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Umland Neustadt Nachrichten

Tennis Club kämpft um Existenz

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12:55 18.06.2020
Friedrichwilhelm Schmädeke (links) und Joachim Kliem sorgen sich, dass sie in Mardorf bald kein Tennis mehr spielen können. Quelle: Benjamin Gleue
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Mardorf

Die Lage ist verzwickt: Vor 25 Jahren hat die Stadt das gut 4000 Quadratmeter große Areal von dem Mardorfer Eigentümer gepachtet und es dem Tennis Club unterverpachtet. 400 Euro hat der Verein dafür jährlich überwiesen. Die Stadt musste allerdings einen deutlich höheren Betrag an den Eigentümer zahlen - sie wird den Pachtvertrag nicht verlängern. Der Verein wurde darüber frühzeitig informiert. „Wir haben dem Tennis Club mit der Unterverpachtung den Start ermöglicht. Es handelte sich über die gesamte Laufzeit um eine indirekte Sportförderung“, sagt Stadtsprecher Uwe Kreuzer. Da die Stadt ihre Sportförderung mittlerweile aber über den Sportring abwickelt, werden Altverträge - es gibt mehrere - grundsätzlich nicht verlängert.

„Über den Sportring ist eine zentrale Förderung gewährleistet, die Ungleichheiten verhindert“, sagt Kreuzer. Der Sportring hat in diesem Jahr 150.000 Euro zur Verfügung und verteilt das Geld an seine rund 45 Mitgliedsvereine. Der Tennis Club ist auch dabei. Die Mitglieder des Mardorfer Vereins befürchten aber das Schlimmste. „Wenn wir keine Lösung finden, machen wir den Laden dicht“, sagt Gründer Friedrichwilhelm Schmädeke. Das Problem: Der Tennis Club hat zwar ein neues Angebot vom Eigentümer des Grundstücks vorliegen, die geforderte Summe kann sich der nur 30 Mitglieder zählende Verein aber nicht leisten.

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Für das noch 3000 Quadratmeter große Areal mit zwei Sandplätzen, Vereinsheim und Boulebahn ist in den nächsten zwei Jahren eine Pacht von je 600 Euro vorgesehen, für die zwei Folgejahre würden je 1200 Euro fällig, in den Jahren fünf und sechs je 1800 Euro. „Dann fehlen uns jährlich gut 1200 Euro“, sagt Vereinsvize Joachim Kliem. Der Tennis Club hofft nun, einen Sponsor oder andere finanzielle Unterstützung zu finden. Wenn dies in den nächsten Wochen nicht gelingt, ist Schluss. „Wenn das Pferd tot ist, braucht es keinen Jockey mehr“, sagt Schmädeke. Am Sonntag, 11 Uhr, hat der Verein Hauptversammlung im Vereinsheim. Dann wird diskutiert, ob und wie es weitergeht.

Anmerkung der Redaktion: 2017 hat der Tennisclub Mardorf seine Probleme überwunden. Es geht ihm wieder gut, er freut sich über neue Mitglieder.

Von Benjamin Gleue