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Nachrichten Sternbeck ließ E-Mail von Windmann unbeachtet
Umland Neustadt Nachrichten Sternbeck ließ E-Mail von Windmann unbeachtet
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21:23 21.04.2015
Da war die Welt noch in Ordnung: Jörg Windmann (links)l und Uwe Sternbeck (rechts) lächeln mit Rathaus-Projektleiter Thomas Völk in die Kamera (Archivbild, Dezember 2014).
Da war die Welt noch in Ordnung: Jörg Windmann (links)l und Uwe Sternbeck (rechts) lächeln mit Rathaus-Projektleiter Thomas Völk in die Kamera (Archivbild, Dezember 2014). Quelle: Kathrin Götze
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Windmann hatte seine heftig umstrittene Zwischenbilanz „Ein Drittel von acht“ am 5. März, einem Donnerstag, in Umlauf gebracht, hatte sie Ratsmitgliedern zu Beginn einer Sitzung auf die Tische gelegt, Vertretern anderer Städte auf dem Postweg geschickt.

Auch Stadtoberhaupt Sternbeck kam an diesem Tage erstmals an ein gedrucktes Exemplar der Windmann-Schrift. Er war zuvor mehrere Tage im Urlaub, davor drei Tage dienstlich beim Deutschen Städtetag. Davor allerdings, am Sonntag, 22. Februar, war in seinem elektronischen Postfach eine Mail Windmanns angekommen. Inhalt: ein Entwurf der Bilanz.

Diese Mail sei allerdings weder mit einem Dringlichkeitsvermerk noch mit einer Aufforderung, einen Text freizugeben, versehen gewesen, ließ Sternbeck gestern seinen Sprecher Uwe Kreuzer erklären. Daher habe der Bürgermeister E-Mail und Inhalt erst nach seiner Rückkehr aus dem Urlaub zur Kenntnis genommen. Aus Sicht des Bürgermeisters sei das elektronische Schreiben „keine aktive Kommunikation“ seitens des Dezernenten gewesen.

Sternbeck sagte gestern auf Anfrage auch: „Hätte ich den Inhalt gelesen, hätte ich die Veröffentlichung der Bilanz verhindert.“

Zwischenzeitlich ist der Streit zwischen Stadtoberhaupt und Spitzenbeamten eskaliert. Gegen Windmann läuft ein Disziplinarverfahren, das Sternbeck angestrengt hat und das eine Mehrheit aller Ratsvertreter von CDU über Grüne bis zu Bürgerforum/FDP und UWG in eigene Zuständigkeit übernehmen will. Ziel: Windmann soll aus dem Amt gedrängt werden.

Nur die SPD ist anderer Meinung. Sternbeck selbst hat zuletzt betont, für ihn sei eine weitere vertrauensvolle Zusammenarbeit mit Windmann nicht mehr vorstellbar. Der Dezernent ist für eine Amtszeit bis 2020 gewählt.

CDU drängt SPD zur Abwahl

Die CDU-Ratsfraktion hat die SPD per Pressemit- teilung aufgefordert, sich den übrigen Fraktionen anzuschließen und Dezernent Jörg Windmann gemeinsam abzuwählen. In der Stadtverwaltung müsse schnellstmöglich wieder un- eingeschränkte Arbeitsfähigkeit hergestellt werden, heißt es darin. Für eine Abwahl müssten 31 der 41 Ratsmitglieder stimmen, der SPD-Fraktion gehören 15 an.

19.04.2015
Kathrin Götze 19.04.2015