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Sicherheit Wenn die Angst nach dem Einbruch zurückbleibt
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18:46 06.02.2013
Von Sarah Dettmer
Dem Einbrecher auf der Spur: Joachim (großes Bild, von links) und Lioba Schlossarek lassen sich von Polizeioberkommissar Michael Nickel erklären, wie sie ihr Haus besser sichern können. Quelle: sde
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Lehrte

Fassungslos schüttelt Lioba Schlossarek immer wieder den Kopf. Ihr Mann Joachim sitzt nachdenklich neben ihr auf dem Sofa. Erst eineinhalb Wochen ist es her, seit in ihr Einfamilienhaus am Eichenweg eingebrochen wurde. Einbrecher hatten ein Fenster im Erdgeschoss aufgehebelt und sich Zutritt zum Wohnzimmer verschafft.

Der Schreck sitzt bei dem Rentnerpaar noch tief. „Wenn ich jetzt allein im Haus bin, habe ich Angst“, sagt Lioba Schlossarek. Die 75-Jährige erinnert sich noch genau an den Moment, als sie und ihr Mann das Durcheinander im Wohnzimmer entdeckten. „Wir kamen nach Hause und alle Türen und Schubladen in der Stube waren aufgerissen, alles lag auf dem Fußboden“, sagt sie. Sie ist noch immer aufgeregt. Im ersten Stock sei das Chaos, das die Einbrecher hinterließen, sogar noch schlimmer gewesen. Dass in ihren persönlichsten Sachen herumgewühlt wurde, belastet Lioba Schlossarek am meisten: „Selbst unsere Unterwäsche haben sie verstreut.“

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Seit 40 Jahren leben die Schlossareks schon in ihrem selbst gebauten Haus. Sie fühlten sich dort stets sicher. Nun ist ihnen in den eigenen vier Wänden nicht mehr wohl zumute. Die Türen im Haus schließen sie neuerdings immer ab. Joachim Schlossarek kann sich zudem nicht erklären, weshalb ausgerechnet in sein Haus eingebrochen wurde. Es könnten nur Fremde gewesen sein, vermutet er. Schließlich wisse sonst jeder, dass bei ihnen nichts zu holen sei.

Geklaut wurde dem Ehepaar aber doch einiges: Silberschmuck, Füllhalter, Münzen - und eine Digitalkamera. Über den Verlust der darauf befindlichen Fotos ist der 76-Jährige besonders betrübt. „Das waren schöne Erinnerungen“, sagt er. Den Wert der entwendeten Dinge kann er nicht beziffern, doch der ideelle Schaden sei groß.

Nun wollen die Schlossareks ihr Haus besser sichern. Hilfe bekommen sie dabei von Polizeioberkommissar Michael Nickel von der Zentralstelle für Technische Prävention. Diese bietet eine sogenannte Schwachstellenanalyse an, in der unter anderem die Beschaffenheit von Fenstern und Türen untersucht wird. Dazu gibt es detaillierte Ratschläge, wie man sich vor Einbrüchen schützen kann.

„Ihre Fenster sind von guter Qualität“, sagt Nickel. Er empfehle aber, Schlösser an den Fenstern anzubringen. Außerdem rät er dem Ehepaar zu einer besseren Beleuchtung ihres Grundstücks. Um sich endlich wieder sicher zu fühlen, wollen Schlossareks die Tipps der Polizei nun beherzigen.

Das Wohnzimmer ist verwüstet, kostbare Gegenstände fehlen, der Schock ist groß – doch wie sollten sich Einbruchsopfer in dieser Situation verhalten? Polizeioberkommissar Michael Nickel von der Zentralstelle für Präventive Technik rät: „Rufen Sie sofort die Polizei unter Telefon 110. Und fangen Sie nicht an aufzuräumen – sonst verwischen Sie mögliche Spuren.“ Es empfehle sich zudem, mit den Nachbarn zu sprechen, ob jemand etwas gehört oder gesehen habe. Gut beraten ist, wer sein Haus ausreichend schützt, damit erst gar nichts passiert. „Das Türschloss sollte man zum Beispiel nicht abschrauben können“, sagt Nickel. Zudem sollten alte Briefschlitze verschlossen und Haustüren mit einem Spion ausgestattet werden. Grundstücke bräuchten eine gute Außenbeleuchtung. Mehr Tipps gibt die Polizeidirektion Hannover seit 2010 in einer kostenlosen Beratung. Wer sein Heim daraufhin handwerklich nachrüstet, erhält von der Polizei die Plakette „Zuhause sicher“. 2012 zählte die Polizeidirektion Hannover in der Kernstadt und der Region insgesamt 1300 Beratungen. Interessierte können sich unter Telefon (0511) 1091-114 oder 109-1103 sowie per Mail an techpraevention@pd-h.polizei-niedersachsen.de melden.

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