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Nachrichten Borstelerin geht auf Reise mit Sinn 
Umland Neustadt Nachrichten Borstelerin geht auf Reise mit Sinn 
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19:26 23.02.2018
Martina Cordes freut sich auf die Reise nach Südafrika Quelle: Kathrin Götze
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Borstel/Hagen

 Sie will nicht mehr warten: schon lange träumt Martina Cordes aus Borstel von einem Besuch in Südafrika, will Land und Leute auch außerhalb der üblichen Touristenpfade kennen lernen. Deshalb hat sich die 59-Jährige jetzt vorgenommen, was sonst eher junge Leute zwischen Schule und Studium tun: sie will in ihr Traumland reisen und dort als Freiwillige in einem sozialen Projekt arbeiten.  

Ein Kinderheim für Säuglinge in Durban hat sie sich für ihren Einsatz ausgesucht, dazu gönnt sie sich eine Woche Sightseeing in Kapstadt. Für diese Art Tourismus mit Sinn und engerem kulturellen Austausch gibt es einen ausgeprägten Markt: Private Agenturen vermitteln weltweit Kontakt zu Partnern, die in beliebten Reiseländern Work&Travel-Aufenthalte oder eben Freiwilligenarbeit in sozialen Projekten organisieren. „Voluntourism“, heißt das Schlagwort, Freiwilligentourismus. 

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Die Welt verändere man so in vier Wochen nicht, habe aber einen intensiveren Austausch mit den Bewohnern eines Reiselandes, heißt es aus der Agentur.  Interessenten empfehle man, sich vor einer solchen Reise gründlich zu informieren und nicht zu hohe Erwartungen zu hegen. Die große Mehrheit der Kunden seien zwischen 17 und 25 Jahre alt, doch auch Ältere und inzwischen auch Familien entdeckten diese Form des Reisens für sich.

Die Hagener Schulkinder haben Mitbringsel für das südafrikanische Kinderheim gebastelt. Quelle: privat

Als Cordes, die seit 16 Jahren als pädagigische Mitarbeiterin in der Grundschule Hagen arbeitet, den Schulkindern von ihren Reiseplänen erzählte, nahmen die regen Anteil und freuten sich mit ihr. „Du musst den Kindern auch Geschenke mitbringen“, habe ihr ein Mädchen vorgeschlagen, berichtet Cordes. Als sie nach einer Idee fragte, kam die Antwort prompt: „Bananen.“

Doch auch wenn die süßen Früchte sicher auch den südafrikanischen Kindern schmecken, habe man sich schließlich auf haltbarere und leichtere Mitbringsel geeinigt, sagt Cordes lachend: Die Hagener Kinder haben bunte Tischsets und Hampelmänner aus Pappe gebastelt, die Cordes nun in ihren Koffer für Afrika packt. Nächste Woche geht es los. Und Cordes musste den Kindern fest versprechen, nach ihrer Rückkehr ganz viel zu erzählen.

Von Kathrin Götze