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Neustadt Annegret Messerschmidt bekommt das Bundesverdienstkreuz
Umland Neustadt Annegret Messerschmidt bekommt das Bundesverdienstkreuz
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12:40 26.02.2018
Annegret Messerschmidt hat das Verdienstkreuz von Regionspräsident Hauke Jagau entgegengenommen, Bürgermeister Uwe Sternbeck (links) freut sich mit.
Annegret Messerschmidt hat das Verdienstkreuz von Regionspräsident Hauke Jagau entgegengenommen, Bürgermeister Uwe Sternbeck (links) freut sich mit. Quelle: Christian Stahl
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Mandelsloh/Hannover

 Ohne sie lief über ein Vierteljahrhundert nichts in Neustadts Norden: Mit Tatkraft, Humor und wo es sein musste, auch deutlichen Worten hat Annegret Messerschmidt ihr Amt als Ortsbürgermeisterin geführt. In der Kommunalpolitik ist sie sogar schon seit 43 Jahren tätig. Da war es höchste Zeit, sie für all dieses ehrenamtliche politische Engagement mit einem Orden zu ehren. Am Freitag verlieh ihr Regionspräsident Hauke Jagau das Verdienstkreuz am Bande des Bundesverdienstordens.

Viele Entwicklungen hat die Sozialdemokratin mit ihren Mitstreitern auf den Weg gebracht, meist im Schulterschluss mit ihrem Ehemann Bodo, der ebenso ein politischer Mensch ist wie die „Chefin“.  An ihre erste Ortsratssitzung könne sie sich nicht mehr recht erinnern, sagt Messerschmidt. Das war im Jahr 1974, als gerade die vormals eigenständigen Gemeinden zur Stadt Neustadt fusioniert worden waren. Die Einführung als Ortsbürgermeisterin dann hatte Amtsvorgänger Heinrich Thies (CDU) mit Bedacht auf den Tag vor ihrem Geburtstag gelegt, am 28. November 1991 übernahm sie den Vorsitz im Gremium.

Der Ortsrat Mandelsloh ist noch heute auch für die Dörfer Amedorf, Brase, Dinstorf, Evensen, Niedernstöcken, Stöckendrebber und Welze zuständig. Da gab es über die Jahrzehnte viel zu regeln – meist ging es darum, Infrastruktur zu erhalten. So war es ihre Initiative, dass die Verwaltung eine Außenstelle im Gebäude der Sparkasse behielt, auch mit dem Abfallwirtschaftsbetrieb Aha verhandelte sie, um die örtlichen Grüngutannahmestellen zu erhalten. Die Anbindung Lutters an den öffentlichen Nahverkehr und der Deichbau bei Stöckendrebber mit vielen Verhandlungen zuvor waren weitere Meilensteine. „Ich habe unglaublich viel gelernt in all den Jahren“, sagt Messerschmidt zufrieden. 

Doch auch Rückschläge mussten die Dörfer verkraften. „Die Schließung der Schule in Niedernstöcken war wohl eine der härtesten Entscheidungen, die wir fällen mussten“, sagt sie rückblickend, auch der Streit um den Standort des Pflegeheims und der Verlust der Poststelle machten ihr zu schaffen. Dass nun ein Baugebiet für Mandelsloh kurz vor der Umsetzung steht, mache sie froh. „Ich habe mir auch vorgenommen, den Radweg nach Helstorf noch zu nutzen, für den wir so lange gekämpft haben“, sagt sie. Nach 20 Jahren ist nun das Planfeststellungsverfahren abgeschlossen, voraussichtlich wird im nächsten Jahr gebaut.

Bei allen Erfolgen und Rückschlägen: Der Kontakt mit den Menschen in den Dörfern habe ihr immer viel Freude bereitet, betont Messerschmidt. Gerade bei den regelmäßigen Geburtstagsbesuchen als Ortsbürgermeisterin habe sie Offenheit und Austausch immer sehr genossen. Über die Ehrung freut sie sich mächtig, wie sie sagt. „Das war ja eine Überraschung, als ich davon erfuhr.“ Neben Freunden und Familienmitgliedern begleiteten sie auch Amtsnachfolger Günter Hahn und Neustadts Bürgermeister Uwe Sternbeck nach Hannover zum Termin mit dem Regionspräsidenten Hauke Jagau – auch dieser ist schon lange Zeit politischer Weggefährte. 

Von Kathrin Götze