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Neustadt Corona-Regeln: Stadt will Gastronomen unterstützen
Umland Neustadt

Außenbewirtung in Neustadt: Stadt will Gastronomen in der Corona-Krise entlasten

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16:09 11.05.2020
Der erste Cappuccino im Stammlokal: M35-Wirt Francesco Konsole bedient Rita Düe am Montagmorgen in seinem Außenbereich. Quelle: Mario Moers
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Neustadt

Die Stadt Neustadt prüft mögliche Erleichterungen für Gastrobetriebe, um die finanziellen Belastungen der seit Montag geltenden Bewirtungsregeln zu mildern. Betreiber und Politiker hatten jüngst angeregt, die Gebühren für die Außenbewirtungsflächen für 2020 auszusetzen. Auch eine unbürokratische Erweiterung der Flächen ist in der Diskussion. „Es gab Anfragen, wir prüfen das wohlwollend“, sagt Stadtsprecherin Nadine Schley dazu.

In Niedersachsen müssen Gastronomen nun mindestens zwei Meter Abstand zwischen den Tischen einhalten. Außerdem dürfen sie maximal die Hälfte ihrer Plätze besetzen. Bundesweit reagieren Kommunen auf die Begrenzungen, um die Wirte zu entlasten. So verzichtet etwa die Stadt Hannover im laufenden Jahr auf Gebühren, die sonst für Außenterrassen auf Gehwegen und öffentlichen Plätzen anfallen.

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CDU drängt auf Tempo

„Zusätzliche Außenfläche ist sinnvoll, wir müssen das jetzt schleunigst angehen“, sagt Jürgen Schart, CDU-Ortsrat in der Kernstadt. Seine Ortsratsfraktion will die Gebührenbefreiung in einer Videokonferenz besprechen. Am Montag regte auch AfD-Ratsherr Volker vom Hofe eine entsprechende Entlastung in einem Brief an Bürgermeister Dominic Herbst an. „Wenn die Wirte nur noch die Hälfte ihres Platzes nutzen dürfen, sollte man ein Auge zudrücken“, findet vom Hofe. Inwiefern die Stadt tatsächlich auf die praktische Umsetzung der Abstandsregelungen Einfluss nehmen darf, wird derweil noch geklärt. „Wir befinden uns mit der Region im Austausch“, sagt Stadtsprecherin Schley.

Verhaltener Auftakt

Das Jedermanns in der Marktstraße bleibt am Montag noch geschlossen. Quelle: Mario Moers

Voll war es derweil nicht bei der Wiedereröffnung der Restaurants, (Eis-)Cafés und Verzehrbereiche der Bäckereien in Neustadts Marktstraße. Bei kühlen 7 Grad nutzten am Montagmorgen nur einzelne Gäste die Gelegenheit, wieder in den Gastronomiebetrieben zu sitzen. Mehrere Gastwirte ließen ihre Außenbereiche vorerst geschlossen. „Der Start kam ja sehr kurzfristig. Wir öffnen draußen wieder, sobald wir uns darauf eingestellt haben“, sagt etwa Ratskeller-Wirt Christian Nehring. Die Reservierungen für den Innenbereich hielten sich in seinem Betrieb zum Auftakt in Grenzen – zu Mittag gab es eine, für den Abend drei.

Bjoern Penno vom Jedermanns will seine noch abgesperrten Tische in der Marktstraße ab Dienstag bedienen. „Am Donnerstag kamen die Regeln von der Dehoga, Freitag vom Land. Ich studiere heute erst einmal genau die Vorgaben“, sagt er. Bereits in der vergangenen Woche hatten sich mehrere Innenstadt-Gastronomen solidarisiert. „Der Austausch untereinander ist in der Krise deutlich besser geworden“, nennt er einen positiven Nebeneffekt.

So sieht das Corona-Formular für Gäste des Ratskellers aus. Quelle: Mario Moers

Tische to go?

In der M35-Cafébar begrüßte Francesco Konsole am Montag seine ersten Kunden am Mittagstisch, natürlich mit Mundschutz und einem Formular, das jeder sitzende Gast ausfüllen muss. Die Daten sollen mögliche Infektionsketten nachvollziehbar machen. Konsole hat eine alternative Idee für abstandskonforme Gastrobesuche: „Die Stadt könnte Sitzgelegenheiten in der Marktstraße aufstellen, wo die Leute ihr Essen zum Mitnehmen verzehren können“, schlägt er vor.

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