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Umland Neustadt Nachrichten Bundeswehr warnt vor Schießbetrieb auf Standortübungsplatz
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15:10 17.04.2019
Auf den Schießbahnen wird auch mit der Panzerfaust geschossen. Quelle: Thomas Tschörner
Luttmersen

Die Bundeswehr warnt vor den Gefahren durch den Schießbetrieb und unbeleuchtete Militärfahrzeuge auf dem Standortübungsplatz in Luttmersen. Das Gelände werde immer wieder unberechtigt und in fahrlässiger Weise betreten, sagt der Standortälteste der Wilhelmstein-Kaserne, Oberstleutnant Markus Dehn.

Schilder kennzeichnen den Übungsplatz als militärischen Sicherheitsbereich. Quelle: Thomas Tschörner

Zwar stehen rund um den 469 Hektar großen Übungsplatz in regelmäßigen Abständen Schilder, die das Gelände als militärischen Sicherheitsbereich ausweisen und auf die Gefahren durch Schießen und andere militärische Aktivitäten hinweisen. Trotz dieser Warnhinweise würden vor allem Kinder und Jugendliche immer wieder unrechtmäßig den Platz betreten, sagt Hauptmann Maximilian Kohl, Presseoffizier des Panzergrenadierbataillons 33. Auf dem Platz würden aber nicht nur, teilweise auch an Wochenenden, Soldaten militärisch ausgebildet, sondern auf den vorhandenen Schießanlagen würde auch geschossen. Für Menschen, die den Platz unbefugt betreten würden, bestünde deshalb eine erhebliche Gefahr. Dehn bittet deshalb Eltern darum, ihre Kinder ausdrücklich auf die Gefahren des Standortübungsplatzes und das Betretungsverbot hinzuweisen.

Bereits vor einem Jahr berichtete die Bundeswehr von einer immer stärkeren Nutzung des Standortübungsplatzes der Wilhelmstein-Kaserne und eine weiter steigende Tendenz. Als Grund nannte damals der für das Gelände zuständige Stabsfeldwebel Stefan Brünner den Ausbildungsbetrieb des erst 2015 neu aufgestellten Panzergrenadierbataillons 33, das zuvor ein Panzerbataillon war. Wegen seines hohen Ausbildungsstandes hätte das Panzerbataillon den Platz vor der Haustür kaum noch genutzt und sei mehr auf größeren Anlagen, etwa dem Übungsplatz Bergen, unterwegs gewesen. Doch nun würden in Luttmersen Panzergrenadiere ausgebildet, und es gebe mit dem Schüzenpanzer Puma ein neues Gefechtsfahrzeug. Auch das ebenfalls in Luttmersen beheimatete Versorgungsbataillon 141 habe seine Übungstätigkeit wegen der Nato-Verpflichtungen als Teil der schnellen Eingreiftruppe (VJTF –Very High Readiness Joint Task Force) erhöht.

Genannt wurden knapp 200 Übungstage pro Jahr und jährlich gut 40 Schießtage, bei denen insgesamt circa 60.000 Schuss abgegeben werden. Zwar werde nur mit sogenannte Übungsmunition mit geringerer Reichweite genutzt, die aber dennoch lebensgefährlich sei. Geschossen wird nicht nur mit Pistole, Gewehr und Maschinengewehr, sondern auch mit der Panzerfaust. Auf die Gefahr des Schießbetriebes weisen rote Fahnen hin, die rund um den Platz eine Stunde vor Beginn des Schießens aufgezogen werden. Gefährlich ist aber nicht nur das Schießen. Auf dem Gelände sind auch Lastwagen und Panzer unterwegs, teilweise unbeleuchtet. Beim neuen Schützenpanzer Puma schaue oben auch keiner mehr aus dem Fahrzeug heraus. Es sei auch nicht ohne weiteres für Unbefugte erkennbar, ob das Fahrzeug stehen bleibe oder gleich anfahre.

Auf dem Übungsplatz sind auch schwere Fahrzeuge unterwegs, hier Lastwagen des Versorgungsbataillons 141. Quelle: Thomas Tschörner

Von Seiten der Bundeswehr sei der Übungsumfang in etwa gleich geblieben, sagte ein Sprecher. Gestiegen sei aber die Zahl der Fremdnutzer. So übten nicht nur das SEK und MEK der Polizei in Luttmersen, sondern auch Technisches Hilfswerk (THW), Feuerwehren sowie DRK und die Rettungshundestaffel der Johanniter Unfallhilfe (JUH).

Von Thomas Tschörner

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