Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Nachrichten Scharrels vergessenes Bauland
Umland Neustadt Nachrichten Scharrels vergessenes Bauland
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:15 03.04.2017
Michael Drosch an seiner Parzelle, auf der er einst hatte bauen wollen und nicht durfte. Quelle: Faber
Scharrel

Fünf Mark pro Quadratmeter zahlten die Eheleute Drosch aus Neustadt Ende 1973 für ihre Parzelle südlich der Resser Straße: 1000 Quadratmeter Fläche am Rande der Ortslage, die Natur vor dem künftigen Gartentor. Eigentümerin zuvor: Die Gemeinde Scharrel, die es gegen Ende ihrer Eigenständigkeit auf Wachstum angelegt hatte. Angrenzend - Im kleinen Moore - waren sämtliche Plätze längst verfügt, teilweise schon bebaut. Was sollte also schief gehen im nächsten Abschnitt, der als Bauerwartungsland verkauft wurde. Michael und Marlis Drosch einigten sich mit der Gemeinde, am 16. November 1973 wurde der Kaufvertrag notariell unterschrieben. Die Parzellen waren vermessen, Aufbruchstimmung erfasste Drosch und seine potenziellen Nachbarn. Im Frühjahr wollten die meisten an zu bauen fangen.

Doch im Frühjahr wurde besiegelt, was sich Stück für Stück seit mindestens zwei Jahren abgezeichnet hatte - Niedersachsen stellte seine kommunalen Strukturen um, kleine Gemeinden hatten ausgedient, sollten sich zusammenschließen. Scharrel wurde ein Teil der Stadt Neustadt, eines von 33 Dörfern, die in der neuen Stadt eingemeindet wurden. Ein weiteres Baugebiet? Rat und Verwaltung in Neustadt hatten andere Sorgen als diese, und bald schon ganz andere Vorstellungen von Stadtentwicklung.

Drei Jahre später waren die meisten Eigentümer desillusioniert. Auch Drosch. "Als 1977 immer noch kein Baugebiet ausgewiesen war, sind wir sind zur Stadt, haben denen nahegelegt, das Gelände zurückzukaufen." Das aber wollte die Kommune denn auch wieder nicht. Und so schlossen sich die Eigentümer zusammen, gründeten eine Interessengemeinschaft, zahlten jeder 300 Mark - Drosch: "ganz schön viel Geld, damals" - und schalteten einen Anwalt ein. Weitere elf Jahre gingen ins Land, auf der Parzelle machten sich längst Bäume und Büsche breit, dann äußerte der Anwalt, das Verfahren sei als abgeschlossen zu betrachten. Die Stadt wolle dort kein Bauland ausweisen; von einer Klage rate er ab: keine Aussicht auf Erfolg.

Michael Drosch fährt nur noch selten zu seinem Land. "Was soll ich da?" Kiefern, Birken, kleine Eichen stehen darauf. In Scharrel, das weiß er auch, wird mittlerweile Bauland gesucht. Vermutlich werden Flächen ganz in der Nähe des damaligen Bauerwartungslandes ausgewählt, die dichter am Ortskern liegen und in Nachbarschaft zu bereits bebauten Flächen. Ihn ärgert nur, dass die Stadtverwaltung in den 1980er und -90er Jahren jeden Versuch einer bescheidenen Nutzung der Parzellen unterbunden hat. Wer seine Parzelle einzäunte und als Garten nutzen wollte, musste zurückbauen. Jahrelang hätte die Bauverwaltung penibel darauf geachtet, mittlerweile nicht mehr. Manche Fläche werde wieder bewirtschaftet, das sei auch gut so. Droschs werden nichts unternehmen - "jetzt nicht mehr."

Fotostrecke Neustadt: Scharrels vergessenes Bauland

Von Dirk von Werder

Die Polizei Nienburg sucht nach den Eigentümern etlicher hochwertiger Werkzeuge und Bauteile, die sie in einem größeren Hehlerlager gefunden hat. Wahrscheinlich sind die Stücke im Jahr 2015 oder kurz davor gestohlen worden.

31.03.2017

Was sich beim Frühjahrsputz so findet: Ein gut erhaltenes, knallrotes BMX-Rad haben die Eilveser bei ihrer großen Aufräumaktion am Dienstagabend aufgestöbert. Wer es vermisst, kann sich bei Ortsbürgermeisterin Christina Schlicker melden.

30.03.2017

Sieben Jahre lang haben sie sich damit beschäftigt, ein Jahr intensiv vorbereitet. Mit großer Freude haben die Mitglieder des Rodewalder Kirchenvorstands jetzt die Plaketten des "Grünen Hahns" für gemeindliches Umweltmanagement entgegen genommen.

30.03.2017