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Lehrte Sidortschuk setzt auf starkes Bildungssystem
Umland Lehrte Sidortschuk setzt auf starkes Bildungssystem
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15:35 08.04.2019
Der amtierende Bürgermeister Klaus Sidortschuk (SPD) möchte auch nach der Wahl seinen Arbeitsplatz weiterhin im Rathaus haben. Quelle: Thomas Böger
Lehrte

Wenn Bürgermeister Klaus Sidortschuk durch die Stadt geht, dann ist er sehr stolz auf das, was in den vergangenen Jahren geschehen ist. „Lehrte hat sich mächtig entwickelt“, sagt er und meint damit nicht nur die Jahre seiner Amtszeit, sondern auch die Jahre davor.

Für einen Spaziergang durch Lehrte hat sich der Verwaltungschef allerdings nicht das Zentrum, sondern das Schulzentrum Lehrte-Süd ausgesucht. Dort ist gerade Pause. Schüler spielen auf der großen Wiese hinter dem deutlich in die Jahre gekommenen Schulkomplex Fußball. Einige grüßen den Bürgermeister im Vorbeigehen, als sei es etwas Selbstverständliches, dass er ihre Schule besucht. Freundlich grüßt er jedes Mal zurück.

Bürgermeister wird zum Singen eingeladen

Das Schulzentrum Süd sei die Herausforderung für die nächsten Jahre, erklärt Sidortschuk und zeigt auf das riesige Gelände. Auf dem Areal zwischen Iltener Straße und Südring, das im Osten von der Sehnder Straße und im Westen vom Südring begrenzt wird, soll in den nächsten Jahren Lehrtes Schulentwicklung fortgeschrieben werden. Geplant sind außer einem rund 80-Millionen-Euro-teuren Neubau für die IGS samt Mensa und einer neuen, großen Sporthalle zudem eine Kita sowie ein Familienzentrum. Die Grundschule Lehrte-Süd und die Realschule sollen auf dem Gelände ebenfalls beheimatet bleiben.

Wenn der Bürgermeister begeistert von den Plänen für das Areal erzählt, ist ihm jedoch auch anzumerken, dass er mit dem zeitlichen Ablauf eher unzufrieden ist. „Wir wären hier gerne schon weiter“, gesteht er. Die Planungsverfahren dafür brauchten eben viel Zeit, begründet er.

Während Sidortschuk das alles so erzählt, eilt die Schulleiterin der Grundschule Lehrte-Süd, Ute Mauser-Voges, aus dem naheliegenden Schulgebäude und begrüßt den Bürgermeister. Sie spricht ihn gleich auf die schwierige Situation beim Schulsport an. Nachdem eine Turnhalle abbrannte, steht den Schülern von drei Schulen nun nur noch eine Halle zur Verfügung. Sidortschuk hört geduldig zu. Das Thema stehe ganz oben, erklärt er. Dann bittet die Pädagogin den Bürgermeister hinein zum gemeinsamen Singen mit den Grundschülern – was dieser nach einem Blick auf die Uhr gerne annimmt.

Schulpolitik als Kernaufgabe für die nächsten Jahre

Bürgermeister Klaus Sidortschuk sieht in der Umgestaltung des Schulzentrums Lehrte Süd mit dem Bau einer Kita und einem Familienzentrum eine große Herausforderung für die nächsten Jahre. Quelle: Patricia Oswald-Kipper

Die Entwicklung der Schulpolitik zählt er zu den Kernaufgaben seiner Arbeit. „Bildung ist die Grundlage für alles“, erklärt Sidortschuk nach dem Besuch der Grundschule. Er selbst weiß, wie es ist, wenn nicht alle die gleichen Chancen und Startbedingungen haben. Von seiner ehemaligen Dorfgrundschule bei Celle durften nur zwei Schüler aufs Gymnasium, Sidortschuk war einer davon. Es sei wichtig, ein möglichst breites Angebot vorzuhalten, das Chancen für alle biete, sagt er. Lehrte verfüge über ein starkes Bildungssystem mit Gymnasium und einer IGS mit Oberstufe. Und auch die Nachmittagsbetreuung für Grundschüler sei geregelt. „Da haben wir schon viel geschafft.“

Gleichzeitig laufen weitere große Bauvorhaben oder sind in Planung: Der Neubau der Feuerwache, die Erweiterung des Gymnasiums, Neubaugebiete in der Kernstadt und in den Dörfern, der Bau von fünf Kindergärten, die Sanierung oder der Neubau des Schwimmbads. Auch die Bahnhofstraße soll als Aushängeschild möglichst bald umgestaltet werden. „Es ist toll, etwas mitgestalten zu können“, sagt er. Er möchte in einer zweiten Amtszeit nun die vielen angeschobenen Projekte umsetzen.

Doch nicht alle Vorhaben stoßen auf Sympathie. Der Stadtchef hat auch Kritik einstecken müssen – nicht nur von den Anliegern der Backhausstraße wegen der Pannen bei der Sanierung – auch von den Gegnern des Aldi-Logistikzentrums in Aligse. Ihn ärgerten vor allem unsachliche Beiträge oder wenn „Sachverhalte vorsätzlich falsch dargestellt“ würden, sagt er.

Stadtchef schätzt die Nähe zu den Bürgern

Sidortschuk ist gerne Bürgermeister, „weil man da so nah am Geschehen dran ist.“ Reaktionen bekommt er etwa nach Dienstschluss im E-Center zu spüren, wo er gerne mit seiner Frau einkaufen geht. „Da werde ich von Bürgern schon mal angesprochen, wenn etwas gut gelungen ist – aber es gibt auch deutliche Anregungen, wenn etwas zu verbessern ist“, sagt Sidortschuk.

Sozialdemokrat ist seit 1989 in Lehrte zu Hause

Sidortschuk wurde 1963 in Celle als der älteste von drei Brüdern geboren. Er wuchs im Ortsteil Hustedt auf. Ab 1988 arbeitete er bei der Stadtverwaltung in Lehrte im Ordnungsamt. Ab 1992 wurde er dann für das Niedersächsische Kultusministerium tätig, wo er bis zu seiner Wahl zum Bürgermeister in Lehrte 2011 arbeitete. Sidortschuk ist Mitglied der SPD und seit 2006 Mitglied des Rates.

Sidortschuk ist seit 1990 verheiratet und hat zwei Kinder, einen Sohn und eine Tochter. Er lebt mit seiner Familie seit 1989 in Lehrteg. pos

Von Patricia Oswald-Kipper

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