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Neustadt Kiessee-Großprojekt: Totholz soll im Gewässer Leben schaffen
Umland Neustadt

Kiessee-Großprojekt in der Wedemark: Totholz soll im Gewässer Leben schaffen

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17:57 25.11.2019
Am Rande des Brelinger Kiessees haben Bernd Becker (links) und Oliver Windhorst vom ASV Neustadt eine neue Infotafel aufgestellt. Quelle: Holger Machulla
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Wedemark/Neustadt

Am ehemaligen Kiesabbausee in Brelingen beschreibt eine zweiseitige Infotafel, was sich dort im See unter der Wasseroberfläche tut, seit der Angelsportverein (ASV) Neustadt am Rübenberge 136 schwere Bündel Totholz versenkt hat. Das war Anfang 2018 an vier Uferstellen. Nun wollen die Akteure eine Halbzeitbilanz des großen Forschung-Praxis-Projekts ziehen, das mit solchen Großeinsätzen in mehreren Gewässern in der Wedemark und im Raum Neustadt der Natur auf die Sprünge helfen soll.

Gewässer dienen der Wissenschaft

Am ehemaligen Brelinger Baggersee finden Spaziergänger viele Informationen vor. Quelle: Ursula Kallenbach

Auch am Meitzer Kiessee haben die Angler das Ufer umgebaut. Dass dies alles ökologisch ist, kann man nicht gleich sehen – man muss es verstehen. Deshalb seien hier wie dort die Informationsschilder aufgestellt worden, erklärt Holger Machulla, Vorsitzender des ASV. Der Verein hat einen Großteil seiner Mitglieder in der Wedemark. Die beiden Seen in Brelingen und Meitze gehören ihm und stehen seit gut zwei Jahren und noch bis 2022 im Dienst der Wissenschaft.

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Das wollen Angler und Forscher

Auf ihren Infotafeln verdeutlichen der ASV und der Anglerverband Niedersachsen, was sie mit ihrem gemeinsamen Projekt zur Förderung der Artenvielfalt an Baggerseen erreichen wollen. Das Ziel betrifft nicht nur die Fische, sondern alle Lebewesen an und in diesen Gewässern. Die Forscher des Leibniz-Instituts für Gewässerökologie und Binnenfischerei sowie die Angler aus der Wedemark und Neustadt führen gemeinsam die lebensraumverbessernden Maßnahmen in den Gewässern in Meitze und Brelingen durch; diese werden wissenschaftlich überprüft. Der Angelverein wiederum erhält praktische und fischereiwissenschaftliche Hilfestellungen. „Damit können wir unsere Gewässerhege künftig noch nachhaltiger gestalten“, sagt Machulla.

Projekt erforscht Bedeutung der Stillgewässer

Das Projekt solle helfen, dass Angler und Behörden künftig neu entstehende Kiesgruben wieder verträglich in die Landschaft eingliedern, bewirtschaften und dabei eine möglichst große Artenvielfalt erzielen. Es gebe viele ehemalige Baggerseen, zu denen in der Vergangenheit häufig falsche Entscheidungen getroffen wurden, weiß Machulla. Deshalb erforsche dieses Verbundprojekt aus Wissenschaft und anglerischer Praxis in einem noch größeren Rahmen, welche Bedeutung diesen künstlichen Stillgewässern in der nationalen Biodiversitätsstrategie zukomme und wie sie aufgewertet werden können.

Spaziergänger haben Naturerlebnis

Vor Ort dient die Uferumgestaltung der Seen vorrangig der Ökologie im Gewässer, Kleinlebewesen und Fischen wie auch den Anglern. „Die Aktionen sollen aber nicht nur Fischen, Vögeln, Amphibien, Libellen, wirbellosen Wasserlebewesen und Pflanzen zugutekommen“, betont Machulla. „Auch der Mensch profitiert von der Verbesserung der Gewässer und deren Ufer. Auch wenn es keine Badeseen werden, ist der Erholungswert und das Naturerlebnis für die Spaziergänger und Gäste an unseren Gewässern schon jetzt erheblich gestiegen.“

Wedemärker Ergebnisse werden präsentiert

In einem Workshop „Baggersee“ am Freitag, 6. Dezember, in Neustadt am Rübenberge werden die bisherigen Ergebnisse der Untersuchungen und der Projektverwirklichung am Meitzer Kiessee und in Brelingen präsentiert. Dabei stellt der Angelsportverein (ASV) Neustadt auch Ergebnisse aus seiner Vereinsbefragung vor. Die Veranstaltung im San Stefan, Schneerener Straße 19, beginnt um 18.30 Uhr. Es sind nicht nur ASV-Mitglieder dazu eingeladen, sondern auch interessierte Gäste. Anmeldungen müssen bis Freitag, 29. November, bei Holger Machulla per E-Mail an Holger.Machulla@web.de oder unter Telefon (05032) 67929 eingehen.

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Von Ursula Kallenbach

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