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Neuer Regiobus-Fahrplan: Mehrere Busverbindungen im Neustädter Land sind gekappt

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08:00 31.12.2019
Die Buslinie 460 endet jetzt in Mandelsloh. Hinter der Reithalle nutzen die Fahrer den grünen Fleck als Wendeschleife, bevor es wieder Richtung Nordhafen geht. Quelle: Kathrin Götze
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Neustädter Land

Neue Preise, neue Sprint-Routen – aus Neustädter Sicht bringt der neue Fahrplan von Regiobus auch etliche Gründe, sich zu ärgern. So sind die beiden nördlichen Zweige der Buslinie 460 Richtung Hannover-Nordhafen eingespart worden: Die Schlenker über Esperke und Mandelsloh macht der Bus jetzt nicht mehr, die Linie endet in Mandelsloh. „Das bedeutet also nun, für unsere Dörfer im hohen Norden an der Grenze zum Heidekreis gibt es keine direkte Verbindung nach Hannover mehr“, sagt die Helstorfer Ortsbürgermeisterin Silvia Luft (CDU).

Nur noch bis zu 20 Fahrgäste am Tag

Besonders die Pendler, die die Linie zuvor täglich nutzten, sind verärgert. Offenbar sind es allerdings nicht mehr viele. „Auf dem eingestellten Abschnitt Helstorf–Stöckendrebber gab es in der Tagessumme 15 bis 20 Fahrgäste pro Richtung, die meisten davon in einer Schulfahrt um 7:27 Uhr ab Stöckendrebber bis Mandelsloh“, sagt Regionssprecher Klaus Abelmann. Die Schulfahrt werde in der Linie 850 beibehalten. Für Fahrgäste nördlich Mandelsloh, die nach Hannover fahren wollen, gebe es als Alternative die Linie 850 mit Anbindung an den Regionalexpress am Bahnhof Neustadt, führt Abelmann weiter aus, und fügt hinzu: „Ab Mandelsloh ist die Linie 460 bis Nordhafen weiterhin in der Hauptverkehrszeit alle 30 Minuten nutzbar.“ Sie fährt durch Helstorf, die Wedemark und Langenhagen.

Diskussionen und Proteste

Regiobus hat lange angekündigt, zumindest den letzten Teil der Linie einsparen zu wollen. In Diskussionsrunden haben auch die Neustädter Politiker mit Regiobus-Mitarbeitern darüber beraten, die Ortsräte haben protestiert, und in vielen Gesprächsrunden kam die Anmerkung, man müsse auch über Alternativen nachdenken. Sicher könnten nicht mehr Gelenkbusse losgeschickt werden, um über die letzten 20 Kilometer nur noch vereinzelte Fahrgäste zu befördern.

Alternativen werden nicht umgesetzt

Die Rede war unter anderem von Bürgerbussen, Ruftaxis und anderen Alternativen. Allerdings sind diese in den Diskussionen zwar genannt worden. Doch bis zu den jetzt erfolgten Streichungen ist keine dieser Möglichkeiten auch nur fertig durchdacht, geschweige denn umgesetzt worden. Nun streiten sich Politik und Regionsverwaltung, wer dafür zuständig ist. „Gefordert waren praktikable Alternativen für die abgehängten Dörfer, wie Rufbusse oder neue Verbindungen zum Bahnhof in Schwarmstedt, um nur einige Ideen zu nennen“, sagt Ortsbürgermeisterin Luft.

Otternhagen-Süd fehlt Verbindung in die Kernstadt

Auch ein Teil des langen Straßendorfs Otternhagen ist nun nahezu abgehängt: Den Wegfall der Linie 490/491 auf dieser Strecke hätte eigentlich die Linie 860 mit einem Extra-Schlenker auffangen sollen – doch auch das passiert aktuell nur zu den Zeiten für Schulbeginn und -ende, wie die Otternhagenerin Bettina Schreiber bemängelt. Dem südlichen Bereich des Dorfes fehle damit eine akzeptable Verbindung zur Kernstadt. Ortsbürgermeister Wilfried Schneider (CDU) berichtet, in der Debatte seien die Ortsräte aufgefordert worden, Vorschläge zu machen. Das hätten auch die Otternhagener getan, allerdings ohne Erfolg. „Dann fragt man sich schon, was das ganze überhaupt sollte“, sagt Schneider. Er will sich dennoch nicht entmutigen lassen, im Ortsrat eine neue Initiative zu starten.

Regiobus muss wirtschaftlicher arbeiten

Regiobus-Sprecher Tolga Otkun sagt, sein Unternehmen sei in dieser Debatte nicht mehr zuständig –die Planungen liegen bei der Region Hannover. Das Busunternehmen hatte die Einschnitte im Fahrplan im Auftrag der Region vorgenommen. Damals hieß es, Regiobus müsse wirtschaftlicher arbeiten, um weiter direkt mir dem Busverkehr in der Region Hannover beauftragt werden zu können.

„Über Alternativen wie On-Demand-Verkehre oder Ridesharing denken wir nach“, sagt Regionssprecher Abelmann. Aber etwaige Angebote seien nicht kurzfristig realisierbar. Dass es nicht übergangslos weitergeht, sei ärgerlich, finden Pendler und Ortsbürgermeister gleichermaßen. „Da werden wieder viele Leute aufs Auto umsteigen – das wollen wir doch eigentlich nicht“, sagt die Helstorferin Luft.

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