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15:30 23.05.2017
Der Vorstand der neuen Bürgerinitiative (oben von links): Olaf Jensen, Herbert Stöpper, Marilu Krallmann, Monika Stöpper und Theresia Rogalski; (unten von links): Brigitte Trautmann, Sabine von der Lieth und Iris Kahle.
Der Vorstand der neuen Bürgerinitiative (oben von links): Olaf Jensen, Herbert Stöpper, Marilu Krallmann, Monika Stöpper und Theresia Rogalski; (unten von links): Brigitte Trautmann, Sabine von der Lieth und Iris Kahle. Quelle: privat
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Basse

"Wir freuen uns, dass sich direkt 136 Mitglieder gemeldet haben", sagt Theresia Rogalski, Vorstandsmitglied der Initiative. Insgesamt waren zur Sitzung etwa 160 Bürger gekommen. Auch Wilhelm Wesemann besuchte die Veranstaltung in der Kirche. Der frühere Suttorfer Ortsbürgermeister, aktuell ist er Vorsitzender des Rates der Stadt, brachte Neuigkeiten aus der Verwaltung mit: "Die Oberfläche der L193 soll sarniert werden, weil die Landesstraße in einem schlechten Zustand ist." Diese Informationen hat zwischenzeitlich auch die Stadt mittels Pressemitteilung verkündet. "Leider wissen wir zu Zeitpunkt und Art der Umsetzung noch nichts genaueres", sagt Stadtsprecherin Pamela Klages.

Für die Bürger aus Basse, Suttorf und den umliegenden Ortschaften ist die Gründung der Initiative ein Schritt in Sachen Widerstand. "Wir haben durchgesetzt, dass Sebastian Lechner am Montag, 29. Mai, zu uns kommt", sagt Rogalski. Lechner ist Landtagsabgeordneter und CDU-Fraktionschef im Rat. Er möchte sich bei einer Ortsbegehung ein genaues Bild von der Lage machen. Rogalski: "Wir sind aber erst zufrieden, wenn auch Bürgermeister Uwe Sternbeck und Vertreter der Landesregierung hier aufschlagen und sich für unsere Sache einsetzen."

Die versprochene Rückendeckung durch die Stadtverwaltung fehle bisher, sagt Rogalski, eine Geräuschmessung in Basse und das geforderte Nachtfahrverbot wurden noch nicht durchgesetzt. "Deshalb führen wir selbstorganisierte Zählungen durch, um die Sachlage stets im Blick zu haben", sagt Rogalski. Bei der jüngsten Zählung wurden innerhalb von 15 Stunden, zwischen 5 und 20 Uhr, etwa 789 große LKW gesichtet. Die bereits stark abgenutzten Straßen würden dadurch nur weiter beschädigt werden. "Die geplante Sarnierung der L193 muss so schnell wie möglich umgesetzt werden", formuliert Rogalski eine weitere Forderung der Bürgerinitiative. In den betroffenen Ortsteilen liegen Unterschriftenlisten aus, um dem Antrag Nachdruck zu verleihen. "Die leiten wir am Montag, 29. Mai, an Olaf Lies, Minister für Verkehr und Wirtschaft weiter." Die Anwohner erhoffen sich dadurch mehr Aufmerksamkeit für die schlechte Situation in ihrem Ort. "Die Verantwortlichen sollten mal eine Nacht in Basse verbringen, dann würden sie die Sache vielleicht auch anders sehen", sagt Rogalski, denn schlafen sei durch die lauten LKW`s schwer geworden.

Aktuelle Themen und Termine rund um die Bürgerinitiative sowie Neuigkeiten über die Umleitung werden online unter der Rubrik "B6" auf der Homepage von Basse, www.basse-neustadt-rbge.de, bekanntgegeben.

Ratsfraktionen fordern Aufklärung

Die Stadtratsfraktionen von UWG und Grünen/Linke haben in einem Antrag mehr Aufklärung gefordert. "Wir erfahren alles nur aus zweiter Hand, standen noch nicht in direktem Kontakt mit der Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr, das muss sich ändern", sagt Willi Ostermann, Fraktionsvorsitzender der UWG. Mit einem Gemeinschaftsantrag wollen die Bürgervertreter nun erreichen, dass ein Behördenvertreter in den monatlichen Ratssitzungen Auskunft über den aktuellen Status der B6-Brücke gibt. Ostermann: "Die Bürger sprechen uns an und wir können nichts antworten, weil wir selbst nicht informiert sind." Die Fraktionen wünschen sich ein transparentes Verfahren, bei dem alle Betroffenen informiert sind. "Wie steht es überhaupt mit der Brücke, welche Schritte wurden bereits eingeleitet und welcher Zeitrahmen ist geplant? Es sind viele Fragen offen, die es zu klären gilt", sagt Ostermann. Über den Antrag soll in der nächsten Ratssitzung am Donnerstag, 8. Juni, abgestimmt werden. Im öffentlichen Teil der Sitzung sollen auch erstmals Vertreter der Landesbehörde für offene Fragen zur Verfügung stehen.

Von Leonie Frank

Nadine Kirst 26.05.2017
Dirk von Werder 26.05.2017