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Neustadt Militärübung in Neustadt: Nato-Soldaten üben im Famila-Markt den Ernstfall
Umland Neustadt

Großübung in Neustadt: Nato-Einsatz im Famila-Markt

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14:59 05.11.2019
Den Ernstfall proben: Nato-Soldaten bei der Übung in Neustadt im vergangenen Jahr. Quelle: Katharina Zollondz
Neustadt

Bereits zu neunten Mal simulieren ab sofort rund 500 Soldaten aus über 24 Mitgliedsstaaten einen fiktiven Nato-Einsatz. An Dutzenden Schauplätzen, elf davon im Neustädter Land finden seit Mittwoch, 30. Oktober, bis Freitag, 8. November, Übungen des internationalen Militär-Manövers Joint Cooperation statt – Neustadt ist zu dritten Mal dabei.

Die Großübung wird organisiert und koordiniert aus der Nienburger Clausewitz-Kaserne. Dort befindet sich das Zentrum Zivilmilitärische Zusammenarbeit der Bundeswehr, das zum Monatsbeginn von CDU-Staatssekretär Peter Tauber unter dem neuen Namen „Multinational CIMIC Command“ eingeweiht wurde.

Die Nato-Übung ist im dritten Jahr in Neustadt

Das bis ins kleinste Detail geplante Manöver gleicht einem Rollenspiel und führt die Militärs auch in den Familia-Supermarkt in Neustadt. „Die Missionen in Neustadt sind dieses Jahr nicht so spektakulär wie letztes Jahr, als Kunstschätze aus dem Schloss gesichert werden mussten“, sagt Oberstleutnant Ulrich Baade. Wann der Einsatz in Neustadt simuliert werden soll, das verraten die Organisatoren nicht. Die Teilnehmer könnten sich sonst darauf vorbereiten. Auch im Neustädter Rathaus, im Klinikum, beim Amtsgericht und in einer lokalen Redaktion werden Einsatzteams mit vorher geschulten Protagonisten kleine Rollenspiele durchführen.

2018 „spielte“ ein Teil der Militärübung auf dem Schloss Landestrost Quelle: Katharina Zollondz

Die Region wird zu „Framland“

Allein das „Drehbuch“ für die Übung umfasst rund 180 Seiten:Die Demokratie im fiktiven Staat „Framland“ ist ein zartes Pflänzchen. Eine Nato-Mission soll die Widerstandsfähigkeit des zerrütteten Landes stärken. Elf Teilmissionen führen die Einsatzteams in den Landkreis Verden, die Region Hannover und nach Nienburg.

Das Ziel der Übung ist es, ein Lagebild über die Widerstandsfähigkeit und Stabilität „Framlands“ zu ermitteln. Die dortige Demokratie ist bedroht, seit eine revisionistisch-nationalistisch orientierte Partei das Land wieder dem untergegangenen „Skolkan Imperium“ anschließen will. Die Partei wird unterstützt von dem aggressiven Nachbarland Torrikan. Das wiederum finanziert die militanten Kämpfer der „Skolgan Adler“, einer Terrorgruppe.

Im neunten Jahr des Großmanövers ist „Framland“ auf gutem Weg, den Bürgerkrieg hinter sich zu lassen. Das Fernziel ist die EU-Mitgliedschaft. Bei den Einsätzen in Neustadt geht es nun darum festzustellen, wo es möglicherweise noch hakt. Sind die Beamten bestechlich? Wie ist die Bevölkerung gegenüber der Nato-Mission eingestellt? Diese Frage gilt es zu klären. Für großes Aufsehen soll das Manöver nicht sorgen: Statt Panzern rollen nur kleine mobile Erkundungsteams durch „Framland“.

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