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Nachrichten Früherer Naturpark-Geschäftsführer wegen Untreue verurteilt
Umland Neustadt Nachrichten Früherer Naturpark-Geschäftsführer wegen Untreue verurteilt
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07:45 26.10.2012
Von Jutta Oerding
Ein Betrüger mit Familiensinn wurde vom Amtsgericht Hannover zu anderthalb Jahren Haft auf Bewährung verurteilt. Quelle: Symbolfoto
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Neustadt

Nach jahrelangen Ermittlungen erhob die Staatsanwaltschaft in sechs Fällen Anklage, zwei davon wurden in der Verhandlung als Folge eines „Deals“ eingestellt. Bei diesen ging es um knapp 20.000 Euro zu Lasten eines Naturschutzverbandes und um 250 Euro zu Lasten eines Steinhuder Gastronoms. Die vier restlichen Vorwürfe räumte der 72-jährige Angeklagte am Donnerstag ein. Damit erfüllte er seinen Teil des „Deals“ und ersparte dem Gericht eine langwierige Beweisaufnahme.

Demnach hat der frühere Geschäftsführer des Naturparks Steinhuder Meer eine fingierte Rechnung eines Wunstorfer Grafikers abgezeichnet. Die Region zahlte, und 5600 Euro landeten auf Umwegen beim Geschäftsführer.

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Um insgesamt 35.000 Euro prellte der Neustädter 2009 ein befreundetes Arztehepaar, das sein mit Verbindlichkeiten belastetes Haus im Silbernkamp für 280.000 Euro gekauft hatte. Diese „Anzahlung“ wurde nie verrechnet.

Stattdessen fälschte der Angeklagte Briefe von Bausparkasse und Inkasso-Büro. Damit wollte er den Käufern vorspiegeln, er habe eine fünfstellige Summe zu erwarten und könne die 35.000 Euro demnächst zurückzahlen. Inzwischen stottert er die Schulden von seinen 2850 Euro Rente ab. Der ehrenamtlich engagierte Neustädter gab lediglich an, er habe Tochter und vier Enkel unterhalten müssen. Korrekt gekleidet saß er auf der Anklagebank. Er habe das Vertrauen seiner Freunde missbraucht. Dafür entschuldige er sich.

„Wenn man sich jahrelang in der Medienöffentlichkeit sonnen kann, muss man auch die Schattenseite in Kauf nehmen“, sagte Richter Hartmut Pinkenburg im Hinblick auf zahlreiche Journalisten im gut gefüllten Gerichtssaal. Das Urteil ist rechtskräftig.

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