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Sicherheit Einbrüche: Kleine Beute, großer Schock
Umland Lehrte Themen Sicherheit Einbrüche: Kleine Beute, großer Schock
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19:40 07.02.2013
Spurensicherung am Schwachpunkt Fenster: Vor allem hier gelangen die Täter ins Haus. Quelle: dpa (Symbolfoto)
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Lehrte

Zu Beginn dieser Woche ist es schon wieder passiert: Ein Einbrecher drang in ein Wohnhaus ein. Diesmal am Gosekamp in Immensen, und eigentlich war alles so wie schon bei vielen Einbrüchen zuvor: Das Terrassenfenster hat der Eindringling aufgehebelt, vom Erdgeschoss bis unter das Dach alle Räume durchsucht, in Schränken, Schubläden und den privatesten Dingen der Hausbewohner gewühlt. Und schließlich fiel ihm Schmuck in die Hände. Nichts Wertvolles, sagt die Polizei. Nichts Besonderes. Für die Bewohner des Hauses ist das, was zwischen Montagmittag und Mittwochvormittag geschah, jedoch ein einschneidendes Erlebnis.

Seit Oktober, mit Beginn der dunklen Jahreszeit, vergeht kaum eine Woche, in der der Anzeiger nicht über solch einen Fall berichtet. Die Masche der Täter ist meist dieselbe wie jetzt in Immensen. Ein Brecheisen oder ein Schraubendreher reichen, um schlecht gesicherte Fenster oder Türen zu knacken. Die Beute ist selten groß, der Schock bei den Hausbewohnern sitzt dafür umso tiefer.

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Bei der Anzeiger-Umfrage zum Themenschwerpunkt Sicherheit spielten tatsächlich Einbrüche die wichtigste Rolle. 81 Prozent der 579 Teilnehmer sagten, dieses sei die größte Gefahr für das eigene Haus und die Nachbarschaft. Für Aligse, Ahlten und Steinwedel lag diese Zahl sogar noch höher - bis zu 90 Prozent. Dabei sagt Ralf Oltmanns, Chef des Kriminalermittlungsdienstes im Lehrter Kommissariat, dass für das Delikt Wohnungseinbruch nirgendwo im Stadtgebiet ein Schwerpunkt auszumachen sei. Die Taten verteilten sich über alle Ortschaften - von Hämelerwald bis Kolshorn und Ahlten.

Auch die Anzahl der Einbrüche erschreckt die Verantwortlichen im Lehrter Kommissariat nicht. Im November habe es im Sehnder und Lehrter Stadtgebiet etwa zehn gegeben, im Dezember deutlich weniger. Exakte Zahlen werde es allerdings erst in einigen Wochen geben, wenn die offizielle Polizeistatistik veröffentlicht wird.

Trotzdem fühlen sich viele Lehrter und Sehnder unsicher. Und das liegt vermutlich auch daran, dass viele der Einbrüche so seltsam und ungeplant anmuten. Mal klaut der Eindringling aus einem Keller eine Leiter, um mit dieser dann das Wohnzimmerfenster zu erreichen. Mal sackt er in einem Hobbykeller etliche Modellbahnen ein. Mal stiehlt er wertlosen Modeschmuck. Und immer wieder trifft es Gebäuden, in denen es außer Kaffeekassen nicht viel zu holen gibt. Ende November und Anfang Dezember waren das zum Beispiel die Kitas der Matthäusgemeinde und jene am Hohnhorstweg und Dürerring sowie in Ahlten.

Fast scheint es so, dass die Einbrecher, die seit Monaten in Lehrte und Sehnde ihr Unwesen treiben, gar nicht auf die ganz fette Beute aus sind. Sie suchten nach „Gegenständen, die sie schnell und unkompliziert zu Geld machen können“, sagte ein Polizeisprecher schon im Dezember. Rückschlüsse auf den Täter lasse das nicht unbedingt zu. Hinter vorgehaltener Hand wird aber auch oft gemunkelt, da sei jemand unterwegs, der einfach nur täglich an ein bisschen Geld kommen müsse - etwa um sich Drogen kaufen zu können.

Viermal im Gemeindehaus

Dreimal versucht ein Unbekannter in das Gemeindehaus der Markuskirche am Distelborn einzudringen – am 13., 19. und 26. November. Erst beim vierten Anlauf, am 12. Januar, gelingt es. Der Täter bricht Stahlschränke im Kirchenarchiv auf, findet darin aber außer Akten nichts von Wert. Seine Beute: eine kleine Kassette mit etwas Geld.

Viermal in der KGS Sehnde

14 Laptops, zwei Beamer, drei Kameras und ein weiterer Computer: all das stehlen Einbrecher während der Weihnachtstage aus einem Medienraum der Kooperativen Gesamtschule in Sehnde. Den riesigen und unübersichtlichen KGS-Komplex vollständig mit Alarmanlagen zu sichern, sei zu aufwendig. Eventuell könne man aber die Schließ- und Sicherungsanlagen für Türen nachbessern, so Bürgermeister Carl Jürgen Lehrke.

Dreimal in der Kita

Der Nikolaustag ist eigentlich ein Freudentag für Kinder. Die Jungen und Mädchen der Kita am Hohnhorstweg und deren Betreuerinnen haben am 6. Dezember jedoch erst einmal einen Schreck zu verkraften. Das Büro gibt ein chaotisches Bild ab, alles ist durchwühlt, ein Fenster steht offen. Es ist der dritte Einbruch in den Kindergarten am Stadtpark innerhalb weniger Monate.

Wir laden unsere Leser zum Forum Sicherheit ein

Wie Sie Ihr Heim am besten vor Einbrechern schützen, erfahren Sie am Mittwoch, 13. Februar, ab 19 Uhr beim Forum Sicherheit des Anzeigers. Experten für Einbruchprävention geben im Haupthaus der Verlagsgesellschaft Madsack in Kirchrode exklusiv Tipps. Im Anschluss können unsere Leser zudem das Druckzentrum des Verlages besichtigen. Bei einer Führung sehen Sie, wie aus Druckplatten Zeitungsseiten werden und aus tonnenschweren Papierrollen handliche Anzeiger-Ausgaben. Wer dabei sein will, meldet sich bis Sonntag, 10. Februar, unter der Telefonnummer (01 37) 88 89 08 83 an. Wer sich nur über Einbruchprävention informieren will, nennt die Lösungsziffer 1, wer auch das Druckzentrum besichtigen will, nennt die Lösungsziffer 2. Der Eintritt ist frei. Für die Anmeldung fallen 50 Cent Telefongebühr aus dem deutschen Festnetz an. Wir informieren die Teilnehmer telefonisch.

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