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Umland Neustadt Nachrichten Die neue Führung der Genossen
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00:15 26.05.2017
Von Dirk von Werder
Der neue Vorstand der Neustädter SPD um Mustafa Erkan.
Der neue Vorstand der Neustädter SPD um Mustafa Erkan. Quelle: privat
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Neustadt

"Die Mitglieder des SPD Ortsvereins Neustadt haben ein eindeutiges Zeichen für die Zukunft gesetzt", urteilte Erkan nach der Wahl am Montagabend. Zuvor hatte er sich mit 88 zu 29 Stimmen sehr eindeutig gegen den früheren Ortsvereinschef Ferdinand Lühring (Schneeren) durchgesetzt. Mit diesem Votum stellten sich die Neustädter SPD Mitglieder klar hinter seinen Kurs, sagt Erkan.

"Wir sind als SPD von den Menschen gewählt, um unser Neustädter Land voranzubringen und darauf müssen wir uns jetzt wieder konzentrieren“, hatte Erkan zu Beginn den Mitgliedern zugerufen. Diese Ansage verband er mit deutlichen Worten in Richtung seiner innerparteilichen Gegner: „Kritik und Anregungen an den Vorstand und auch an meine Person als Vorsitzenden darf und sollte jedes Parteimitglied üben, aber der richtige Ort dafür ist nicht die Öffentlichkeit, sondern das höchste Gremium unserer Partei, die internen Mitgliederversammlungen." Dass Erkan dabei ihm nicht wohl gesonnene Leserbriefe anderer Genossen großformatig vorführte, traf nicht auf ungeteilte Zustimmung. "Er ist nicht in der Lage, die Partei zu einen, Leute zusammenzuführen", sagt Lühring, der Neustadts SPD von 2009 bis 2013 vorgestanden hatte. Seine eigene, deutliche Niederlage in der Abstimmung gegen Erkan begründete Lühring so: "Wir haben es leider nicht geschafft, unsere Leute zum Kommen zu motivieren."

Im neuen geschäftsführenden Vorstand sitzen Elvira Goldmann aus Suttorf und Harald Baumann aus der Kernstadt als Stellvertreter Erkans, außerdem als  Finanzverantwortlicher Matthias Rabe (Neustadt) und als Schriftführerin Angelika Fischer (Otternhagen). Zu Beisitzern wurden gleich 20 Genossen gewählt: Karin Bach (Neustadt), Gerda Baumann (Neustadt), Andrea Czernitzki (Bordenau), Josef Ehlert (Mardorf), Dennis Hohmann (Neustadt), Heinz-Günter Jaster (Nöpke), Jochen Marten (Suttorf), Esther Meyer (Basse), Felix Meyer (Jusos), Magdalena Rozanska (Neustadt), Nuran Sahin (Neustadt), Andreas Schaumann (Metel), Heinrich Schmidt (AG 60+), Britta Seitz (Neustadt), Heidi, Klaus-Peter und Lea-Mara Sommer (Neustadt), Jens Stägemann (Schneeren), Dennis Tokay (Neustadt) und Tanja Weber (Otternhagen). Erkan: "Es gab 29 Kandidaten, 20 wurden in einem demokratischen Prozess gewählt." Nicht genügend Stimmen für einen Sitz im Beirat erhielten erfahrene Kommunalpolitiker wie Annegret Messerschmidt oder Heinrich Clausing. Auch Neustadts Gleichstellungebeauftragte Bärbel Heidemann scheiterte. 

Dre Blick gehe nach vorn, sagt der Vorsitzende, entscheidende Wahlen stünden an. Es gelte "dafür zu sorgen, dass Martin Schulz im September Bundeskanzler wird und Stephan Weil Ministerpräsident bleibt". Das bedeute, so sagte er gestern auf Anfrage, "dass wir als Neustädter SPD natürlich unsere Wahlkreiskandidatinnen unterstützen." Die heißen für den Bundestag Caren Marks und für den Landtag Wiebke Osigus. Letztere hatte, gestützt auf Erkan-Kritiker und den Ortsverein Wunstorf, dem Neustädter Ortsvereinsvorsitzenden die erneute Direktkandidatur im Wahlkreis Neustadt/Wunstorf abgerungen. Erkan ist seit 2013 Landtagsabgeordneter, bei der Wahl im Januar kann er dieses Mandat nun nicht mehr verteidigen.

26.05.2017
Nadine Kirst 25.05.2017