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Neustadt Elterntaxis machen auch in Neustadt Probleme
Umland Neustadt

Elterntaxis machen auch in Neustadt Probleme

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18:30 03.09.2019
Am Montagmittag hält sich das Chaos vor der Michael Ende-Schule noch in grenzen: Viele Schüler bleiben noch zum Mittagessen. Quelle: Kathrin Götze
Neustadt

Elterntaxis machen auch im weitläufigen Neustädter Land Probleme. Vor einigen Schulen ist das Verkehrschaos vor und nach dem Unterricht besonders groß. Vertreter von Polizei, Stadt und Schulen sinnen gemeinsam auf Lösungen.

Verkehrschaos herrscht vor mehreren Schulen

Immer wieder bietet sich ein ähnliches Bild: Elternautos blockieren Einfahrten und Bushaltestellen, halten in zweiter Reihe und machen es auch den Schülern schwer, die die Straße zu Fuß überqueren wollen. Besonders schwierig ist die Situation am Morgen beispielsweise vor der Grundschule Otternhagen, wenn auf der Ortsdurchfahrt Elterntaxis den Verkehr blockieren. Vor der Stockhausenschule sei mit Einführung der Einbahnstraßenregelung schon einiges besser geworden, berichtet der städtische Verkehrskoordinator Benjamin Gleue. Doch auch dort gab es kürzlich bei einer Kontrolle allerhand zu beanstanden.

Manche Eltern sind beratungsresistent

Nicht alle Eltern sind überdies einsichtig, wenn sie auf Fehlverhalten angesprochen werden. Davon kann Alexander Majewski ein Lied singen, der gemeinsam mit einem Kollegen für die Stadt den ruhenden Verkehr überwacht. So sei eine Mutter vor seinen Augen in die Schule gehuscht, als er sie ansprach, weil sie an der Bushaltestelle parkte. Und ein Vater habe ihm gar Schläge angedroht, als er ihm einen Strafzettel ausstellen wollte.

Schulleiterin: Kindern entgeht viel, wenn Fußweg fehlt

Auch an der Michael Ende-Schule soll es jetzt Kontrollen geben. Schulleiterin Siegrid Bierwirth kann sich kaum erklären, warum Tag für Tag so viele Eltern ihre Kinder mit dem Auto bringen und abholen. „Die Kinder können auf dem Fußweg zur Schule so viel lernen. Auch Gespräche sind wichtig, wenn sie gemeinsam gehen.“ Von einer Kampagne gegen Elterntaxis hält die Schulleiterin allerdings nichts. „Das sind doch alles selbstständig denkende Menschen.“

Verantwortliche suchen Lösungen für Ahnsförth

Ortstermin an der Michael Ende-Schule: Hausmeister Florian Hake (von links), Ortsbürgermeister Johannes Laub, Schulleiterin Siegrid Bierwirth, Kontaktbeamtin Pamela Hoffmann, Verkehrskoordinator Benjamin Gleue, Kontrolleur Alexander Majewski, Verkehrsplaner Sebastian Fleischer, Tiefbau-Mitarbeiterin Lisa Bartholdy, Martin Schwalb und Jasmin Fenske testen den neuen Gehweg für Schüler gen Norden. Quelle: Kathrin Götze

In einem Ortstermin am Ahnsförth hat sie mit Vertretern der Verwaltung und der Kontaktbeamtin Pamela Hoffmann von der Polizei besprochen, wie man sonst Verbesserungen erreichen könnte. Auch dort sorgen vor allem die zahlreichen Autos für Chaos, in denen an der Bushaltestelle, vor Zufahrten und sogar im Kreisverkehr Eltern auf ihre Kinder warten. Ein kürzlich angelegter Schotterweg, der von der Michael Ende-Schule am benachbarten Hort (ehemalige Ahnsförth-Schule) vorbeiführt, sei schon eine mächtige Verbesserung, sagt Bierwirth.

Neuer Fußweg dient manchen Autofahrern als Wendeschleife

Dort gehen die Kinder deutlich abseits der Straße gen Norden. Allerdings nutzten ihn auch Autofahrer öfter mal für Wendemanöver vom anliegenden Parkplatz aus. Für die Großraumtaxis, die Inklusionskinder bringen und abholen, könnten Halteboxen markiert werden, hieß es weiter, und auch die Halteverbotszonen an der Bushaltestelle könne man ausweiten. Doch dafür sei ein politischer Beschluss nötig, merkte Martin Schwalb von der städtischen Verkehrsbehörde an.

Kontaktbeamtin und Stadt planen Info-Offensive

Kontaktbeamtin Hoffmann will mit Infoblättern an der Schule die Eltern aufklären, welche Gefahren in morgend- und mittäglichen Verkehrsverstößen liegen. Überdies will sie in Kürze zu einer Info-Veranstaltung zum Thema Schülerlotsen einladen. Diese gibt es in Neustadt seit Jahren nicht mehr, „aber vielleicht wäre das eine Lösungsmöglichkeit“, meint die Polizistin.

Ortstermin: Pamela Hoffmann (von links), Alexander Majewski, Lisa Bartholdy, Sebastian Fleischer und Florian Hake im Gespräch am Ahnsförth. Quelle: Kathrin Götze

Antworten auf alle möglichen Verkehrsfragen geben Hoffmann und Verkehrskoordinator Gleue am Freitag, 6. September, von 9 bis 12.30 Uhr an einem Stand auf dem Wochenmarkt an der Marktstraße, Ecke Wallstraße (vor Brandes & Diesing). Die beiden Sicherheitspartner sagen, sie freuten sich darauf, dort mit den Bürgern ins Gespräch zu kommen.

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Von Kathrin Götze

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