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Neustadt Dorferneuerung: Startet das Mühlenfelder Land in die dritte Runde?
Umland Neustadt

Bekommt das Mühlenfelder Land eine dritte Runde?

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06:00 23.11.2019
Die Vertreter der Arbeitskreise aus den vier Ortschaften im Mühlenfelder Land. Die Landesbeauftragte des Amtes für regionale Landesentwicklung, Dinah Stollwerck-Bauer (siebte von rechts) hatte ein offenes Ohr für die Bedürfnisse der Dörfer. Quelle: Susann Brosch
Hagen

Der Einladung in das Mühlenfelder Land folgte Dinah Stollwerck-Bauer, neue Landesbeauftragte des Amtes für regionale Landesentwicklung Leine-Weser (ArL), am vergangenen Donnerstag gern. Einen ersten Blick auf umgesetzte Dorferneuerungsprojekte warf sie bereits einen Monat zuvor, als eine chinesische Delegation Hagen besucht hatte.

Wunsch nach Verlängerung ist einstimmig

Im Musikraum der Grundschule Hagen hörte sich Stollwerck-Bauer konzentriert die Vorträge der Sprecher der Arbeitskreise (AK) an. Die Dörfer Borstel, Dudensen, Hagen und Nöpke präsentierten Projekte, die bereits erfolgreich umgesetzt wurden, die sich in Bearbeitung befinden und die in Planung sind. Der Tenor war einstimmig. „Wir brauchen eine Verlängerung des Dorferneuerungsprogramms bis 2023“, fasste es der Nöpker AK-Sprecher Phillip Schönewolf für alle anwesenden Dorfvertreter zusammen.

Das Mühlenfelder Land beantragt eine Verlängerung des Dorferneuerungsprogramms bis 2023. Der neue Dorfverbund Bevensen – Mariensee steht in den Startlöchern, um 2020 seinen ersten Antrag zur Dorferneuerung zu stellen.

Loslassen, um gemeinsam etwas zu schaffen

„Es ist eine große Leistung, dass Sie hier diese Einigkeit ausstrahlen“, betonte die Landesbeauftragte. „Dinge, die erfolgreich laufen, sollen auch weiterlaufen, um andere mitzuziehen“, sagte Stollwerck-Bauer zur weiteren Förderung. Bei der Stadtverwaltung sei der Antrag schon eingegangen. „Es fehlt noch der Ratsbeschluss im Dezember“, sagte Christopher Schmidt vom Fachdienst Stadtplan. In dieser Ratssitzung fällt ebenfalls die Entscheidung, ob der neue Verbund der Ortschaften Bevensen und Mariensee mit seinen sieben Dörfern als Nächstes vom Entwicklungsprogramm profitieren soll. „Wir haben mit den Ortsvertretern schon mal einen Termin beim ArL vereinbart, etwa zwei Wochen nach der Sitzung“, sagte Schmidt zuversichtlich.

Stadtplanerin Karin Bukies, der Planungsgruppe Stadtlandschaft, präsentierte ein Wegekonzept für (Fahrrad-)Touren durch das Mühlenfelder Land. Quelle: Susann Brosch

„Die Mühlenfelder haben ihr Handwerk gelernt, und der neue Dorfverbund hat auch schon Erfahrungen mit ländlicher Entwicklung gesammelt“, so der Stadtplaner weiter. Stollwerck-Bauer schien erfreut zu sein, das zu hören. „Ein Dorf allein kann oft nicht viel umsetzen“, berichtete sie aus eigener Erfahrung. „Man muss mal loslassen, um gemeinsam etwas zu schaffen.“ Am Ende der zweistündigen Veranstaltung waren die anwesenden Dorfvertreter zuversichtlich, die Landesbeauftragte auf ihrer Seite zu haben.

Die Mühlenfelder Dörfer haben noch viel vor

Die Borsteler wünschen sich einen sozialkulturellen Dorfmittelpunkt für alle und die Möglichkeit, am Wochenende Brötchen im eigenen Dorf einkaufen zu können. Zu schaffen machen ihnen die Ungewissheit im Hinblick auf einen Neubau für die Feuerwehr und die Leerstände im Ort. Doch viele Dorfbewohner befassen sich bereits aktiv mit diesen Aufgaben.

Die Liste aus Dudensenist etwas länger: Eine Dorfgemeinschaftsscheune, ein Rad- und Fußweg entlang der Landstraße, ein Fußweg um den Bolzplatz, eine Wanderschutzhütte in der Nähe der Bockwindmühle sowie der Ausbau des Glasfasernetzes im Dorf.

Hagen hat ehrgeizige Projekte im Programm. Auf dem Grundstück des alten Pfarrhauses soll ein Haus mit kleinen Wohneinheiten für Senioren entstehen. Das Gemeindehaus auf dem benachbarten Grundstück soll saniert und ausgebaut werden und einer multifunktionalen Nutzung zur Verfügung stehen. Des Weiteren soll das Regenrückhaltebecken, in Nachbarschaft zu den Sportplätzen, renaturiert werden.

In Nöpkekonzentriert sich der Arbeitskreis auf die Verkehrssicherung. Auf der schmalen Straße zum Freibad sind immer wieder gefährliche Situation zu beobachten. Auch die wichtige Verkehrsader Altes Seelenfeld ist als Busroute ein potenzieller Unfallherd. Beide Straßen sollen fußgängerfreundlich und übersichtlich ausgebaut werden. Außerdem arbeitet die Planungsgruppe Stadtlandschaft ein Wegekonzept für das Gelände der Alten Ziegelei aus.

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Von Susann Brosch

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