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Neustadt Nach Virenattacke: Neustadts Rathaus ist weit weg vom Alltag
Umland Neustadt

Nach Virenattacke: Neustadts Rathaus ist weit weg vom Alltag

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14:23 19.09.2019
Die Stadt Neustadt ist längst nicht wieder am Netz. Quelle: Andreas Frank (Symbolbild)
Neustadt

Sie arbeiten weiter daran, Arbeitsgrundlagen und -ergebnisse zu retten: Nach der Virenattacke auf das Computersystem vor zwei Wochen haben die Mitarbeiter der Stadtverwaltung längst nicht wieder die normale Arbeitsfähigkeit erreicht. Bei den Bürgern wächst allerdings inzwischen der Unmut: Nicht jeder sehe ein, dass viele Auskünfte und Dienstleistungen noch immer nicht zur Verfügung stünden, berichtet Stadtsprecherin Nadine Schley.

IT-Fachleute arbeiten Schritt für Schritt

Zuerst sind Standesamt und Bürgerbüro wieder ans Netz gegangen. Nun arbeiten die IT-Experten daran, den Fachbereich Soziales wieder in Gang zu bringen. Von dort werden auch Sozialleistungen wie das Elterngeld angewiesen. Für Letzteres entsteht schon eine zweiwöchige Verspätung. In vielen anderen Bereichen würde ein Zahlungsverzug für die Empfänger größere Probleme nach sich ziehen.

Viele Dienstleistungen können nicht angeboten werden

Wer jedoch aktuell etwa Katasterauszüge, Geodaten oder andere Dienstleistungen braucht, muss sich gedulden, sagt Schley. Bei vielen Rechnern der Verwaltung musste die komplette Festplatte gelöscht werden. Damit sind zahlreiche Dateien aus der Verwaltungsarbeit verschwunden, können nur mühsam wieder beschafft werden. „Bei Planungsunterlagen zum Beispiel nehmen wir Kontakt zu Büros und anderen Geschäftspartnern auf und hoffen, dass sich vieles wiederherstellen lässt“, sagt Schley.

Kommunikation ist erschwert

Das geht auch nicht auf dem üblichen Weg per E-Mail. Denn eine Mail mit einem Anhang im Microsoft-Office-Format muss das Einfallstor der Attacke gewesen sein. Damit können sogenannte Makros verknüpft werden, stark zusammengefasste Befehlsreihen, die beim Öffnen automatisch ausgeführt werden. Normalerweise dienen sie der Funktion des Programms – doch auch Schadprogramme werden auf diesem Weg eingeschleust. Die meisten Organisationseinheiten der Stadtverwaltung sind nach wie vor vom Netz getrennt, können also auf hinterlegte Dateien nicht zugreifen. Und die Führungskräfte treffen sich nun täglich zur Absprache, statt sich wie üblich elektronisch auszutauschen.

Landeskriminalamt ermittelt zur Virenattacke

Spezialisten vom Landeskriminalamt untersuchen den Fall. Auch Vertreter anderer Kommunen beobachten die Vorgänge und hätten sich bereits nach Fortgang und Folgen der Attacke erkundigt, berichtet Schley, die auch deutlich mehr Anfragen verschiedener Medien beantworten muss als gewohnt.

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Von Kathrin Götze

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