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Umland Neustadt Nachrichten Klein-Vechta ohne Borstenvieh
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06:22 17.07.2014
Auf Hof Klingemann zeigt Thorsten Klingemann zeigt Helmut Dammann-Tamke und anderen umgenutzte Ställe. Quelle: Dirk von Werder
Neustadt

Backhaus, Ressmeyer, Hanebuth, Klingemann - vier Höfe im Ortskern, vier züchterisch erfolgreiche Sauenhalter. Das war die Situation im Dorf in den 1990er Jahren. Jeder der vier Nachbarn hielt über 100 Sauen; dazu kamen Ferkel und Jungvieh, insgesamt über 1600 Tiere. Und heute? Ist das Dorf fast frei vom Borstenvieh, ganze zehn Mastschweine werden noch eher hobbymäßig auf einem Hof gehalten.

„Wir haben lange gerungen, ehe wir den Betriebszweig aufgegeben haben“, sagt Thorsten Klingemann Dienstagabend einer Besuchergruppe von Landvolk und CDU-Prominenz. Der agrarpolitische Sprecher der CDU im Land, Helmut Damman-Tamke, ist dabei. Er könne nachfühlen, wie schwer die Entscheidung gefallen sei, sagt er. „Wir hatten ähnliche Probleme.“ Dammann-Tamke hielt in Stade wie Klingemann in Averhoy Vieh in Altgebäuden. Sollte man in neue Ställe investieren, die außerhalb der Dörfer hätten gebaut werden müssen?

Klingemann entschied sich dagegen, die Nachbarn auch, gaben die Schweinehaltung auf. Gut oder schlecht fürs Dorf? „Machen wir uns nichts vor“, sagt Dammann-Tamke, Wirtschaftskraft gehe verloren, Arbeitsplätze auch, weil, so sagt er, „manches überreguliert ist“. Die rot-grüne Landesregierung bereite kleineren Betrieben immer mehr Probleme, dränge sie zum Ausstieg. „Die Schweine insgesamt werden ja nicht weniger“, sagt Landvolk-Sprecher Volker Hahn, nur die Ställe immer größer. „1980 gab es 800 Betriebe in Neustadt und Wunstorf, die Schweine gehalten haben, heute sind es 80.“ Durchschnittsgröße damals: zwölf Sauen, heute mindestens 200.

Zwei rüstige Altenteiler steuern die Maschinen

Fast 200 Hektar Acker bewirtschaftet Thorsten Klingemann, verteilt auf Gemarkungen Averhoy, Hagen, Evensen und Warmeloh. „Im Anbau ist eigentlich alles, außer Kartoffeln“, sagt der Landwirt, der sich auf zwei bewährte „Maschinisten“ verlassen kann: Vater Heinrich Klingemann und Schwiegervater Wilfried Hoffmeyer aus Hagen, beide Jahrgang 1933, steuern Trecker und Mähdrescher, sind dabei, wenn im Winter Brennholz geborgen und verarbeitet wird. Auch Dank der beiden, sagt Bauer Thorsten, „sei der Betrieb aktuell ganz gut aufgestellt.“

Dirk von Werder

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