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Umland Neustadt Nachrichten Neue Runde im Streit um den Schimpansen Robby
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20:25 05.09.2014
Prost, Robby: Zirkusdirektor Klaus Köhler fühlt sich gut mit dem Schimpansen. Sieht der das genauso? Quelle: Frank Oheim
Neustadt

Unter „tierquälerischen Bedingungen“ werde der Affe im Zirkus gehalten, teilt Peta mit - nach eigener Aussage eine der weltweit größten Tierrechtsorganisationen. Schimpanse Robby, laut Peta „der letzte Menschenaffe in einem deutschen Zirkus“, müsse in eine Auffangeinrichtung für Schimpansen gebracht werden. Die Veterinärbehörden sollten Robby „aus dem Zirkus Belly retten“.

Köhler kennt die Vorwürfe - „die werden mit den Jahren nicht besser“. Peta begleite seinen Zirkus permanent, schreibe, wo immer Belly gastiere, Behörden und Zeitungen an. „Der Affe hat bei uns Familienanschluss, der hat immer im Zirkus gelebt.“ Wenn man Robby aus seiner Umgebung reiße, werde er eingehen. Das Tier habe eine Lebenserwartung von 50 Jahren; offensichtlich sei er im Zirkus schon recht alt geworden.

Die Veterinärbehörde der Region sieht die Angelegenheit undramatisch: „Der Zirkus hat seinen Gastaufenthalt ordnungsgemäß angemeldet“, sagt Behördensprecher Nils Meyer. Ein Amtsveterinär werde die Tierhaltung im Zirkus kontrollieren.

Zuletzt sei der Zirkus im August in Rotenburg/Wümme, im Juli in Schenefeld und Pinneberg, im Juni in Lüneburg von Veterinärämtern kontrolliert worden. Meyer verweist zudem auf eine Auszeichnung: 2013 habe Peta das Veterinäramt der Region als eines der fünf besten im Staate aufgelistet, unter anderem, weil die Behörde für eine Erweiterung der Auslauffläche Robbys gesorgt habe.

70 Tiere und ein Stück Neustadt

Er leite eines der letzten „klassischen“ Zirkusunternehmen, sagt Klaus Köhler. Heißt: viele Tiere (70 an der Zahl, darunter Tiger, Löwen, Kamele, Schlangen) und eine große Familie. „Mit fremden Arbeitskräften könnte ich den Betrieb dichtmachen“, sagt der 66-jährige Chef. Sechs Kinder, Ehepartner und Enkel sind eingebunden, insgesamt 25 Leute.

Wie finanziert man das? „Wenn es schlecht läuft, schränken wir uns alle ein.“ Köhler hat zwei Zelte, für 700 Leute und für 1500. In Neustadt steht das kleine. Hier hat Köhler viele Jahre sein Winterquartier aufgeschlagen, hier ist einer seiner Söhne geboren. Der Zirkus steht am Großen Weg. Vorstellungen bis 14. September beginnen freitags und sonnabends jeweils um 17 Uhr, sonntags um 14 Uhr.

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