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Lehrte Film soll das Geheimnis des Großen Freien lüften
Umland Lehrte

Sehnde/Lehrte: Film soll das Geheimnis des Großen Freien lüften

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00:18 13.06.2019
Das Filmteam für das Große Freie: Filmmanager Joachim Maack (von links), die Moderatoren Lina Pfau und Nils Wilk-Rampenthal, die Bürgermeister Heike Köhler (Ahlten), Hansgeorg Böttcher (Harber), Konrad Haarstrich (Dolgen-Evern-Haimar), Matthias Jäntsch (Rethmar), Klaus Sidortschuk (Lehrte), Klaus Dickneite (Anderten), Gisela Neuse (Ilten), Helmut Süß (Sehnde), Christoph Schemschat (Höver), Bernd Ostermeyer (Bilm) sowie Erhard Niemann vom Regional-Museum Sehnde. Quelle: Susanne Hanke
Rethmar/Sehnde

Ein Traum ist für ihn in Erfüllung gegangen. Erhard Niemann vom Regional-Museum Sehnde hatte für das von ihm initiierte Filmprojekt über den historischen Siedlungsraum Das Große Freie alle elf Bürgermeister und Ortsbürgermeister der involvierten Orte eingeladen – und sie alle sind der Einladung in den Markgrafensaal des Gutshofs Rethmar am Freitagabend gefolgt. „Das habe ich nicht erwartet“, freute sich Niemann umso mehr über das große Interesse. Der Film wird vom Museumsverein finanziert. Das ehemalige Große Freie besteht aus den vierzehn Ortschaften Lehrte, Sehnde, Ahlten, Anderten, Bilm, Dolgen, Evern, Haimar, Gretenberg, Harber, Höver, Ilten, Klein Lobke und Rethmar.

Orte authentisch darstellen

Vor zwei Jahren hat das Regional-Museum die alte Fahne des Großen Freien von 1863 aus dem Historischen Museum nach Rethmar geholt. Quelle: Privat

In dem Film sollen sich alle Bürgermeister aus dem ehemaligen Gebiet des Großen Freien einbringen und das Schönste aus dem jeweiligen Orten präsentieren – so hat Niemann das Thema vorgegeben. Als Filmteam sind Joachim Maack, der bereits Imagefilme für Sehnde produziert hat, sowie die jungen Moderatoren Lina Pfau und Nils Wilk-Rampenthal am Start. Jeder solle seinen Ort so authentisch wie möglich darstellen, erklärte Maack. „Was fällt dir als Erstes ein, wenn du an deinen Ort denkst?“ – diese Frage gab er als Hilfestellung vor. Als Beispiele hatte er bereits die Brauerei des Ritterguts in Rethmar, die Ausgrabungen aus der Römerzeit in Ahlten und die Feuerwehr in Evern im Auge.

Die spezielle Aufgabe für die Bürgermeister besteht jedoch darin, eine Besonderheit ihres Ortes in einem Beitrag zusammenzustellen, der insgesamt nicht länger als zwei Minuten sein darf. „Was sie in zwei Minuten sehen, merken sich die Leute“, weiß der Filmemacher aus Erfahrung. Der gesamte Film soll rund 30 Minuten lang werden. Außer den Bildsequenzen seien auch Tonaufnahmen möglich, sagte Maack. Bestimmte Schlagwörter aus dem Ort oder interessante, geschichtliche Vorfälle seien ebenfalls geeignet. Dazu fiel Hövers Ortsbürgermeister Christoph Schemschat gleich der Begriff „Querhöver“ ein, der sich wohl auf die Höveraner Querköpfe beziehe. Lehrtes Bürgermeister Klaus Sidortschuk lobte die „sehr gute Idee“ des Projekts, denn das Traditionelle komme oft zu kurz.

Historisches Löwenwappen hängt im Museum

Darüber hinaus war auch Hinrich Stulle aus Dolgen dabei, der die Traditionsgemeinschaft der sogenannten Reihenstelleninhaber als Deputierter vertritt und als Sprecher in der Öffentlichkeit auftritt. Reihenstellen waren Freienhöfe, die Deputierten als ihre Vertreter wirkten an der Amtsverwaltung mit und setzten sich dort für die Interessen der Bauern ein. Stulle ist verantwortlich dafür, dass die entsprechende historische Fahne mit dem Wappen des goldenen Löwen mit blauen Krallen seit zwei Jahren wieder im Regional-Museum hängt. Auch um das Siegel, die Lade und den Aktenbestand, der bis in das 15. Jahrhundert zurückreicht und im Niedersächsischen Staatsarchiv aufbewahrt wird, kümmer er sich. Stulle wird als Einstieg für den Film den komplexen Hintergrund erläutern.

Von den Ortsbürgermeistern wünscht sich Filmemacher Maack ein „Mini-Drehbuch“ – und dafür hatten die Kommunalpolitiker schon bei dem ersten Treffen viele Ideen. Die Premiere des Films ist für Anfang November geplant, jeder Bürgermeister erhält sein eigenes Exemplar. Darüber hinaus bastelt Niemann schon an der Idee einer öffentlichen Präsentation des Werkes im Regional-Museum.

Die Freien vom Nordwalde

Das Große Freie war vom 13. Jahrhundert bis 1730 ein eigenständiger Siedlungsraum. Die Bewohner, meist Bauern, verfügten über Sonderrechte und wurden auch die „Freien vom Nordwalde“ genannt. Erstmals erwähnt wurden sie im Jahr 1236. An oberster Stelle stand die eigene Gerichtsbarkeit, die zunächst auf der Gerichtsstätte bei Müllingen ausgeübt wurde. Später wurde sie nach Ilten verlegt, da das südliche Gebiet der Freien an das Bistum Hildesheim fiel. Heute zeigt ein Schild auf dem Thie in Ilten den Ort der einstigen Gerichtsstätte, aus der 1730 das Amtsgericht Ilten hervorging.

Die Freien hatten weitgehende Freiheit von Steuern, Zöllen, Konzessionsabgaben und das Recht, Maße und Gewichte zu überprüfen. Weitere Privilegien, die die Freien von den Welfen als Landesherren erhielten, waren das Recht, ohne Konzession Handel zu treiben, Grundbesitz zu veräußern, Waffen zu tragen, frei zu jagen und Bier zu brauen. Die Körperschaft des Großen Freien wurde 1859 aufgelöst und ging in das Amt Ilten über.

Von Susanne Hanke

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