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Neustadt 20 Jahre Abwasserbetrieb: Kläranlage öffnet ihre Tore für Besucher
Umland Neustadt

Neustadt: 20 Jahre Abwasserbetrieb: Kläranlage öffnet ihre Tore

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18:00 30.08.2019
Die Anlage in Empede ist das größte der drei Neustädter Klärwerke. Quelle: Bernd Haase (Archiv)
Neustadt/Empede

Es ist eine der wichtigsten Infrastrukturaufgaben, die Städte heute übernehmen – doch allzu lange gibt es die ortsübergreifenden Kanalisationssysteme in Neustadt noch gar nicht. Mit einer gewaltigen Kraftanstrengung sind sie in den Jahren zwischen 1960 und 1995 angelegt worden. Für die Wartung und Verwaltung der Rohrnetze und Kläranlagen ist der städtische Abwasserbehandlungsbetrieb (ABN) zuständig, und zwar seit nunmehr 20 Jahren.

Anlage klärt Abwasser aus Kernstadt und fünf Dörfern

Die Kläranlage Empede reinigt das Schmutzwasser aus der Kernstadt, Bordenau, Empede, Poggenhagen und Suttorf – 36.500 Personen hängen nach grober Rechnung des ABN daran. Weitere Anlagen gibt es heute noch bei Basse und Helstorf, und das Abwasser aus Mardorf und Schneeren wird in Rehburg geklärt.

Das war nicht immer so: Vor der Gebietsreform gab es sehr unterschiedlich ausgebaute Abwassersysteme und deutlich mehr Kläranlagen in den Dörfern, wie Jörg Homeier berichtet. Der städtische Fachbereichsleiter für Infrastrukturen ist vor zehn Jahren zur Stadt Neustadt gekommen, damals als technischer Leiter beim ABN. Diese Funktion hat der gelernte Ingenieur neben seinen Aufgaben an der Verwaltungsspitze bis heute beibehalten. Eine seiner ersten Aufgaben bei der Stadt war die 10-Jahres-Feier des ABN, die damals ebenfalls auf der Kläranlage gefeiert wurde.

Neustädter bauten bis 1995 am Kanalsystem

Schon damals hat Homeier sich mit der Historie beschäftigt, ist jetzt noch ein wenig tiefer in die Materie eingestiegen. Bis 1974 umfasste das Kanalnetz der Stadt erst 170 Kilometer – schon diese anzulegen, sei seinerzeit sicher nicht einfach gewesen. Komplett wurde das System aber erst in den folgenden 20 Jahren: Bis 1995 wuchs das Netz auf die heutige Länge von rund 500 Kilometern an. „Glücklicherweise wurden Regen- und Schmutzwasserkanal damals schon getrennt gebaut, das ist heute der Standard“, sagt Homeier. Der Bau sei eine gewaltige Kraftanstrengung gewesen: Die Stadt habe in dieser Zeit rund 150 Millionen Mark (75 Millionen Euro) in das Kanalsystem investiert, Zuschüsse kamen vom Land und dem damaligen Landkreis; und auch die Neustädter wurden mit so genannten Kanalbaubeiträgen zur Kasse gebeten.

Abwasserbehandlung war erst Teil der Stadtverwaltung

Heute hat der ABN vornehmlich mit Reinigung und Sanierung der Kanäle zu tun. Vor seiner Gründung lief die Abwasserbehandlung im Amt für Abwasser und Wasserbau, einer Abteilung der Stadtverwaltung. Der Eigenbetrieb wurde im Dezember 1998 gegründet, um die Haushalte besser zu trennen. „Der Betrieb sollte wirtschaftlich arbeiten, das war das Hauptziel“, erinnert sich Bodo Messerschmidt, der als Ratspolitiker dem ersten Werksausschuss für den neu gegründeten Betrieb vorsaß. Er sollte mehr Transparenz von Einnahmen und Ausgaben ermöglichen und gewährleisten, dass Geld aus dem Abwasserhaushalt nicht einfach für andere Zwecke genutzt werden könnte.

Tag der offenen Tür auf der Kläranlage

Die Ausgliederung ist nun 20 Jahre her – das nimmt die Stadt zum Anlass für einen Tag der offenen Tür am Sonntag, 1. September, 11 bis 17 Uhr, auf der Kläranlage Empede, Empeder Straße 2. Das Team des ABN präsentiert dann seine Arbeit und beantwortet Fragen. Auf Rundgängen können die Besucher hinter die Kulissen der Kläranlage schauen.

Für Unterhaltung sorgen Splash Balls, mit denen man über das Wasser laufen kann, und zahlreiche weitere Vergnügungen wie Hüpfburg, Pümpelspiel, Wasserbahnen, Sandspiele, Kinderschminken, Abwasserrätsel und mehr. Außerdem werden Geschäftspartner des ABN ihren Fuhrpark mit Baggern, Spülwagen und anderen Fahrzeugen präsentieren. Für einen Sandsackfüllwettbewerb ist die Feuerwehr mit an Bord. Alle Kinderattraktionen sind kostenfrei. Es gibt Kaffee und Kuchen, eine Grillstation, Eis und Kaltgetränke. Alle Neustädter sind eingeladen, von 11 bis 17 Uhr die Anlage zu erkunden und mit dem ABN das 20-jährige Bestehen zu feiern.

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