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Umland Neustadt Nachrichten Lambsdorff lehnt EU-Beitritt der Türkei ab
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00:15 27.06.2017
Von Bärbel Hilbig
Alexander Graf Lambsdorff spricht bei der Distriktkonferenz der Rotarier in Neustadt. Quelle: Tim Schaarschmidt
Neustadt

Offensichtlich ist Alexander Graf Lambsdorff Optimist. Die Europäische Union ist zwar aktuell umstellt von "autoritären, illiberalen" Regimen wie der Türkei und Russland. Und genügend Mitgliedsstaaten zeigen selbst äußerst beunruhigende Tendenzen, die der Vizepräsident des Europäischen Parlaments deutlich kritisiert. Er nennt die Knebelung der Justiz in Polen und die Unterdrückung der Pressefreiheit in Ungarn. "In Polen findet keine juristische Kontrolle des Regierungshandels mehr statt." Die Zuhörer bei der Distriktkonferenz der Rotarier im Gymnasium Neustadt geben Lambsdorff in vielem Recht. Man ist auf einer Wellenlänge. Kein Wunder, die persönliche Verbundenheit mit dem Rotarier-Distriktleiter Friedel Eggelmeyer hat Lambsdorff bewogen, die Einladung anzunehmen. 78 Wohltätigkeitsclubs gehören zu dem Distrikt, der seine jährliche Versammlung dieses Wochenende in Neustadt veranstaltet.

Austauschschüler aus aller Welt kommen zur Distriktkonferenz nach Neustadt. Quelle: Chadde

Trotz der verunsichernden Situation in Europa sieht Lambsdorff allerdings in jüngster Zeit viele positive Zeichen. Die Zustimmung der Bürger in den EU-Mitgliedsstaaten zu Europa erreicht Spitzenwerte. "Warum? Wir können lieben, wen und leben, wo wir wollen. Das war in unserer Geschichte und ist in vielen Weltreligionen nicht selbstverständlich." Eine Riesenchance zur Stärkung der EU habe der Ausgang der Wahlen in Frankreich eröffnet. Gerade weil die nächste Bundestagswahl nah sei, haben die beiden großen Länder danach viel Zeit, Europa voranzubringen. "Schwierige Entscheidungen trifft man leichter nach einer Wahl. Die neue Regierung darf diese Gelegenheit nicht verstreichen lassen." Im Umgang mit den problematischen Nachbarn plädiert Lambsdorff für mehr Ehrlichkeit. Ein  Land, das wie die Türkei die Demokratie abschaffe, könne nicht EU-Beitrittskandidat bleiben. "Ich kenne in Brüssel und Ankara niemanden, der an einen Beitritt glaubt." Dafür gibt es Applaus. Dennoch müsse ein Umgang mit diesem "großen schwierigen Nachbarn" gefunden werden.

Der FDP-Politiker findet nebenbei lobende Worte für Bundesverteidigungsministerin Ursula von der Leyen, weil sie die militärische Zusammenarbeit der EU-Staaten vorantreibt. "Was sie in den vergangenen Jahren angestoßen hat, sehe ich positiv, auch wenn man als Oppositionspolitiker die Regierung sonst eigentlich nicht lobt." Sobald Wahlen vor der Tür stehen, wirkt so ein Lob allerdings schnell wie ein Flirt mit dem Wunsch-Partner.

Große Ehre: Ulrich Krautter, Caterina Becorpi und Peter Aaen werden als Paul Harris Fellows bei einem festlichen Abendessen im Schloss Landestrost ausgezeichnet. Quelle: Chadde

Ein Kompliment macht Lambsdorff auch seinen Gastgebern. Dass die Rotarier mit Spenden Gesundheitsprogramme in afrikanischen Ländern unterstützen, helfe auch Europa. "Eine bessere Zukunft zu Hause senkt den Auswanderungsdruck."

Wenn alles klappt, könnte eine Stabilisierung der B-6-Brücke über die Leine schon in Jahresfrist die Umleitungsstrecke durch Neustadts Dörfer entlasten.

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