, sagte er.

Finja Seyfferth (links) und Johanna Detert hantieren mit einem Roboter, um einen Deckel auf einen Behälter zu bekommen. Quelle: Patricia Oswald-Kipper

Das bundesweite Projekt des Info-Trucks der Metall- und Elektroindustrie gibt es seit 30 Jahren. Rund 1,2 Millionen Euro investierten die Arbeitgeber in die 10 Fahrzeuge, die regelmäßig durch Deutschland tourten. „Klar wollen wir damit die Attraktivität der Berufe darstellen und für Nachwuchs werben, den wir dringend brauchen“, sagte Klemkow. In Hämelerwald mache der Truck regelmäßig seit rund 15 Jahren Station, erklärte Ina Tatje, Ausbildungslotsin an der IGS. Der Info-Truck unterstütze die Jugendlichen auch bei der Praktikumsauswahl.

Mascha Engelke und Leon Luca Kuschnerus programmieren einen Fahrstuhl. Quelle: Patricia Oswald-Kipper

 

Die Schüler waren von dem etwas anderen Unterricht mit den praktischen Aufgaben begeistert. Viele waren erstaunt, wie groß die Bandbreite der Berufe in der Metall- und Elektroindustrie ist. Für die Jungen und Mädchen steht nach Ostern bereits das nächste Praktikum an. Laut Ina Tatje sind dabei jedoch weiter die klassischen Berufsfelder gefragt: Bei den Jungen der Kfz-Mechatroniker und bei Mädchen die Gesundheitsbranche mit Berufen wie Medizinische Fachangestellte.

Von Patricia Oswald-Kipper

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